News Bild „Der Erhalt dieser Kirche ist Zeichen der Versöhnung, des Friedens und des Brückenschlags“ – 25. Heimattreffen in Altzedlisch mit Bischof Rudolf Voderholzer

„Der Erhalt dieser Kirche ist Zeichen der Versöhnung, des Friedens und des Brückenschlags“ – 25. Heimattreffen in Altzedlisch mit Bischof Rudolf Voderholzer

Home / News

Das Treffen der aus Altzedlisch/Staré Sedliště stammenden Heimatvertriebenen ist auch knapp 70 Jahre nach der Vertreibung noch immer sehr gut besucht. Heuer gab es am ersten Samstag des Juli ganz besondere Gründe zur Teilnahme: Zum einen war es der 25. Heimatgottesdienst im dortigen Gotteshaus. Zum anderen feierte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, selbst sudetendeutscher Herkunft, gemeinsam mit weiteren Priestern den Jubiläumsgottesdienst.

 

In seiner Begrüßung wies der Ortspfarrer Václav Vojtíšek darauf hin, dass an jedem ersten Sonntag im Monat die Heilige Messe für die Landsleute und Wohltäter der Kirche gelesen wird. An die Patrone der Kirche, die Heiligen Ulrich (Gedenktag 4. Juli) und Prokop, erinnerte in seiner Begrüßung Bischof Voderholzer, aber auch an Kladrau, den nicht weit entfernten Heimatort seiner Mutter, von dem es eine Wallfahrt nach Haid bei Tachau gegeben hat. „Es ist mir eine Freude, dieses Stück meiner alten Heimat kennenlernen zu dürfen“, drückte er seine Gefühle aus.

 

Die Bürgermeisterin von Altzedlisch, Jitka Valíčková, hatte gute Nachrichten, denn es läuft ein nächster Abschnitt bei den Renovierungsarbeiten der Friedhofsmauer an, der zum nächstjährigen Treffen fertig sein wird. Sieglinde Wolf, die Organisatorin des Treffens, freute sich über die große Zahl der Teilnehmer aus allen Generationen und besonders über den Hauptgast Bischof Voderholzer. Auch sie stellte eine Verbindung zwischen dem Kloster Kladrau und Altzedlisch her, denn aus dem Jahr 1155 stammt die erste Urkunde aus dem Kloster, in der die Wiesengründe von Alt- und Neusedlisch festgeschrieben sind.

 

In seiner Predigt erinnerte Bischof Voderholzer an den ersten hier gefeierten Gottesdienst fast noch zur Zeit der Wende am 1. September 1990 und an die Gründung des Vereins, der sich für die Erhaltung der Kirche einsetzt, im Jahr darauf. „25 Gottesdienste, das ist silbernes Jubiläum. Der Einladung bin ich sehr gerne gefolgt“, sagte der Bischof anlässlich des Jubiläums und dankte allen, die zum Erhalt der Kirche beitragen. Für dieses „Zeichen der Versöhnung, des Friedens und des Brückenschlags“ sprach der Oberhirte große Anerkennung aus, auch im Namen seines Pilsener Mitbruders im Bischofsamt, František Radkovský. Mit Freude blickte der Bischof auf den Katholikentag zurück, bei dem der Brückenschlag zwischen Bayern und Böhmen einen bedeutenden Schwerpunkt bildete – mit der deutsch-tschechischen Wallfahrt nach Neukirchen beim Heiligen Blut als Höhepunkt. „Der Glaube führt zusammen, hilft Brücken schlagen, Grenzen überwinden, Wunden heilen. Er gibt Perspektiven für ein Europa der Regionen, das auf einer christlichen Basis aufgebaut ist. Und der Glaube ist jung, gibt Kraft, trägt und prägt die Gesellschaft“, lautete die Bilanz des Bischofs zum Katholikentag.

 

Bischof Voderholzer kam auch auf seine sudetendeutschen Wurzeln zu sprechen. Er erinnerte an seinen Religionslehrer und geistliches Vorbild, den aus Waltsch stammenden Kapuzinerpater Victricius Berndt, und an seine eigene Großmutter, die bei der Vertreibung im Jahr 1946 auch ihre Erstkommunionurkunde, ein Gebetbuch und ein Kreuz mitnahm und so „den Glauben an die nächsten Generationen“ weitergegeben hat. Überhaupt würdigte der Bischof den Beitrag der Priester und Ordensleute sudetendeutscher Abstammung für die katholische Kirche in Bayern. Auf die nahe Zukunft bezogen ging der Oberhirte auf die Funktion Pilsens als Kulturhauptstadt Europas im kommenden Jahr ein und sicherte zu, dass sich auch das Bistum Regensburg hier einbringen wird. Und zu Pilsens Kultur zähle nicht nur das gute Bier, sondern auch die Kirche in der Stadtmitte. „Die Sorge und Pflege einer Kirche, ja deren Erhalt ist ein wahrer Dienst an der Kultur unseres Landes und unserer Heimat. Wichtiger sind aber die lebendigen Steine, die sich hier versammeln“, erklärte Bischof Voderholzer.