News Bild Der Apostel Thomas: Ein Patron für die Pflege der Sonntagskultur - Bischof Voderholzer zu Besuch in Schwandorf

Der Apostel Thomas: Ein Patron für die Pflege der Sonntagskultur - Bischof Voderholzer zu Besuch in Schwandorf

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Der Schutz des Sonntags und die Pflege einer entsprechenden Sonntagskultur ist ein wichtiges Anliegen von Diözesanbischof Rudolf Voderholzer. Und dieses betonte er besonders in seiner Predigt beim Festgottesdienst anlässlich seines Pastoralbesuches in der Pfarrei Herz Jesu in Schwandorf. Anhand des Evangeliums zum Weißen Sonntag über den „ungläubigen Thomas“ machte der Oberhirte auch deutlich, dass die Zusammenkunft im Gedenken an die Auferstehung Jesu Christi am ersten Tag der Woche bis in die Zeit der Apostel zurückreicht.

 

 

Christen sind nie auf verlorenem Posten

Aus dem Evangelium vom Weißen Sonntag – der auferstandene Jesus zeigt sich den in einem verschlossenen Raum versammelten Jüngern, wobei Thomas zunächst fehlt – nahm Bischof Rudolf vor allem den im Text des Evangelisten Johannes genannten Tag heraus: der erste Tag der Woche, also der Sonntag – auch in Abgrenzung zum jüdischen Sabbat (Samstag). Und auch die zweite Begegnung – nun mit Thomas – war am „ersten Tag der Woche“.

Daraus zog der Oberhirte einen eindeutigen Schluss: „Diese Bibelstelle ist eines der ganz frühen Zeugnisse, dass die Christen den Sonntag gefeiert haben, sich am Sonntag versammelt und Gemeinschaft gepflegt haben. Die Auferstehung muss eine gewaltige Sache gewesen sein, wenn der Brauch der Versammlung vom Samstag auf den Sonntag rückt. Es muss etwas Unglaubliches geschehen sein“, interpretierte der Bischof diesen Aspekt des Evangeliums. Und seit dieser Zeit würden sich, so Bischof Voderholzer weiter, die Christen am Sonntag versammeln, um von Jesus her ihr Leben zu gestalten.

Keine Ausweitung der verkaufsoffenen Sonntage

Die Thomas-Episode zeige zudem, dass ein Christ nie auf verlorenem Posten ist, wenn er glaubt und seinen Glauben in der Gemeinschaft lebt. „Am Sonntag in der gemeinsamen Eucharistiefeier erfahren wir das. Wer den Sonntagsgottesdienst für entbehrlich hält, dessen Glaube zerrinnt, der verspürt nicht mehr die Gegenwart Gottes, dessen Beziehung zu Jesus Christus zerbricht, sein Glaube entschwindet“, machte der Bischof deutlich. Er appellierte daher, den Besuch des Sonntagsgottesdienstes und damit die Gemeinschaft mit den Schwestern und Brüdern ernst zu nehmen und so gestärkt in die neue Woche zu gehen. „Der Apostel Thomas ist nicht nur der Patron der Zweifler und derer, die auch mal kritisch nachfragen. Er ist vor allem auch ein Patron der Sonntagskultur“, bekräftigte Bischof Rudolf. Daher bat er die Gottesdienstbesucher um eine gute Kultur am Sonntag, ja um die Heiligung und den Schutz des Sonntags. In diesem Kontext sprach er sich gegen eine Ausweitung der verkaufsoffenen Sonntage aus und dankte den Pfarrverbänden der KAB und des Frauenbundes für ihr Engagement in dieser Sache. Am Sonntag gehe es für Christen/Katholiken darum, Zeit für sich, für die Familie und für Gott zu haben.