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„Das Charisma wecken“

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(pdr) In der vergangenen Woche fand auf Initiative des Referats Orden und Geistliche Gemeinschaften des Bischöflichen Ordinariats Regensburg erstmals ein Kurs zum Thema "Charisma" statt, der sich an Ordensfrauen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum richtete. Er stand unter dem Leitwort „Das Charisma neu entfachen“. 35 Schwestern aus 12 verschiedenen Gemeinschaften in 13 deutschen Diözesen von Osnabrück bis Augsburg, von Trier bis Eichstätt waren nach Mallersdorf gekommen. Ordinariatsrätin María Luisa Öfele, Leiterin des Referats, sprach im Interview über den besonderen Kurs.

Welches Ziel verfolgte der Kurs?



Das erste Ziel des Kurses war es, die Ordensfrauen zu unterstützen, das Charisma wiederzuentdecken, das jeder ihrer Gemeinschaften geschenkt wurde.

Wie kann man das Charisma wiederentdecken?



Das Charisma muss stets der Aktualität ausgesetzt werden, auch wenn die Orden eine lange Tradition haben. Nur so kann das Charisma vertieft werden. Dabei geht es nicht um die Wiederentdeckung an sich, sondern das Charisma muss im Sinne der Neuevangelisierung weitergegeben werden. Denn es ist ja ein Geschenk des Heiligen Geistes an die Kirche vor allem zur Weitergabe. Und damit ist gleich das zweite wichtige Ziel angesprochen: Es gibt zwar verschiedene Gemeinschaften und ihre Charismen. Aber es geht bei alledem immer um den Dienst aller in und an der Kirche. Außerdem haben wir ausführlich über unsere konkreten Möglichkeiten gesprochen, das Charisma weiterzugeben. Das betrifft vor allem die Berufungspastoral. Besonders schön ist es natürlich, in der heutigen Zeit über die Grenzen der Ordensgemeinschaften hinweg diese Fragen, die in Verbindung mit dem Charisma stehen, hervorzuheben.

Was ist das Gemeinsame des Dienstes der Ordensleute an der Kirche?



Alle Ordensleute leben die besondere Form der Nachfolge Jesu Christi gemäß den Evangelischen Räten der Armut, der Ehelosigkeit und des Gehorsams. Es ist dies die Christusnachfolge auf den Spuren des Gründers der jeweiligen Gemeinschaft. Dafür gilt es, das Charisma zu kennen, es anzunehmen; aber nicht nur anzunehmen, sondern es zu lieben und ins Leben umzusetzen.

Wie ist der Kurs im einzelnen abgelaufen?



Täglich wurden mehrere Vorträge zu dem genannten Themenkreis gehalten. Die Hauptvorträge hielt Dr. Germán Sánchez Griese, Leiter des Instituts für weibliches Ordensleben am Päpstlichen Athenäum Regina Apostolorum in Rom. Dem folgte dann jeweils ein gemeinsamer Austausch. Auch gab es Zeiten der Vertiefung des Gehörten. Außerdem wurde natürlich stets die Liturgie der Kirche gefeiert. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass der Kurs Ordensfrauen in verschiedensten Ämtern und Bereichen zusammengebracht hat. So traf sich die Provinzoberin mit der Novizin, ja die Generaloberin mit der Postulantin.

Inwiefern ist der Kurs einmalig?



Zum ersten Mal wurde ein solcher überdiözesaner Kurs für Ordensfrauen angeboten. Die Resonanz war in der Tat ermutigend: Wir haben viele positive Rückmeldungen erhalten. Außerdem wurde spontan der Wunsch geäußert, dass das Bistum diesen Kurs weiterführt bzw. noch weitere Kurse veranstaltet. Ordensfrauen dankten von sich aus Bischof Gerhard Ludwig dafür, dass er das wichtige Anliegen, das hier zum Ausdruck kommt, unterstützt. Übrigens drückte Bischof Gerhard Ludwig eigens in einem Brief an die Ordensfrauen seine Hoffnung aus, dass die Tage in Mallersdorf ihre Berufung bestärkt und neue Wege für die Zukunft der Ordensgemeinschaften eröffnet haben. Besonders gefreut haben wir uns auch, dass Weihbischof Reinhard Pappenberger zu uns gekommen ist, um mit uns den Abschlussgottesdienst zu feiern. Das war ein sehr schönes Zeichen. (ven)