Suche
Kategorien
Seiten
Nachrichten
Bilder
Videos
{{{_highlightResult.post_title.value}}}
{{#helpers.snippet}}{ "attribute": "content", "highlightedTagName": "mark" }{{/helpers.snippet}}
Zur Seite{{{_highlightResult.post_title.value}}}
{{#helpers.snippet}}{ "attribute": "content", "highlightedTagName": "mark" }{{/helpers.snippet}}
Zur Neuigkeit
Bundesweiter Abschluss des Monats der Weltmission in Regensburg
„Lieblosigkeit ist auch schon Gottlosigkeit!“
Regensburg, 25. Oktober 2026
Mit einem Festgottesdienst im Regensburger Dom St. Peter haben missio München und das Bistum Regensburg am 25. Oktober den Sonntag der Weltmission und damit zugleich das 100. Jubiläum der größten Solidaritätsaktion der Katholiken weltweit gefeiert. Gemeinsam mit Gästen aus dem diesjährigen Partnerland Madagaskar schlossen der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber und der höchste Repräsentant der Kirche in Madagaskar, Kardinal Désiré Tsarahazana, damit die mehrwöchigen Aktionen zum Monat der Weltmission 2026 ab. Ministerpräsident Dr. Markus Söder wurde bei den Feierlichkeiten von Staatsminister Christian Bernreiter vertreten.
Unter dem Leitwort „Sei mutig und stark“ (aus Josua 1,6) stand in diesem Jahr im Monat der Weltmission die Solidarität mit den Christinnen und Christen in Madagaskar im Mittelpunkt. Knapp vier Wochen waren missio-Projektpartnerinnen und -Projektpartner aus Madagaskar in den bayerischen (Erz-)Bistümern unterwegs, um über die schwierige Lage in ihrer Heimat zu berichten.
Die untrennbare Verbindung von Gottes- und Nächstenliebe stand im Zentrum des Sonntagsevangeliums und somit auch zunächst im Mittelpunkt der Predigt von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer zum Weltmissionssonntag. Er erinnerte dann aber auch daran, dass christlicher Glaube weit mehr sei als das Befolgen religiöser Gebote. Entscheidend sei, Gottes Liebe im eigenen Leben anzunehmen und sie im Umgang mit den Mitmenschen erfahrbar werden zu lassen.

Nächstenliebe als Maßstab christlichen Handelns
Ausgangspunkt seiner Predigt, die er im Wechsel in deutscher und französischer Sprache vortrug, war das Evangelium von der Frage nach dem wichtigsten Gebot (Mt 22,34-40). Jesus fasse die Vielzahl religiöser Vorschriften in zwei grundlegenden Geboten zusammen: Gott mit ganzem Herzen zu lieben und den Nächsten wie sich selbst. Darin liege der Kern christlichen Handelns, erklärte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer.
Wie ernst dieser Auftrag zu nehmen sei, verdeutlichte Bischof Rudolf anhand des Matthäusevangeliums. Im Gleichnis vom Weltgericht identifiziere sich Jesus mit den Armen, Hungernden, Gefangenen und allen Menschen, die auf Hilfe angewiesen seien. „Schlimmer noch als die Gottlosigkeit ist die Lieblosigkeit, oder sagen wir besser so: Lieblosigkeit ist auch schon Gottlosigkeit!“, betonte Bischof Voderholzer.
Wer einem Menschen in Not ohne großes Aufheben helfe, anpacke, wenn der Nachbar Hilfe braucht, habe den Sinn des Evangeliums möglicherweise besser verstanden als jemand, der sich zwar intensiv mit religiösen Schriften beschäftige, aber an der Not seiner Mitmenschen achtlos vorübergehe.
Gelebter Glaube in Madagaskar
Als eindrucksvolle Beispiele praktizierter Nächstenliebe würdigte der Bischof die Arbeit kirchlicher Einrichtungen und ihrer Mitarbeiter in Madagaskar. Dabei erinnerte er an die Unterstützung für Menschen in Toamasina, die durch den Zyklon Gezani ihre Lebensgrundlage verloren hatten, sowie an die Sprechstunde einer Krankenschwester in Tapakala.
