News Bild Das Bistum Regensburg hat eine neue Heilige: Anna Schäffer- 80.000 Gläubige feiern Heiligsprechung von sieben Seligen

Das Bistum Regensburg hat eine neue Heilige: Anna Schäffer- 80.000 Gläubige feiern Heiligsprechung von sieben Seligen

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80.000 Gläubige sind am heutigen Sonntag auf den Petersplatz in Rom gekommen, um die Heiligsprechung von sieben Seligen durch Papst Benedikt XVI. zu feiern. Aus der Diözese Regensburg waren rund 2.000 Pilger angereist, um die Erhebung zur Ehre der Altäre von Anna Schäffer aus Mindelstetten live mitzuerleben. Aus der bayerischen Diözese konzelebrierten der ehemalige Oberhirte des Bistums, Erzbischof Dr. Gerhard Ludwig Müller, Diözesanadministrator Prälat Dr. Wilhelm Gegenfurtner, Domkapitular Peter Hubbauer, Domvikar Dr. Josef Ammer, Domvikar Georg Schwager und Pfarrer Johann Bauer aus dem Heimatort der neuen Heiligen.

„Der Menschensohn ist gekommen, um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele“, so zitierte Papst Benedikt XVI. aus dem Markusevangelium. Diese Worte, so der Heilige Vater, seien das Lebensprogramm der sieben Seligen gewesen, die die Kirche heute feierlich in die glorreiche Schar der Heiligen einreihe. Mit heroischem Mut hätten sie ein Leben geführt, das ganz Gott geweiht und dem großherzigen Dienst an den Mitmenschen gewidmet sei. Sie sind Söhne und Töchter der Kirche, die in der Nachfolge des Herrn den Weg des Dienens gewählt haben. Die Quelle der Heiligkeit in der Kirche läge immer im Geheimnis der Erlösung, auf das der Prophet Jesaja in der ersten Lesung vorausweise: „Der Gottesknecht ist der Gerechte, der die vielen gerecht macht; der ihre Schuld auf sich lädt“. Es sei der gekreuzigte, auferstandene und in der Herrlichkeit lebende Christus. Die heutige Heiligsprechung, betonte Papst Benedikt XVI., sei eine beredte Bestätigung dieser geheimnisvollen Heilswirklichkeit. Das beharrliche Bekenntnis des Glaubens dieser sieben großherzigen Jünger Christi, ihre Gleichgestaltung mit dem Menschensohn leuchte heute in der ganzen Kirche.

In Bezug auf Anna Schäffer erklärte der Heilige Vater, das ihr das Krankenlager zur Klosterzelle, das Leiden zum Missionsdienst geworden wäre: „Sie haderte zunächst mit ihrem Schicksal, verstand ihre Situation dann aber als einen liebevollen Ruf des Gekreuzigten in seine Nachfolge. Gestärkt durch die tägliche Kommunion wurde sie zu einer unermüdlichen Fürsprecherin im Gebet und zu einem Spiegel der Liebe Gottes für viele Ratsuchende. Ihr Apostolat des Betens und des Leidens, des Opferns und des Sühnens sei den Gläubigen in ihrer Heimat ein leuchtendes Vorbild, ihre Fürbitte stärke die christliche Hospizbewegung in ihrem segensreichen Wirken.“ Diese neuen Heiligen unterschiedlichster Nationen, hob Papst Benedikt XVI. hervor, seien mit dem ganzen Volk Gottes im Heilsgeheimnis Christi des Erlösers, vereint: „Möge das Zeugnis der neuen Heiligen, das Zeugnis ihres aus Liebe zu Christus großherzig hingegebenen Lebens heute zur ganzen Kirche sprechen, und möge ihre Fürbitte die Kirche stärken und unterstützen in ihrer Sendung, der ganzen Welt das Evangelium zu verkünden, so der Heilige Vater abschließend.

Josef H. ist mit seiner Familie aus dem Altmühltal nach Rom angereist, um dieses Jahrtausenderlebnis mitzufeiern. Noch immer strahlen seine Augen als er im Zug der 80.000 Gläubigen den Petersplatz verlässt. Ein schwerer Schicksalsschlag, über den er auch heute noch nicht gerne sprechen möchte, hat ihm Anna Schäffer nähergebracht. Kraft schöpft er aus ihrem Vorbild, wenn er zu ihr betet, so erzählt er, fühle er sich jedes Mal danach gestärkt. Alles fällt ihm dann leichter. Als Freunde und Verwandte hörten, dass er zur Heiligsprechung nach Rom pilgert, gaben Sie ihm sofort eine Bitte mit auf den Weg: „Nimm unsere Anliegen mit nach Rom und bete für uns!“

Helena, Lisa und Johanna sind alle drei 14 Jahre alt und kommen aus Straubing. Für die drei Schülerinnen war die Heiligsprechung eine besonderes Erlebnis: „Ein bisserl voll war´s ja schon aber so ein Ereignis vergisst man sicher nicht mehr in seinem ganzen Leben!“. Über Anna Schäffer haben sie im Religionsunterricht gesprochen. Für andere Menschen war sie da, hat auf sie geschaut, sich um sie gekümmert und gebetet, obwohl sie selber schwer krank war. Diese Frau, da sind sich alle drei einig, ist auf jeden Fall ein großes Vorbild, an dem sich jeder Mensch orientieren sollte.