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Zur Neuigkeit
Reinhausener Ministranten besuchen die diözesane Krippensammlung
Die Krippe, Botschafterin des Glaubens
Regensburg, 2. Oktober 2026
Am vergangenen Freitag sind die Ministranten aus der Pfarrei Regensburg-Reinhausen der Einladung von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer gefolgt und besichtigten die beeindruckende Krippensammlung der Diözese Regensburg. Wegen der großen Zahl der Teilnehmer wurde die Gruppe geteilt und von Bischof Rudolf bzw. von Cordula Heß durch die Ausstellung geführt.
Man muss keine Weltreise antreten, um die Welt der Krippen kennenzulernen: Ein Blick in die diözesane Sammlung genügt, um die Besucher zum Staunen zu bringen. Die Überraschung der Reinhausener Ministranten war groß, als sie die umfangreiche Krippensammlung mit den verschiedensten Darstellungsformen und dem Detailreichtum der Figuren bestaunten. Die Zahl der Krippen sei inzwischen gut vierstellig, wie der Bischof anmerkte. Selbst der begleitende Pfarrer Josef Eichinger aus Reinhausen zeigte sich überrascht: „Ich habe nie gedacht, dass es so viele verschieden Arten von Krippen gibt.“
Objekte aus über 60 Nationen werden in den Räumen des Bischöflichen Ordinariates präsentiert. Neben Krippen aus Bayern gibt es zum Beispiel auch Exponate aus Mexiko, Afrika, Peru, Neapel und Polen. Es finden sich Höhlenkrippen, orientalische Modelle, auch Wurzel- und Stalldarstellungen, die auf großes Interesse der jungen Leute stießen. Die Ausfertigung reicht von naiv bis zu hoher Kunstfertigkeit, von winzig klein in einem Kern bis zu einem mehrere Meter langen Exemplar wie der privaten Krippe von Bischof Rudolf. Aber nicht nur die einzelnen Krippen, auch das verwendete Material faszinierte die jungen Besucher. Es finden sich klassische Krippen aus Holz, aber auch welche aus Papier, Textil, Metall, Stein und Porzellan. In den Darstellungen werden oft nicht nur die Ereignisse um die Geburt Jesu, sondern Szenen aus der Bibel oder auch die ganze Leidensgeschichte Jesu abgebildet. Sie machen den Glauben visuell sichtbar und lassen ihn im wahrsten Sinne für den Betrachter lebendig werden.
Anhand seiner eigenen Krippe, die er zur Weihe zum Bischof von Regensburg erhalten hatte, erläuterte Bischof Rudolf die Heilsgeschichte. Die Darstellung in Form einer Ruine veranschauliche, dass Jesus in die kaputte Welt gekommen sei, um „aufzubauen, um zu heilen, um etwas wieder ganz zu machen.“ Die weitläufige, orientalische Krippenlandschaft umfasst nicht nur die Darstellung von Christi Geburt, sondern auch Szenen wie die Heimsuchung Mariens, die Reise der Heiligen Drei Könige und die Taufe Jesu im Jordan. Die drei Könige repräsentieren dabei die damals bekannten Kontinente und zeigen damit, dass die Weihnachtsbotschaft für alle Völker bestimmt ist, so Bischof Rudolf. Alle Figuren sind handgeschnitzt und damit echte Unikate und die Krippe wird immer wieder erweitert, wie die hinzugefügten Figuren von Papst Benedikt und Papst Franziskus demonstrieren.

Interessant fanden die Ministranten auch die Traubenkernkrippe des Künstlers Wendelin Sperl, der das Weihnachtsgeschehen detailgetreu in einen winzigen Weintraubenkern schnitzte. Die filigrane Miniaturkrippe gehört zu den kleinsten Krippen der Welt.
Die im zweiten Teil der Führung von Cordula Heß unter anderem präsentierte riesige, farbenfrohe Krippe, eine polnische „Schopka“ nach dem Vorbild der Krakauer Marienkirche, wurde zum Lieblingsmodell der meisten Ministranten. Es handelt sich dabei um eine aus buntem Stanniolpapier gebaute Krippe, die sogar elektrifiziert ist. Auf Knopfdruck tänzeln allerlei Figuren aus dem sich öffnenden Tor: Tod, Soldat, Hexe, Teufel - und überraschen die Besucher. Viel Bewunderung fand auch die Marktredwitzer Krippe mit ihren aus Ton gefertigten und bunt bemalten Figuren, die in ihrem bäuerlichen und handwerklichen Alltagsleben im 19. und 20 Jahrhundert dargestellt sind. Sie machen sichtbar, wie die Botschaft von Jesu Geburt in der realen Welt der Menschen verankert ist. Aufmerksam verfolgten die Ministranten die Geschichten, die zu den präsentierten Objekten erzählt wurden.
Nach dem zweistündigen, spannenden Einblick in die Welt der Krippen äußerten sich die Besucher sehr beeindruckt über das Fachwissen des Bischofs und die detaillierten Kenntnisse von Cordula Heß sowie über die unglaubliche Vielfalt der Krippendarstellungen. Gemeinsam trafen sich alle zum gemütlichen Pizzaessen im Ordinariat, wobei die vielen Eindrücke in regem Gespräch untereinander ausgetauscht wurden. Ein Zeichen dafür, dass für junge Menschen, die in einer Welt der Smartphones und Tablets aufgewachsen sind, schon eine kleine Krippe in Form eines Traubenkerns genügt, um die jungen Leute zum Staunen und Innehalten zu bringen und für die Weihnachtsbotschaft erneut zu begeistern.
Text und Fotos: Matthias Wille
(jas)








