News Bild „Brauchtum und Tradition weiter pflegen“ – Über 900 Reiter beim Pfingstritt in Bad Kötzting

„Brauchtum und Tradition weiter pflegen“ – Über 900 Reiter beim Pfingstritt in Bad Kötzting

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(pdr) Um die 30.000 Gläubigen sind am Pfingstmontag nach Bad Kötzting gekommen, um bei der größten berittenen Bittprozessionen Europas dabei zu sein. Zusammen mit 921 Reitern, ist auch der Regensburger Bischof die sieben Kilometer lange Prozessionsstrecke von Bad Kötzting nach Steinbühl mitgeritten.
In der seit 1412 währenden Geschichte des Kötztinger Pfingstrittes nahm mit Bischof Gerhard Ludwig im Jahre 2004 erstmals ein Bischof am Pfingstritt teil. Sehr zur Freude der Gemeinde erließ er vor zwei Jahren ein Dekret, dass der Pfingstritt nach 135 Jahren wieder zu einer Eucharistischen Prozession wurde und damit das Allerheiligste mitgeführt werden darf. Der Pfingstritt in Bad Kötzting geht auf ein Gelöbnis aus dem Jahre 1412 zurück. Im Dorfe Steinbühl, etwa sieben Kilometer von Bad Kötzting entfernt, lag ein Mann im sterben und bat um die Heilige Kommunion. Zum Schutz begleiteten den Pfarrer die Burschen und sie alle gelobten nach glücklicher Rückkehr, den Ritt jedes Jahr zu wiederholen.
So machten sich 2006 unter dem feierlichen Geläut der Kirchenglocken die Reiter betend auf den Weg. Angeführt wurde die Reiterprozession vom Kreuzträger, dem die Laternenträger, Fanfarenbläser, Ministranten, Mesner Franz Hackl, Bischof Gerhard Ludwig sowie der geistliche Offiziator Kaplan Martin Besold und der frühere Offiziator Pfarrer Markus Ertl (Wernberg, Pfarrei Sankt Anna) folgten. Hinter ihnen ritt der Pfingstbräutigam mit den beiden Brautführern. Die offizielle Spitze wurde abgeschlossen vom Pfingstbräutigam des Vorjahres, der die Marktfahne mitführte, mit seinen Brautführern und von der Vertretung der Burschenschaft. Die übrigen Reiter schlossen sich betend an. Viele führten Erinnerungsfahnen mit, die sie für langjährige Rittteilnahme erhielten.
An vier Altären wurde das Evangelium vom Offiziator vorgetragen und durch Bischof Gerhard Ludwig die Felder, Fluren und Menschen gesegnet. Die Kirche Sankt Nikolaus in Steinbühl war bei der Pfingstreiter-Wallfahrtsmesse überfüllt. Hier betonte Bischof Gerhard Ludwig in seiner Predigt, dass das Brauchtum und die Tradition tief im Glauben verwurzelt seien. Die Reiterprozession beziehe alle Sinne des Menschen ein und alle Teilnehmer und Zuschauer seien miteingebunden. Bei der Verkündung der vier Evangelien, der frohmachenden Botschaft, mit dem Segen über Fauna und Flora werde deutlich: Gott ist überall gegenwärtig. Deshalb werde der Segen des dreifaltigen Gottes auch in alle vier Himmelsrichtungen gespendet. „An Gottes Segen ist alles gelegen“ resümierte Bischof Gerhard Ludwig abschließend und rief die Reiter auf, Brauchtum und Tradition weiterzupflegen in der Liebe zum Nächsten, die in der Liebe zu Gott wurzelt. Nach dem Gottesdienst ritten die Teilnehmer wiederum betend in der sieben Kilometer langen Reiterprozession zurück.