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Zur Neuigkeit
Brauchtum in Ostbayern: Das Wunder vom Pilgramsberg
Wallfahrt und Bergmarktfest
Regensburg, 8. Mai 2026
„Im Jahre 1842 fand Walburga Schiller von Kiefenholz bei Wörth/Donau bei der Mutter Gottes auf dem Pilgramsberg Erhörung für ihr erblindetes Kind. Seitdem wallfahrten jedes Jahr Wörther Pfarrangehörige am Bergkirchweihfest hierher“. So ist es auf einem Plakat zu lesen, das die Wörther anlässlich der 150. Wallfahrt im Mai 1992 gestiftet haben.
Noch heute sind Nachkommen von Walburga Schiller mit dabei, wenn sich die Wörther am 17. Mai auf den 23 Kilometer langen Weg zur Wallfahrtskirche auf dem Pilgramsberg machen. Etwa fünf Stunden dauert der Marsch, der in diesem Jahr zum 182. Mal durchgeführt wird. Pünktlich um 3 Uhr früh treffen sich die Teilnehmer am Petersplatz in Wörth.
Auffallende Gebetserhörung
In einem historischen Wallfahrtsbuch ist die Geschichte der wundersamen Heilung nachzulesen. Gleich das erste Kapitel ist der Erzählung von den Söldners-Eheleuten Joseph und Walburga Schiller gewidmet. Acht Kinder wurden den beiden geboren, darunter im Jahr 1840 der kleine Joseph. Im Alter von einem Jahr wurde der Bub nach einer Impfung sehr krank. Durch eine Entzündung bildete sich am Arm eine große Wunde, die stark eiterte. Kaum war diese Wunde verheilt, bekam der kleine Joseph am ganzen Körper Eiterbeulen, und schließlich – im Frühjahr 1842 – erblindete das Kind. „Seine Mutter, voll Jammer und Kummer, wandte alle ärztlichen Mittel an, machte nach mehreren bekannten Orten Wallfahrten mit dem Kinde, doch das Kind blieb blind“, so die Überlieferung.
Wundersame Heilung
Im Herbst 1842 habe Walburga Schiller dann erfahren, dass die Gottesmutter in Pilgramsberg schon vielen hilfesuchenden Menschen in ihrer Not geholfen habe, berichtet die Niederschrift weiter. Obwohl sie anfangs zögerte, habe sie sich doch zur Wallfahrt entschlossen: „Dabei das Kind allein zu tragen und auf dem Weg nur Wasser und Brot zu sich zu nehmen“. Der Überlieferung nach rutschte die Kiefenholzerin, das Kind in einem Korb auf dem Rücken, auf den Knien erst um die Bergkirche herum, dann in das Gotteshaus und schließlich dreimal um den Altar. Danach setzte sie den Buben auf die hölzernen Altarstufen und kniete sich zum Gebet daneben. Plötzlich schaute der kleine Joseph zum Muttergottesbild auf und lächelte „und war fortan geheilt“. Die glückliche Mutter kam seitdem, so wird im Wallfahrtsbuch berichtet, „alle Jahre wenigstens einmal hierher, heute noch unserer lieben Frau zu danken für solch wunderbare Hilfe und erzählt jedem unter Dankesthränen diese Geschichte!“
Bergmarktfest auf dem Pilgramsberg
Um 8 Uhr beginnt nach dem langen und beschwerlichen Marsch der Gottesdienst in der Wallfahrtkirche. Doch nicht nur die Kiefenholzer Pilger kommen an diesem Wochenende auf den Pilgramsberg und genießen den herrlichen Rundblick auf den Bayerischen Wald und bis hinaus in die Donauebene. Aus Nah und Fern kommen alljährlich am Wochenende vor Pfingsten Besucher zum Bergmarktfest, das den kleinen Ort mit Pilgramsberg im Landkreis Straubing-Bogen weit über die Grenzen hinaus bekannt gemacht hat. Seit jeher fanden hier am Sonntag vor Pfingsten und am Sonntag vor dem Namensfest der heiligen Ursula Märkte statt. Bereits im Jahr 1370 wurde der Exaudimarkt in Pilgramsberg in einer Urkunde des Gerichts Mitterfels erwähnt.
Alte Markttradition
Über Jahrhunderte hinweg waren die Märkte für die Menschen hier die einzige Möglichkeit, sich mit Kleidung, Schuhwerk und Haushaltswaren einzudecken. Größere Orte oder gar die Stadt Straubing waren nur nach beschwerlichen Fußmärschen oder mit dem Pferdegespann zu erreichen. Und so war es bei den Pilgramsberger Bauern Brauch, die ganze Familie, einschließlich der Dienstboten, auf dem Bergmarkt mit Kleidung und Schuhen auszustatten. Daneben boten die Märkte auch die seltene Gelegenheit zum Treffen mit allen Familienmitgliedern oder mit der ganzen Verwandtschaft. Noch nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Bergmarkt jeweils an zwei Tagen abgehalten. Am ersten Tag war Warenmarkt, am Marktmontag fand dann der Viehmarkt statt. Bis zu 180 Verkaufsstände waren im Ortskern und entlang der schmalen Sandstraße durch Pilgramsberg aufgebaut.
Vatertagsfeier an Christi Himmelfahrt
Im Vergleich zu früheren Zeiten hat der Marktbetrieb inzwischen freilich an Bedeutung verloren. Und auch der Markt vor dem Namenfest der hl. Ursula findet nicht mehr statt. Der Bergmarkt am Sonntag vor Pfingsten wird heute vom Sportverein mit Unterstützung der Dorfgemeinschaft durchgeführt. Das Fest beginnt mit der schon zur Tradition gewordenen Vatertagsfeier an Christi Himmelfahrt. Am Sonntag pünktlich um 7 Uhr wird dann vor der Festhalle der eigentliche Bergmarkt eröffnet. eigentliche Bergmarkt eröffnet.
Text: Judith Kumpfmüller
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