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Zur Neuigkeit
Brauchtum in Ostbayern: Der Ruf des Kuckucks
Glücksbringer und Unglücksbote
Regensburg, 15. April 2026
Er ist wieder da: der Kuckuck. Meist pünktlich um den 15. April kehrt er aus seinem Winterquartier in Afrika in seine Brutgebiete zurück. Deshalb wird der Tag im Volksmund auch „Kuckuckstag“ genannt. Dort, wo er sich niederlässt, ist der Reviergesang des Männchens von früh bis spät weithin hörbar. Mit seinem auffälligen Ruf lockt der männliche Kuckuck das Weibchen – und markiert gleichzeitig sein Revier.
Der Frühling ist da
Noch heute gilt der Kuckuck als Frühlingsbote. „Kuckuck, Kuckuck ruft’s aus dem Wald. Lasset uns singen, tanzen und springen. Frühling, Frühling wird es nun bald“, ist ein bis heute bekanntes Lied auf den Frühlingsanfang, dessen Text Hoffmann von Fallersleben 1835 veröffentlicht hat. Auch in der Literatur hat der Kuckuck Einzug gehalten, in Sprichwörtern und Redewendungen, wie „Weiß der Kuckuck“ oder „Hol’s der Kuckuck“ , vor allem aber im Aberglauben. Hier galt er sowohl als Glücksbringer als auch als Unglücksbote. Dabei kam es ganz auf die Tageszeit an: morgens Sorgenkuckuck, mittags Trauerkuckuck und am Abend Glückskuckuck.
Der Kuckuck im Aberglauben
Wer zum ersten Mal im Jahr den Kuckuck rufen hört, bei dem sollte das Geld in der Tasche das ganze Jahr über nicht ausgehen, glaubte man. Auch als Orakel musste der Ruf des Vogels herhalten. Für das „Kuckucksoarkel“ wurden die Rufe des Kuckucks gezählt. Die Zahl sollte anzeigen, wie viele Jahre man noch zu leben habe. In manchen Gegenden wurde vor dem Zählen der Spruch aufgesagt: „Kuckuck, Kuckuck, sag mir doch, wie viel Jahre leb’ ich noch“. Das Orakel wurde allerdings „sicherheitshalber“ jedes Jahr neu abgefragt.
Hol dich der Kuckuck
In früherer Zeit zählte der Kuckuck – wie auch der Geier - zu den „Teufelstieren“. Da die Menschen früher befürchteten, mit der Erwähnung des Teufels den „Leibhaftigen“ persönlich herbeizurufen, begann man ab dem 16. Jahrhundert als Umschreibung vom „Kuckuck“ zu sprechen. Daher kommen auch Redewendungen wie „Scher dich zum Kuckuck“ oder „Hol’s der Kuckuck“. Setzt sich der Vogel auf das Dach eines Hauses, in dem ein Kranker liegt, so bedeute das einen baldigen Tod, glaubte man.
Tiere des Teufels
Nicht nur der Kuckuck, auch zahlreiche andere, oft harmlose Tiere wurden im Aberglauben mit dem Teufel in Verbindung gebracht. Am bekanntesten ist bis heute der Aberglaube, dass schwarze Katzen Unglück bringen würden. Schon im Jahr 1233 hatte Papst Gregor IX. in der „Vox in Rama“, der berüchtigten päpstlichen Inquisition, schwarze Katzen zu einer Inkarnation des Satans erklärt.
Auch das putzige Eichhörnchen war im Aberglauben gefürchtet. Das Sprichwort „Der Teufel ist ein Eichhörnen“ war eine Warnung davor, sich zu sicher zu fühlen – das Böse lauert oft dort, wo man es nicht vermutet. Wegen seiner Farbe und Eigenschaften – rot, schwarz, flink – wurde auch das Eichhörnchen im Mittelalter in Verbindung mit dem Teufel gebracht.
Im Lauf der Zeit änderte sich dann das Sprichwort und seine Bedeutung. Mit dem Spruch „der glaubt, dass der Teufel ein Eichhörnchen ist“ machte man sich über besonders abergläubische Mitmenschen lustig.
Text: Judith Kumpfmüller
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