Neben der unmittelbaren Hilfe für Bedürftige hob Bischof Voderholzer die Bedeutung von Bildung und Erziehung hervor. Der Aufbau und die Unterstützung von Schulen seien wichtige Ausdrucksformen christlicher Verantwortung. Besonders in Erinnerung geblieben sei ihm eine Messfeier mit mehr als 1.000 Schülerinnen und Schülern im Hof einer Schule in Analavory. Beeindruckt hätten ihn der begeisterte Gesang der jungen Menschen und das Engagement der Ordensschwestern, die Kindern und Jugendlichen auch unter schwierigen Bedingungen einen guten Start ins Leben ermöglichten.
Auch die Gefängnisseelsorge von Pater Thomas führte der Bischof als Beispiel gelebter Barmherzigkeit an. Die zahlreichen Initiativen verdienten Bewunderung und Dankbarkeit, so Bischof Rudolf. Zugleich rief er dazu auf, diese Arbeit mit den verfügbaren Mitteln zu unterstützen.

Christlicher Glaube ist mehr als ein Regelwerk
Nachdem die Einheit von Gottes- und Nächstenliebe stark gemacht wurde, stellte der Bischof die Frage, wozu es angesichts der beiden zentralen Liebesgebote überhaupt eine so umfangreiche Bibel brauche. Die Antwort liege darin, dass das Christentum nicht in erster Linie ein Moralsystem sei. Jesus sei nach dem wichtigsten Gebot gefragt worden. Das Wichtigste überhaupt gehe aber darüber hinaus. „Unsere Religion ist kein Moralsystem, sondern zuerst einmal die Botschaft von Gottes Liebe zu uns.“
Gott habe den Menschen zuerst geliebt, hob der Regensburger Diözesanbischof hervor. Diese Liebe zeige sich bereits in der Schöpfung, die es zu bewahren und als Lebensraum an die kommenden Generationen weiterzugeben gelte. Sie werde ebenso in der Geschichte des Volkes Israel sichtbar und finde ihren entscheidenden Ausdruck in Jesus Christus, der sein Leben am Kreuz für die Menschen hingegeben habe.
„Es braucht die dicke Bibel, um Gottes Liebesgeschichte mit seiner Schöpfung und uns, seinem Volk, zu erzählen und zu bezeugen“, rief Bischof Voderholzer den Gläubigen zu. Die Liebe des Menschen zu Gott und zum Nächsten sei deshalb immer eine Antwort auf die Liebe Gottes. Aus diesem Verständnis erwachse auch Zuversicht. Weil der christliche Glaube kein bloßer Moralismus sei, müsse niemand verzweifeln, wenn es ihm nicht immer gelinge, Gott und seine Mitmenschen in gleicher Weise zu lieben. „Gott ist barmherzig und gibt uns immer wieder eine neue Chance“, unterstrich der Bischof.
Im Glauben über Ländergrenzen hinweg verbunden
Zum Abschluss seiner Predigt dankte Bischof Voderholzer den Gästen aus Madagaskar für die Begegnungen während der Weltmissionskampagne, ihr Glaubenszeugnis und ihre Freude am Glauben. Die gemeinsamen Tage hätten die weltkirchliche Verbundenheit erfahrbar gemacht. In der Eucharistie empfingen die Gläubigen Christus und würden durch ihn zu einer Gemeinschaft verbunden, erklärte der Regensburger Oberhirte. Dabei griff er einen Gedanken von Bischof Gustavo Bombin auf, den dieser am vorherigen Tag geprägt habe: „In der Gemeinschaft mit Christus bleiben wir verbunden als Schwestern und Brüder einer weltweiten Familie“.

