Landkarte Venezuela, Ruinen

Caritas Venezuela hilft nach schwerem Erdbeben

14.700 Tonnen Hilfsgüter


Caracas / Regensburg, 16. Juli 2026

Die Caritas in Venezuela hat mehr als 14.700 Tonnen humanitäre Hilfsgüter für die Opfer der Erdbeben vom 24. Juni erhalten. Nach eigenen Angaben hat die kirchliche Organisation bereits 61 Prozent der Hilfsgüter verteilt, den Rest lagert sie noch ein.

„Wir sind keine Institution leerer Worte, sondern eine Mutter, die mit ihren Kindern leidet. In diesem kritischen Moment sind unsere Pfarreien, unsere Caritas-Organisationen und unsere Institution zu Zentren der Tätigkeit und zum Herzen der Kirche geworden“, sagte Erzbischof José Luis Azuaje von Maracaibo, der Vizepräsident der Bischofskonferenz und Präsident von Caritas Venezuela, laut The Pillar.

Am 24. Juni erschütterten zwei Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 auf der Richterskala den Norden Venezuelas – im Abstand von nur 39 Sekunden. Am stärksten betroffen waren die Hauptstadt Caracas und die nahegelegene Hafenstadt La Guaira. Laut offiziellen Angaben starben mehr als 4.000 Menschen, Zehntausende werden weiterhin vermisst. Mehr als 17.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren, knapp 1.000 Gebäude wurden ganz oder teilweise zerstört.

Beim Verteilen der Hilfsgüter machte Wasser mit 4.031 Tonnen den größten Anteil aus, dicht gefolgt von 3.247 Tonnen Lebensmitteln. Darüber hinaus lieferte Caritas Venezuela 73.356 Sets mit medizinischem Bedarf und Medikamenten. Für den Einsatz mobilisierte die Organisation 3.360 Freiwillige, die durch Helfer von Caritas Spanien, Caritas Deutschland und Caritas Puerto Rico unterstützt wurden.

Seit 2003 ist Venezuela durch staatliche Kontrollen der Währungsströme weitgehend vom internationalen Bankensystem abgeschnitten, was die Annahme von Spenden aus dem Ausland erschwert. Staatliche Institutionen genießen unterdessen kaum Vertrauen, da selbst das venezolanische Rote Kreuz vom Regime unterwandert wurde und in Korruptionsskandale verwickelt war. Die Caritas verfügt hingegen über eigene internationale Bankkonten und gilt als vertrauenswürdige sowie transparente Organisation. Das macht sie zu einem der wichtigsten Kanäle für internationale Hilfe.

Erzbischof Víctor Hugo Basabe von Coro, einer der schärfsten Kritiker des Regimes innerhalb der Kirche, machte die Behörden für die mangelnde Vorbereitung auf das Erdbeben verantwortlich. Nachdem die ersten Rettungsmaßnahmen größtenteils von Privatpersonen übernommen werden mussten, da die staatlichen Notdienste rasch überfordert waren, wurde die schlechte Vorbereitung der Behörden deutlich. „Sie haben 28 Jahre lang alle Rettungsdienste misshandelt, auf Hungerlöhnen gehalten und ohne Ausrüstung gelassen, sodass diese fast nur mit ihren eigenen Händen und ihrem guten Willen arbeiten mussten“, schrieb Basabe in den sozialen Medien.

„Wir brauchen dringend die Hilfe der Welt. Die Jahre der Zerstörung, die wir Venezolaner in den vergangenen 25 Jahren erlitten haben, machen es uns unmöglich, die Tragödie, die heute vor uns liegt, allein mit dem Wenigen zu bewältigen, das uns geblieben ist. Internationale Solidarität ist dringend notwendig, um Leben zu retten“, fügte er hinzu. Papst Leo XIV. hatte bereits Stunden nach den Erdbeben über sein Almosenamt eine Soforthilfe von 100.000 Euro an die venezolanischen Bischöfe gespendet. Erzbischof Luis Marín de San Martín OSA, der päpstliche Almosenier, bezeichnete die Spende gegenüber The Pillar als „eine erste dringende Hilfsmaßnahme“.

Text: CNA Deutsch

(sig)



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