Aussetzung des Allerheiligsten

Bischof Rudolf feiert Pontifikalamt für geistliche Berufe in der Schottenkirche

„Frauen tragen Kirche und Priestertum“


Regensburg, 5. Februar 2026

Das G.E.B.E.T. um geistliche Berufe wird von der Gebetsgemeinschaft für Berufe der Kirche stets am ersten Donnerstag des Monats begangen. „Vom Himmel unterstützt uns heute die heilige Agatha von Catania, eine Märtyrerin des 3. Jahrhunderts“, sagte Bischof Rudolf in der Schottenkirche St. Jakob zu den Gläubigen im Rahmen eines feierlichen Pontifikalamtes.

Eingeladen zu dieser Messfeier hatten die Diözesanstelle Berufungspastoral und das Priesterseminar St. Jakob. Mit Bischof Rudolf standen am Altar der Vorstand des Priesterseminars, Regens Dr. Daniel Stark, Subregens Christoph Leuchtner und Spiritual Matthias Effhauser sowie Direktor Franz Pfeffer und Diakon Johann Graf von der Diözesanstelle Berufungspastoral. Kirchenmusikalisch gestaltet wurde die heilige Messe mit anschließender Eucharistischer Anbetung durch Werke von Sergej Rachmaninov, Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Paul Hindemith. Ausgeführt wurden sie von Reingard Grünwald (Viola) und Benedikt Kotsch (Orgel und Kantorendienst). Im Anschluss traf man sich zu einem angeregten Gedankenaustausch im Kreuzgang des Priesterseminars.

„Eine herausragende Heiligengestalt“

So bezeichnete Bischof Rudolf in seiner Predigt die Tagesheilige, die Jungfrau und Märtyrerin Agatha von Catania. Im rund 1.500 Jahre alten römischen Hochgebet, dem mit der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils drei weitere Hochgebete zur Seite gestellt wurden – weshalb man vom Ersten Hochgebet spricht –, hat Agatha unter den insgesamt 40 genannten Heiligen (in schöner Symmetrie verteilt auf 2x 12 + 1 vor der Wandlung und 2 x 7 +1 nach der Wandlung) ihren festen Platz. Diese Namenslisten sind von einer besonderen Symbolik und Stellvertreterfunktion geprägt. Angeführt von der Gottesmutter Maria und seit Papst Johannes XXIII. auch vom heiligen Josef folgen elf Apostel und der heilige Paulus sowie zwölf weitere Heilige, die in Rom besonders verehrt wurden. Nach der Wandlung eröffnet Johannes der Täufer die Reihe von sieben männlichen und sieben weiblichen Glaubenszeugen, die ihr Leben für den Glauben hingegeben haben. Die Zahl sieben umfasst die irdische Vier und die göttliche Drei und steht damit stellvertretend für die göttliche Berufung und die menschliche Antwort darauf, erläuterte Bischof Rudolf.

 

Sieben heilige Frauen – Schutz und Wegweisung für die Priester

Im römischen Hochgebet gehören die hl. Agatha und sechs weitere Märtyrerinnen zum Gebet für die Priester. Papst Benedikt XVI. wies einmal darauf hin, dass diese sieben Frauen den Priestern nicht nur zur Seite gestellt seien, sondern um sie herum als Schutz und Wegweisung. Im Wissen darum, dass die Priester in ihrem Dienst, in der Sorge um die Menschen mit der ganzen Last ihrer Zeit, auch vielen Herausforderungen und Versuchungen ausgesetzt sind, heißt es da im Hochgebet: „Auch uns, Deinen sündigen Dienern, die auf deine reiche Barmherzigkeit hoffen…“ Bischof Rudolf bezeichnete dies als beeindruckend, dass im Gebet für die Priester sieben heilige Frauen angerufen werden. In diesen Frauen werde das ganze katholische Universum der damaligen Zeit dargestellt, sei es geografisch, durch die Herkunft der Heiligen, aus Afrika, Sizilien, Rom sowie den Donauländern und Byzanz, oder auch in den unterschiedlichen Berufungen der Frau: reife bzw. junge Mutter (Felicitas und Perpetua), die Braut (Cäcilia), die Jungfrau (Luzia, Agatha und Agnes), die Witwe (Anastasia) sowie das Kind (Agnes). Was will uns die Kirche damit sagen? „…, dass gerade die Priester dieses fraulichen Dienens, Schützens und Wegweisens bedürfen, dass sie alle, in je verschiedener Weise, Kirche tragen, das Priestersein tragen“ (nachzulesen in Joseph Ratzinger“ Gesammelte Schriften“, Band 14 „Predigten zum Kirchenjahr. Meditationen, Gebete, Betrachtungen“, Seite 1339 folgende).

Vom „Priesterhilfswerk“ zur „Gebetsgemeinschaft für Berufe der Kirche“

Der Gebetstag um geistliche Berufe wird stets am ersten Donnerstag des Monats begangen und ist im katholischen Volksmund als „Priesterdonnerstag“ bekannt. Heute ist er Teil der Gebetsinitiative der „Gebetsgemeinschaft für Berufe der Kirche“, deren Ursprünge auf das Jahr 1926 in Freiburg im Breisgau zurückgehen. Damals rief Prinzessin Marie Immaculata, Herzogin zu Sachsen, das „Frauenhilfswerk für Priesterberufe“ ins Leben, das 1936 im Bistum Regensburg vom damaligen Bischof Michael Buchberger als „Priesterhilfswerk“ eingeführt wurde. 1941 wurde es durch Beschluss von Papst Pius XII. zu einer weltweiten Gebetsgemeinschaft erhoben. Den „Weltgebetstag für geistliche Berufe“ führte Papst Paul VI. im Jahr 1964 ein. Aus dem „Päpstlichen Werk für geistliche Berufe“ (PWB) ging schließlich 2001 die heutige „Gebetsgemeinschaft für Berufe der Kirche“ hervor.

Text und Fotos: Carl B. Prämaßing
(jas und SG)



Nachrichten