Ein Maikranz mit bunten Bändern weht im Wind

Brauchtum in Ostbayern: Ein Maibaum muss sein

Der Maibaum grüßt ins Land


Regensburg, 29. April 2026

„Es ist kein Dörfchen so klein, ein Maibaum muss sein!“ In ganz Altbayern richten sich Städte und Dörfer nach diesem Sprüchlein. Und je höher der Baum ist, desto stolzer sind die Burschen im Dorf. Der uralte Brauch des Maibaumaufstellens reicht bis in die Zeit der Römer und Germanen zurück.

In seiner heutigen Form ist der Maibaum seit dem 16. Jahrhundert bekannt. Schon zu dieser Zeit bestand er aus langen Fichtenstämmen, die bis auf den grünen Wipfel entastet wurden. Etwa vor 300 Jahren hat man dann damit begonnen, den Maibaum zu schmücken. 

Geschnürt und geschmückt

Überall werden bis heute um den 1. Mai herum die Maibäume aufgestellt. Der Baum wird meist gleich nach dem Fällen noch im Wald entrindet und sauber gehobelt. Den Stamm lässt man unbehandelt, in Bayern wird er oft auch weiß-blau angestrichen. Richtig geschnürt – also bemalt – ist der Stamm, wenn sich die Spirale von links unten nach rechts oben dreht. Als Vorlagen dienen dabei die weiß-blauen Rauten. Der Baum selbst sieht von Region zu Region anders aus: Kränze aus frischen Fichtenzweigen an denen bunte Bänder flattern, grüne Girlanden, die sich spiralförmig die letzen Meter zum Gipfel winden und natürlich bunt bemalte Täfelchen mit Szenen aus dem Dorfleben, die rechts und links vom Stamm angebracht sind. 

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