OP mithilfe eines hochmodernen Roboters

Caritas-Krankenhaus St. Josef beteiligt sich an weltweiter Studie zu Blasenkrebs

Eine von zwei deutschen Kliniken


Regensburg, 11. August 2026

Neue Hoffnung für Patientinnen und Patienten mit aggressivem Blasenkrebs kommt auch aus Regensburg: Die Klinik für Urologie am Caritas-Krankenhaus St. Josef beteiligt sich an einer weltweiten Studie zu einer möglicherweise lebensrettenden Therapie beim muskelinvasiven Harnblasenkarzinom. Neben der Berliner Charité ist St. Josef das einzige deutsche Krankenhaus in der Studie – und ist mit sieben von weltweit 40 Patientenplätzen unter den Top-5-Rekrutierten. 

Harnblasenkrebs ist die zweithäufigste urologische Krebserkrankung in Deutschland. Rund 75 Prozent der Tumoren wachsen zunächst nur in der Schleimhaut der Blase. Wird der Krebs in diesem Stadium erkannt, ist er häufig gut behandelbar. 

Anders ist es beim muskelinvasiven Harnblasenkarzinom. Dabei ist der Krebs bereits in die Muskelschicht der Blasenwand eingewachsen, manchmal auch in umliegendes Gewebe. Diese Form gilt als besonders gefährlich. Selbst die vollständige Entfernung der Blase bedeutet nicht automatisch eine dauerhafte Heilung. Das Rückfallrisiko ist hoch, weil einzelne Krebszellen im Körper zurückbleiben und später erneut wachsen können. Genau hier setzt die Studie „INTerpath-005“ an. 

Maßgeschneiderter Impfstoff gegen Krebszellen

Untersucht wird eine Kombination mehrerer moderner Therapien. Begleitend zur Entfernung der Blase erhalten die Patientinnen und Patienten zunächst sogenannte Antikörper-Wirkstoff-Konjugate. Diese Medikamente bringen den Wirkstoff gezielt zur Krebszelle. Zusätzlich erhalten die Betroffenen eine Immuntherapie sowie – und das ist das Besondere an der Studie – einen individuell für sie hergestellten mRNA-Impfstoff. 

„Das ist weltweit derzeit nahezu einzigartig beim muskelinvasiven Blasenkarzinom“, sagt Studienleiter Priv.-Doz. Dr. Marco Julius Schnabel, Leitender Arzt der urologischen Sektion Onkologie in St. Josef. „Jeder Patient erhält seinen eigenen Impfstoff, der genau auf ihn zugeschnitten ist.“

Der mRNA-Impfstoff soll das Immunsystem darauf trainieren, verbliebene Krebszellen im Körper zu erkennen und zu bekämpfen. Die Hoffnung der Forscher: Rückfälle seltener machen und die Überlebenschancen verbessern.

Einer der stärksten Standorte bundesweit

Dass die Regensburger Teilnehmer zur Studie gemeldet haben, ist kein Zufall. Bei Blasenkrebs zählt die Klinik für Urologie bundesweit zu den großen Zentren. Nach einer Auswertung der Deutschen Krebsgesellschaft gehört sie bei den Patientenzahlen zu den fünf stärksten Standorten in Deutschland. Für Prof. Dr. Maximilian Burger, Direktor der Klinik für Urologie am Caritas-Krankenhaus St. Josef, ist die Aufnahme in die Studie deshalb auch eine Anerkennung für die Arbeit der vergangenen Jahre. „Dass ein Studienzentrum an solchen internationalen Studien beteiligt wird, gilt unter Fachleuten als besondere Auszeichnung“, sagt Prof. Burger. „Wir spielen hier in einer Liga mit großen Zentren in den USA und Asien.“

Belastbare Ergebnisse liegen noch nicht vor. Die Pilotstudie der Phase 1b steht an ihrem Anfang. Nach Einschätzung von Priv.-Doz. Dr. Schnabel dürfte es rund drei Jahre dauern, bis sich sagen lässt, wie wirksam der neue Ansatz ist, und ob er dann in einer Zulassungsstudie mündet. „Wir hoffen, dass am Ende nicht nur unsere Studienteilnehmer, sondern perspektivisch Menschen auf der ganzen Welt von dieser Forschung profitieren.“


Text: Katja Vogel/Caritas Krankenhaus St. Josef

(kw)



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