bischof mit priestern in hauskapelle

Bischof Voderholzer trifft Priesterweihejahrgänge von 1996, 2006 und 2016

Katholische Soziallehre ins Zentrum rücken


Werdenfels, 2. Oktober 2026

Der Appell zur stetigen Weiterbildung, insgesamt zu einer humanistischen Bildung und zur Sorge um die Gesundheit waren die Aspekte, die das Gespräch Bischof Voderholzers mit den Priestern der Weihejahrgänge 1996, 2006 und 2016 prägten. Über 40 Geistliche nahmen im Haus Werdenfels an der fünftägigen Fortbildung teil. 

In seinem Impuls erinnerte Bischof Rudolf zunächst an drei in den letzten Wochen und Monaten überraschend verstorbene Seelsorger. In diesem Kontext bat er die Priester, auf ihre Gesundheit zu achten und die Angebote des Bistums hierzu in Anspruch zu nehmen. Dann nannte er mehrere aktuelle Themen: die Pastorale Entwicklung 2034, die primär eine strukturelle Maßnahme sei, aber von einem geistlichen Prozess begleitet werden müsse. Stark damit verbunden die Ehrenamtsentwicklung, in dessen Zusammenhang der Bischof auf die Ausbildung der Katechisten hinwies. „Schon jetzt geht es nicht ohne ehrenamtliche Kräfte“, stellte er fest. 

Die Jubiläen „800 Jahre Franz von Assisis“ und „750 Jahre Dom Regensburg“ würden geistliche Impulse vermitteln bzw. mit niederschwelligen Angeboten spirituelle Inspiration geben. Auch sprach der Bischof den auf hohe Resonanz gestoßenen Frankreich-Besuch Papst Leos XIV. an – und damit verbunden die dortigen stark angestiegenen Erwachsenentaufen, was pastorale Herausforderungen mit sich bringe. Zudem warf er einen Blick auf die Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. „Es besteht die Tendenz zur Polarisierung, zum Verlust der politischen Mitte und der Normalität“, stellte er fest. Er empfahl, die Katholische Soziallehre stärker ins Zentrum zu rücken und diese besonders jungen Menschen nahe zu bringen. Zuletzt nannte er die „Künstliche Intelligenz“, die „eine Riesenherausforderung, auch für die Pädagogik“ sei.

Sind Erfahrungen aus Frankreich übertragbar?

In ihren Fragen und Wortbeiträgen griffen die Priester einzelne dieser Themen auf. So gab es interessante Fakten zu Kirche und Glauben in Frankreich, das als laizistisches Land ganz andere Rahmenbedingungen hat. Die Attraktivität geistlicher Gemeinschaften bei jungen Leuten, die Bedeutung der Sozialen Medien für die Glaubensvermittlung und die Frage nach der kulturellen Identität bzw. den (christlichen) Wurzeln wurden als Aspekte für die positive Situation in Frankreich genannt.

„Willkommenskultur innerhalb einer Pfarreiengemeinschaft“

Beim Thema „KI“ plädierte er für eine klare Unterscheidung zwischen künstlicher und natürlicher/menschlicher Intelligenz und – damit verbunden – für eine „humanistische Bildung“, d.h. „nicht weniger zu lernen, sondern mehr“. Schwierig sei zudem, dass heute die Vermittler (Lehrer usw.) öfter Lernende sind als die Schüler selbst.

Im Kontext „Pastorale Entwicklung 2034“ wurde der Anstieg der Belastung, aber auch die Hilfen durch die inzwischen eingerichteten Verwaltungsleitungen sowie die Unterschiede zwischen Stadt und Land angesprochen. Wichtig sei aber auch eine „Willkommenskultur innerhalb einer Pfarreiengemeinschaft“, empfahl Bischof Rudolf. Niemand soll sich als Fremder fühlen. Entsprechend des an diesem Tage begangenen Schutzengelfestes widmete sich der Oberhirte in seiner Predigt diesem Thema. Er nannte Aspekte dazu aus den letzten 30 Jahren, ebenso religionssoziologische Gedanken und schließlich das vom evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer am 19. Dezember 1944 in Gefangenschaft verfasste Gedicht „Von guten Mächten“, das eigentlich ein Schutzengellied sei. Zur Gabenbereitung sang Regionaldekan Holger Kruschina dann dieses bekannte Lied.

Text und Fotos: Markus Bauer
(jas)



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