News Bild „Das Geheimnis der Dreifaltigkeit durch Stillwerden und Schweigen erfassen“ - Emeritierter Erzbischof Francis Kallarackal auf dem Eichlberg

„Das Geheimnis der Dreifaltigkeit durch Stillwerden und Schweigen erfassen“ - Emeritierter Erzbischof Francis Kallarackal auf dem Eichlberg

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Das Hochfest der Dreifaltigkeit fasse Weihnachten (Gott Vater sendet seinen Sohn), Ostern (Gott Sohn besiegt den Tod) und Pfingsten (Sendung des Heiligen Geistes) zusammen. Diese Botschaft überbrachte am Dreifaltigkeitssonntag beim Festgottesdienst anlässlich des Hochfestes zum Hauptfest der Bruderschaft „Zur Heiligsten Dreifaltigkeit“ auf dem Eichlberg (bei Hemau) der emeritierte Erzbischof von Verapoly (Bundesstaat Kerala), Dr. Francis Kallarackal. Er nutzte einen Besuch in den Ordensniederlassungen der Unbeschuhten Karmeliten im deutschsprachigen Raum auch zur Visite auf dem Eichlberg. Hier ist seit einigen Jahren mit Pater Jose Peter ein Pater dieses Ordens tätig.

 

Schon viele hochrangige Geistliche seien Hauptzelebranten beim Festgottesdienst auf dem Eichlberg gewesen, blickte Pater Jose auf die lange Geschichte der Eichlberg-Wallfahrt zurück. Aber ein Erzbischof – zumal aus dem fernen Indien – war noch nicht bei der größten Wallfahrt im westlichen Landkreis Regensburg. In gutem Deutsch, das er beim Studium in Rom schon vor längerer Zeit gelernt hatte, begrüßte Erzbischof Kallarackal die Gottesdienstbesucher. „Es ist mir eine große Ehre und Freude, bei Ihnen sein zu dürfen und gemeinsam mit Ihnen die Heilige Messe am Fest der Heiligsten Dreifaltigkeit zu feiern.“ Sein Dank galt Pater Jose für die Einladung, Wie sein eigenes indisches Bundesland sei diese Region ein „glückliches Land“.

Die Predigt überließ der Erzbischof dem Prior der Unbeschuhten Karmeliten auf dem Kreuzberg in Schwandorf Pater Francis Lawrance OCD. Dieser Niederlassung gehört auch Pater Jose an. Pater Francis machte deutlich, dass es selbst oft für Prediger und Theologen schwer sei, das Geheimnis des dreifaltigen Gottes bzw. Gott selbst mit Worten zu erklären. Es herrsche diesbezüglich sozusagen eine „Sprachnot“. Auch wies er in eben diesem Kontext darauf hin, dass es uns Christen ebenso schwer fällt, etwa am Arbeitsplatz oder im Wirtshaus Gott und die Religion zu verteidigen, wenn sie von anderen Mitmenschen ins Lächerliche gezogen werden. „Beim Reden über Gott kommen wir an unsere Grenzen. Und selbst wenn wir etwas gesagt haben, ist das Wichtigste noch nicht gesagt“, stellte der Prior fest.

Das sei aber kein Zeichen fehlenden Glaubens, sondern es gebe vielmehr „Bereiche, wo Ehrfurcht, Schweigen, Stille, ja Verweilen angemessener ist. Das ist dort, wo das Geheimnis Gottes und auch des Menschen in die Nähe kommt“, so der Karmeliten-Pater. Er konkretisierte dies an Taten aufopfernder Liebe, am Sterben bzw. am Leid und Tränen von Menschen. „Hier gehören keine Worte hin, Worte würden nur im Oberflächlichen bleiben. So ist es auch beim Geheimnis Gottes: dem Geheimnis Gottes kann ich mich nur ahnend, verweilend, betens, anbetend nähern“, empfahl der Geistliche. Und eine solche Glaubenshaltung sei auch die beste Art, dem Fest und dem Geheimnis des dreifaltigen Gottes zu begegnen: still werden und schweigen, fasste Pater Francis zusammen.

Am Schluss des Festgottesdienstes wandte sich Erzbischof  Kallarackal nochmals an die zahlreichen Wallfahrer und Gottesdienstbesucher. Er sei glücklich, „so viele Leute zu sehen, die den Berg erklommen haben und eine Stunde mit Gebet verbrachten“. Mit Pater Jose zeichnete er langjährige Pilger aus: Annemarie Dietrich (Duggendorf), Maria Schießl und Franz Wendl (beide Neuhof) für jeweils 15 Wallfahrten und Albert Eichenseher aus Maierhofen für 20-malige Pilgerführerschaft.

Strahlender Sonnenschein sorgte dafür, dass sich – inklusive der Marienfeier am Vorabend – Wallfahrer aus 20 Orten zu Fuß aufmachten und auf den Eichlberg pilgerten: nicht nur aus den direkten Nachbarorten, sondern auch aus weiter entfernten Ortschaften wie Beilngries, Velburg oder Duggendorf. Die Teilnehmer brechen mitten in der Nacht auf und nehmen einen kurzen Schlaf sowie Strapazen auf sich. Weit über 1500 Pilger kamen in den 20 Wallfahrergruppen, ein Vielfaches dazu per Fahrrad und Auto zum liturgischen Angebot oder auch (nur), um Bekannte zu treffen und gemütlich einzukehren.