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Zur Neuigkeit
Bischof Dr. Rudolf Voderholzer feiert mit der Pfarrgemeinde Kareth doppeltes Jubiläum
„Die Kirche ist das Ackerfeld Christi“
Kareth, 12. Juli 2026
Mit einem feierlichen Pontifikalamt hat Bischof Dr. Rudolf Voderholzer gemeinsam mit den Gläubigen in Kareth das 125-jährige Weihejubiläum der Kirche St. Elisabeth und das 60-jährige Bestehen der Pfarrei gefeiert. In seiner Predigt deutete er die Kirche als Ackerfeld Gottes, auf dem das Wort Gottes ausgesät werde und in den Herzen der Menschen Frucht bringen solle. Zugleich dankte er allen, die den Glauben in der Pfarrei weitergeben und das kirchliche Leben mittragen.
Anlässlich des Doppeljubiläums – des 125-jährigen Weihejubiläums der Kirche St. Elisabeth und des 60-jährigen Bestehens der Pfarrei – hat Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am Sonntag mit den Gläubigen ein feierliches Pontifikalamt gefeiert. Pfarrvikar Simon Mbeera sprach in seiner Begrüßung von einem besonderen Tag des Glaubens und der Freude über den ersten Besuch des Bischofs in Kareth. Am Altar stand auch der ehemalige Ortsgeistliche BGR Josef Beer, der von 1980 bis 2013 als Seelsorger in St. Elisabeth gewirkt hatte.
Zwei Jubiläen geben Anlass zur Dankbarkeit
Der Regensburger Oberhirte erinnerte an die beiden Eckdaten, derer man an diesem Tag mit Dankbarkeit gedenke: Am 29. Juli 1901 wurde das Gotteshaus geweiht, das einen älteren Vorgängerbau ersetzt hatte. Am 10. April 1966 erhob Bischof Dr. Rudolf Graber die damalige Expositur Kareth zur selbstständigen Pfarrei. In einer geweihten Kirche, so Bischof Rudolf, erinnerten die Apostelleuchter daran, dass die Kirche auf dem Fundament der Apostel aufgebaut sei. Die versammelte Gemeinde sowie die Vereine mit ihren Fahnen und Bannern gäben ein sichtbares Zeichen ihres Glaubens und ihrer Verbundenheit mit der Kirche.
Das Wort Gottes fällt wie ein Samenkorn auf die Erde
In seiner Predigt bezog sich Bischof Dr. Rudolf Voderholzer auf das Gleichnis vom Sämann aus dem Matthäusevangelium (Mt 13,1–23), das am 15. Sonntag im Jahreskreis verkündet wurde. Zu Beginn stellte er die programmatische Frage: „Wo sind wir hier?“ Vordergründig lasse sich diese Frage leicht beantworten. Im Licht des Evangeliums liege die Antwort jedoch tiefer: Die Kirche könne als Ackerfeld Gottes verstanden werden. Dort werde das Wort Gottes wie ein Samenkorn ausgesät, damit es in den Herzen der Menschen aufgehe und Frucht bringe.
Aus diesem Grund gebe es in vielen Kirchen an Ambonen und früher auch an Kanzeln Darstellungen von Christus als Sämann. Sie führten den Gläubigen das gerade gehörte Evangelium noch einmal bildhaft vor Augen. Die Gläubigen kämen in diesem Gleichnis in zweifacher Weise vor. Zunächst seien sie selbst Empfänger des Wortes Gottes. Zugleich hätten sie den Auftrag, dieses Wort weiterzutragen. Dies gelte in besonderer Weise für Priester und alle, die in der Pastoral tätig seien, ebenso aber für Eltern, Großeltern und alle Christen an ihrem jeweiligen Platz in der Welt. Wer das Wort Gottes weitergeben wolle, müsse es zunächst selbst hören, verinnerlichen und im eigenen Leben wirken lassen.

Nicht jedes Wort fällt sofort auf fruchtbaren Boden
Der Diözesanbischof erinnerte daran, dass selbst Jesus Christus erlebt habe, dass seine Botschaft nicht von allen Menschen angenommen worden sei. Einer anfänglichen Begeisterung sei bei vielen später Ablehnung gefolgt. Menschen hätten sich von ihm abgewandt, und er sei auf Widerstand gestoßen. Vor diesem Hintergrund habe Jesus das Gleichnis von der Saat erzählt, die auf unterschiedlich beschaffenen Boden falle. Dabei sei auch zu berücksichtigen, dass unter den damaligen landwirtschaftlichen Bedingungen zunächst gesät und anschließend gepflügt worden sei. Das Saatgut habe deshalb auf ganz unterschiedliche Stellen fallen können.
