Studenten aus den USA Grupppenfoto mit Bischof auf einer Treppe im Bischöflichen Ordinariat

Bischof Voderholzer empfängt Studenten des Thomas More College aus Merrimack, USA

„Thomas More ist ein Leuchtfeuer“


Regensburg, 28. Februar 2026

Elf Studenten des Thomas More College aus den USA besuchten am vergangenen Samstag Regensburg und begegneten Bischof Dr. Rudolf Voderholzer. Neben Stationen auf den Spuren von Joseph Kardinal Ratzinger/Papst Benedikt XVI. erhielten sie auch eine Führung durch die Krippensammlung des Bistums im Ordinariat. Es war ein Tag, der Bildung und Glauben miteinander verband.

„Thomas More ist ein Leuchtfeuer in der amerikanischen Bildungslandschaft.“ Mit diesen Worten beschrieb Mary Ann Glendon, ehemalige US-Botschafterin beim Heiligen Stuhl, das Thomas More College of Liberal Arts (TMC) in Merrimack im US-Bundesstaat New Hampshire. Eine Gruppe dieses Colleges war am vergangenen Samstag in Regensburg nicht nur auf den Spuren von Joseph Kardinal Ratzinger/Papst Benedikt XVI. unterwegs, sondern erhielt auch eine Führung durch die Krippensammlung der Diözese. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer führte die Studenten in die Welt der Weihnachtskrippen ein – auf Englisch: „nativity scene“ oder „Christmas crib“. Begleitet wurden sie von dem aus Hessen stammenden Dekan Dr. Denis Kitzinger und dem geschäftsführenden Vizepräsidenten Paul Jackson. Sebastian Graef, Leiter der Fachstelle Kirche in Gesellschaft, übernahm die Übersetzung.

Das Thomas More College of Liberal Arts ist ein privates katholisches College für Geisteswissenschaften, das 1978 gegründet wurde, aktuell 95 Studenten zählt und großen Wert auf klassische Bildung in der katholischen Geistesgeschichte legt. Namensgeber ist der englische Staatsmann und Humanist Sir Thomas More (1478–1535), der seine Treue zum katholischen Glauben unter König Heinrich VIII. mit dem Leben bezahlte.

Eine Reise in europäische Kirchen-, Kultur- und Kunstgeschichte

Im Rahmen des zweiten Studienjahres verbrachten die Studenten des TMC ein Semester im Zentrum des Katholizismus in Rom, das nicht nur akademischen Studien diente, sondern auch der Erkundung der europäischen Kulturlandschaft. Im Vorjahr, so berichtete Dr. Denis Kitzinger, hatte man den Passauer Bischof Dr. Stefan Oster SDB kennengelernt, der zu einer Reise nach Bayern eingeladen hatte. So wurden tags zuvor Altötting sowie der Geburtsort von Papst Benedikt XVI., das Städtchen Marktl am Inn, besucht. Nach dem Aufenthalt in Regensburg stand noch die bayerische Landeshauptstadt auf dem Programm, wo Joseph Kardinal Ratzinger als Erzbischof von München-Freising gewirkt hatte.

Von der orientalischen Bischofs-Krippe, in der sich auch Figuren von Papst Benedikt XVI. und Papst Franziskus befanden, über eine polnische Weihnachtskrippe (Szopka) bis hin zu venezianischen Krippen und der Darstellung der Heiligen Nacht in Greccio im Jahr 1223 erlebten die sechs Studentinnen und fünf Studenten mit ihrer Begleitung eine Reise durch die europäische Kirchen- und Kunstgeschichte. Zugleich gewannen sie kulturelle Einblicke in die Herkunftsländer ihrer Vorfahren. Einige hatten deutsche, andere italienische oder polnische Wurzeln.

Weltkirche zum Klingen gebracht

Den krönenden Abschluss des Vormittags im Ordinariat bildete ein Gebet in der Bischöflichen Hauskapelle. Mit dem Lied „Laudate omnes gentes“ und dem „Ehre sei dem Vater“ wurde in lateinischer Sprache die weltumspannende Verbundenheit der katholischen Kirche erfahrbar. Der Chor des TMC hatte darüber hinaus zwei musikalische Geschenke für Bischof Rudolf vorbereitet: „O Jesu mi dulcissime“ von Giovanni Pierluigi da Palestrina (1525-1594) sowie das Erzengel-Michael-Gebet, eine eigene Komposition für das TMC in ostkirchlicher Gesangstradition.

Im Anschluss führte Bischof Rudolf die Gruppe in den Regensburger Dom. Bei dieser kurzen Domführung galt besondere Aufmerksamkeit der Erinnerungsikone zum Jubiläum „1700 Jahre Konzil von Nicäa“. „Oh my God, wonderful!“ rief ein Student beim Betreten des Domes. Die Schönheit der Gotik beeindruckte die Gruppe sichtbar.

Nach dem Mittagessen im Restaurant Bischofshof standen zwei weitere Stationen auf dem Programm, die in besonderer Weise mit Papst Benedikt XVI. verbunden waren: sein ehemaliges Wohnhaus in Pentling sowie das Institut am Bismarckplatz, das seinen Namen trägt und sich die Herausgabe seines gesamten theologischen Werkes zur Aufgabe gemacht hat.

„Cooperatores Veritatis“ – „Mitarbeiter der Wahrheit“ lautete der Wahlspruch von Erzbischof Joseph Ratzinger, später Papst Benedikt XVI. Dieses Verständnis von Wahrheit findet sich auch im Leitmotiv des Thomas More College of Liberal Arts wieder, das seit 2007 unter seinem Wappen das Motto „Caritas congaudet veritati“ – „Die Liebe freut sich über die Wahrheit“ – führt. Zwei Jahre nach Einführung dieses Mottos zeigte sich, dass Papst Benedikt XVI. zentrale Passagen und Themen seiner Enzyklika „Caritas in Veritate“ um eben diese Aussage herum entfaltet hatte – eine theologische Akzentuierung, die das College bis heute als Ausdruck seiner Mission und seines Geistes versteht. Der Besuch stand damit im Zeichen einer gemeinsamen Ausrichtung auf Bildung und Wahrheit.

Text und Fotos: Carl B. Prämaßing

(SG)



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