Innenansicht der Kathedrale.

Die Kathedrale von Johannesburg wird 65 Jahre alt

Kolumne Weltkirche


Regensburg, 02. Oktober 2025 

Das Erzbistum feierte das Jubiläum mit einer Heiligen Messe. Zugleich erinnert die Erzdiözese an den historischen Besuch von Papst Johannes Paul II. vor 30 Jahren.

Es war ein großes Fest, mit dem das Erzbistum Johannesburg nun das Jubiläum seiner Kathedrale gefeiert hat. Ganze 65 Jahre alt ist die Bischofkirche nun. Zugleich wurde an ein bedeutendes Ereignis von vor 30 Jahren erinnert. Im Jahr 1995 besuchte Papst Johannes Paul II. Südafrika und feierte in der Kathedrale eine Heilige Messe. In Europa sind die meisten Kathedralen viele Jahrhunderte alt. Das ist in den jungen Kirchen Afrikas nicht der Fall. Als das Bistum Johannesburg im Jahr 1886 gegründet wurde, stand der Dom in Regensburg schon seit rund 600 Jahren. Die Christkönigskathedrale des Bistums wurde im Jahr 1958 fertiggestellt und zwei Jahre später, im Jahr 1960, geweiht und eröffnet. 

Die ersten Pläne für den Bau einer neuen Kathedrale als Ersatz für die viel zu klein gewordene alte Kathedrale fasste im Jahr 1937 Bischof David O'Leary. Dieser war der erste , in Südafrika geborene katholische Bischof von Johannesburg. Mit Ausbruch des zweiten Weltkrieges wurden die Pläne zunächst zurückgestellt.  Erst 1957 wurde es mit dem Kauf eines Grundstücks in der Saratoga Avenue konkret. Der neue Bischof W. P. Whelan konnte daraufhin 1958 den Grundstein für die neue Kirche legen. Die heutige Christkönigskathedrale wurde vom Architekten Brian Gregory aus Belfast in Nordirland entworfen. Es handelt sich um einen modernen Bau aus Stein und Glas. Durch die Buntglasfassaden an der Nord- und Südseite wird die Kathedrale mit Licht geflutet. 

Johannesburg ist erst seit 2007 Erzbistum und damit Metropolitansitz. Es hatte zuvor eine bewegte Gründungsgeschichte. Im Jahr 1886 errichtete Papst Leo XIII. die Apostolische Präfektur Transvaal. Pius X. erhob diese 1904 zum Apostolischen Vikariat Transvaal, welches von Pius XII. im Jahr 1948 zum Apostolischen Vikariat Johannesburg umfirmiert wurde. Das Bistum Johannesburg wurde am 11. Januar 1951 durch Papst Pius XII. gegründet. Es war dem Erzbistum Pretoria als Suffraganbistum zugeordnet. Der Papst hatte in dem Jahr die gesamte Hierarchie der Kirche in Südafrika neu geordnet und zahlreiche Bistümer errichtet. Ungefähr sieben Prozent der Einwohner in Südafrika sind katholisch. Damit lebt die Kirche in dem einstigen Burenstaat in der Diaspora und ist von der Struktur her aus einer Missionskirche hervorgegangen. Bis heute entfalten die südafrikanischen Bistümer eine große Dynamik. Der erste Bischof von Johannesburg war der Oblatenmissionar William Patrick Whelan, der 1950 als Apostolischer Vikar nach Johannesburg kam und 1954 Erzbischof von Bloemfontein wurde.

Jubiläum im September 2025 

Der Apostolische Nuntius für das südliche Afrika, neben Südafrika gehören dazu auch Botswana und Eswatini sowie Lesotho und Namibia, Erzbischof Henryk Mieczysław Jagodziński feierte in Vertretung von Papst Leo XIV. die Heilige Messe zum Jubiläum der Kathedrale. Zugleich wurde bei dieser Feier auch an den Besuch von Papst Johannes Paul II. in Johannesburg. Der Erzbischof lobte die Christkönigskathedrale für ihre 65-jährige Geschichte, die eine große Verbundenheit zwischen Tradition und Moderne zeige. In seiner Predigt sagte in Polen geborene Kirchendiplomat, das Jubiläum sei eine Gelegenheit, dankbar auf die Vergangenheit der Kathedrale als Ort des Gebets zurückzublicken. „Wir bewundern“, so Jagodziński wörtlich, „wie wunderbar sie Tradition und Moderne vereint: Stein, Glas, Holz und Licht – alles vereint in einem Lobgesang auf Gott. Doch wichtiger als die Architektur: Seit 65 Jahren lebt dieser Ort vom Gebet seiner Menschen.“ Im Laufe der Jahre, fuhr er fort, sei die Kathedrale Zeuge der Feier von Sakramenten wie Taufen und Eheschließungen, des Tränenvergießens in Momenten des Verlusts und freudiger Lieder bei Festen gewesen. Hier hat die Kirche an der Seite der Menschen gestanden – in Zeiten des Leidens und in Zeiten des Triumphs, betonte der Nuntius. Ferner erinnerte er an das Heiligen Jahr 2025, in dem die Kirche neu lerne, Hoffnung zu bezeugen.

Der Erzbischof erinnerte ferner an den Besuch von Johannes Paul II., der im September 1995 stattfand und erinnerte an die Lehren von Johannes Paul II., der gezeigt habe, wie man der eigenen Identität, Kultur und Tradition treu bleiben und gleichzeitig sein Herz für andere Völker und Kulturen öffnen kann. Mit Bezug auf die südafrikanische Geschichte erinnerte der Nuntius an die Macht der Vergebung und Versöhnung, die Johannes Paul II. gelebt hat, als er seinem Attentäter im Gefängnis verzieh. Ferner wurde bei der Feier des 30. Jahrestages des Schreibens „Ecclesia in Africa“ welches der Heilige Papst Johannes Paul II. über die Kirche in Afrika und ihre Evangelisierungsmission im Hinblick auf das Jahr 2000 verfasst hatte. Es war am 14. September 1995 in Yaoundé (Kamerun) verkündet worden. Dies war das erste Mal, dass ein wichtiges offizielles Dokument der katholischen Kirche außerhalb des Vatikans und Roms unterzeichnet und offiziell herausgegeben wurde.

Am Ende der Feier vertraute Erzbischof Jagodziński die Kathedrale dem Schutz Unserer Lieben Frau, der Königin von Afrika, an und überreichte Nuntius dem Erzbischof von Johannesburg, Stephan Kardinal Brislin, Reliquien des heiligen Papstes Johannes Paul II. Zum Abschluss der Feier wurde eine Gedenktafel eingeweiht, mit der die Christkönigskathedrale, die auch der Unbefleckten Empfängnis Unserer Lieben Frau geweiht ist, nicht nur als architektonischer und kultureller Schatz gewürdigt wird, sondern auch als ein lebendiges Zeichen des Glaubens und der Widerstandsfähigkeit der Menschen in Johannesburg Anerkennung gezollt wird. Diese Kirche, so betont es die Tafel, ist mehr als ein Denkmal, es ist nach wie vor ein Zeugnis der Hoffnung, der Einheit und des Friedens welches eine Inspiration für vergangene, gegenwärtige und zukünftige Generationen war, ist und sein soll. 

Text: Peter Winnemöller
Foto: Wikimedia/ Bobbyshabangu /CC-BY-SA-4.0



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