Dem Glauben ein konkretes Gesicht geben
missio-Präsident Monsignore Huber betonte zum Sonntag der Weltmission: „Madagaskar steht vor großen sozialen Herausforderungen. Viele Familien leben in Armut, und gerade auf dem Land fehlt es an staatlicher Unterstützung und grundlegender Versorgung. Umso wichtiger ist die Arbeit der katholischen Kirche und der Gemeinden vor Ort, die sich für genau die Menschen einsetzen, denen sonst niemand zur Seite steht. Priester, Ordensleute und engagierte Gläubige nehmen diese Verantwortung ernst. Sie geben ihrem Glauben ein konkretes Gesicht und setzen aus dem Evangelium heraus ein Zeichen für eine Gesellschaft, in der jeder Mensch zählt. Ihr Beispiel zeigt, wie Kirche gerade dort wirksam sein kann, wo Menschen auf Unterstützung und neue Perspektiven angewiesen sind.“
Staatsminister Christian Bernreiter hob die Bedeutung des Weltmissionssonntags hervor: „Seit 100 Jahren verbindet der Weltmissionssonntag Menschen auf der ganzen Welt. Er erinnert uns daran, dass Solidarität keine Frage der Entfernung ist. Wo Menschen leiden, dürfen wir niemals gleichgültig bleiben – unabhängig von ihrer Herkunft. Die weltweit veränderte Sicherheitslage und die Folgen des Klimawandels sind nur zwei Beispiele für die großen Herausforderungen unserer Zeit. Die Menschen in Madagaskar und anderen Ländern brauchen verlässliche Partnerschaften und engagierte Unterstützer. Getreu dem heutigen Leitwort ‚sei mutig und stark‘ danke ich allen, die Verantwortung übernehmen, Klimaschutz ernst nehmen, sich für Frieden einsetzen, Demokratie und Menschenwürde schützen und auf Augenhöhe zusammenarbeiten!“
Pauline-Jaricot-Preis für den Einsatz für Gerechtigkeit und Menschenwürde
Im Anschluss an den Gottesdienst wurde von missio München der diesjährige Pauline-Jaricot-Preis verliehen: Preisträgerin ist die aus Analavory in Madagaskar stammende Ordensschwester Rolandine Razafiarisoa. Die Lehrerin steht gemeinsam mit ihren Mitschwestern an der Seite von bedürftigen Kindern und Jugendlichen und setzt sich unermüdlich für ihre Zukunft ein. „Den Armen zu dienen heißt, ihnen zu helfen, aus der Armut herauszukommen“, sagt sie.
Mit dem Preis ehrt missio München jährlich starke Frauen weltweit für ihren Einsatz für Gerechtigkeit und Menschenwürde. Der Pauline-Jaricot-Ehrenpreis anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Sonntags der Weltmission geht an Dr. Bärbel Kofler. Die Parlamentarische Staatssekretärin im Entwicklungsministerium und Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Traunstein erhielt den Preis bereits in einer gesonderten Verleihung am 20. Oktober im Haus der Weltkirche bei missio München.
100 Jahre Weltmissionssonntag
Der Monat der Weltmission ist die größte Solidaritätsaktion der Katholikinnen und Katholiken weltweit und findet traditionell im Oktober statt. Die bundesweite Kampagne wird in Deutschland von missio Aachen und missio München organisiert. missio Aachen eröffnete den Weltmissionsmonat am 27. September im Aachener Dom, missio München hat ihn am 25. Oktober im Bistum Regensburg abgeschlossen. Im Jahr 2026 blickte die Kirche im Monat der Weltmission auf ein besonderes Jubiläum: Vor 100 Jahren wurde der Weltmissionssonntag ins Leben gerufen. Seit seiner Einführung am 14. Juni 1926 durch Papst Pius XI. engagieren sich Katholiken weltweit für die Kirche in den ärmsten Bistümern.
Alle Informationen finden Sie unter www.weltmissionsmonat.de
Text: missio München / Jakob Schötz; Fotos: © altrofoto