Mancher Glaube beginne mit großer Begeisterung, bilde jedoch keine tiefen Wurzeln und halte dem ersten Gegenwind nicht stand. Alltagssorgen, die öffentliche Meinung oder ein verhärtetes Herz könnten verhindern, dass das Wort Gottes den Menschen erreiche und in sein Inneres vordringe, so Bischof Rudolf. Manches Samenkorn benötige jedoch Zeit. Lebenserfahrungen, Schicksalsschläge und auch Tränen könnten einen verhärteten Boden wieder aufbrechen. So könne ein lange verborgen gebliebenes Wort Gottes nach Jahren zu keimen beginnen und die Beziehung zu Jesus Christus erneuern. Jeder müsse sich deshalb fragen, was er selbst dazu beitrage, sein Herz für Gottes Wort zu öffnen und zu einem fruchtbaren Boden werden zu lassen. Das Gleichnis sei eine Einladung an alle, das eigene Herz immer wieder aufzupflügen und für das Wort Gottes empfänglich zu machen.
Maria als Vorbild des hörenden Menschen
Als Vorbild nannte Bischof Rudolf Maria. Sie sei in besonderer Weise bereit gewesen, Gottes Wort aufzunehmen, und habe Jesus Christus in der Kraft des Heiligen Geistes empfangen und zur Welt gebracht. In diesem Zusammenhang verwies er auf das lateinische Wort „Humilitas“, das Demut bedeute. Es hänge mit „humus“, dem Erdboden, zusammen. Demut bedeute dabei nicht, sich selbst kleinzumachen, sondern wie guter Humus ein fruchtbarer Boden für Gottes Wort zu sein. Humus im besten Sinne des Wortes zu sein, bedeute, sich für Gottes Wort zu öffnen und es im eigenen Leben Frucht bringen zu lassen. Es habe seinen Sinn, dass dem Menschen ein Mund, aber zwei Ohren geschenkt worden seien. Der Mensch müsse zunächst aufmerksam hören, bevor er selbst spreche und das Empfangene weitergebe. Dem Hören und Verinnerlichen folge das Weitersagen.
Dank an alle, die den Glauben weitergeben
Bischof Dr. Voderholzer dankte allen, die in der Pfarreiengemeinschaft Lappersdorf-Kareth an der Weitergabe des Glaubens mitwirkten. Sein Dank galt den Seelsorgern, den pastoralen Mitarbeitern, den Kirchenmusikern, den Ministrantinnen und Ministranten sowie den Verantwortlichen in Pfarrgemeinderäten, Kirchenverwaltungen, Vereinen, Verbänden, Pfarrbüros und Kindergärten. Auch die Karether Jahreskrippe sei ein wichtiges Mittel der Glaubensverkündigung, da sie das Evangelium anschaulich und verständlich vermittle.
Besonders würdigte der Regensburger Oberhirte die älteren Ministrantinnen und Ministranten, die den Jüngeren ein Vorbild seien. Die Firmung dürfe nicht als Abschluss des kirchlichen Weges verstanden werden, sondern als Beginn einer neuen Verantwortung für den eigenen Glauben und für die Gemeinschaft der Kirche. Zugleich ermutigte er die beiden Pfarreien, bei aller Eigenständigkeit weiter zusammenzuwachsen und den Glauben gemeinsam zu feiern. Erwachsenenbildung, Glaubensgespräche und gelebte Gemeinschaft seien notwendig, um den Glauben zu vertiefen und weiterzugeben.
Als erste Glaubenszeugen bezeichnete Bischof Rudolf die Eltern und Großeltern. Wo zu Hause gebetet, über den Glauben gesprochen und der Sonntag bewusst gestaltet werde, lebe die Hauskirche. Auch wenn die Wirkung nicht sofort sichtbar sei, könne die ausgesäte Saat später aufgehen und Frucht bringen. Am Ende des vom Kirchenchor und einem Orchester gestalteten Gottesdienstes überreichten Pfarrgemeinderatssprecherin Nina Kurpas und Kirchenpfleger Dr. Markus Brunnbauer dem Bischof eine Krippe und einenFotoband über die Karether Jahreskrippe. Die Kinder des Kinder-Familien-Hauses St. Elisabeth begrüßten ihn anschließend mit zwei Liedern. Ein Stehempfang bot Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Zuvor hatte sich Bischof Voderholzer in das Goldene Buch der Gemeinde eingetragen.
Text und Fotos: Martin Jäger
(SG)








