Franz Reitinger, Regionaldekan Bistum Regensburg

Bischof Voderholzer ernennt Franz Reitinger zum Regionaldekan

Ein erfahrener Seelsorger übernimmt Verantwortung


Regensburg, 31. März 2026

Franz Reitinger übernimmt als Regionaldekan eine neue Verantwortung im Dienst des Bistums. Er verfügt über vielfältige Erfahrungen in der Land- und Stadtseelsorge, in der Jugendpastoral und in kirchlichen Leitungsaufgaben. Diese möchte er in seine neue Aufgabe einbringen, um die Seelsorger und Ehrenamtlichen in den beiden Dekanaten verlässlich zu begleiten.

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer hat Franz Reitinger zum 1. September 2026 zum Regionaldekan ernannt. Mit dieser Entscheidung würdigt der Bischof einen Priester, der über viele Jahre hinweg in unterschiedlichen Feldern der Seelsorge Verantwortung übernommen hat und dabei sowohl im ländlichen als auch im städtischen Raum prägende Erfahrungen sammeln konnte. Reitinger bringt in seine neue Aufgabe pastorale Leitungserfahrung, geistliche Tiefe und eine ausgeprägte Nähe zu den Lebensfragen der Menschen ein.

Franz Reitinger wurde 1966 in Waldmünchen geboren und wuchs in Stein auf, einem Dorf, das zur Pfarrei Hiltersried gehört. Sein Bildungsweg führte ihn nach Weiden, in das Bischöfliche Studienseminar und an das Augustinus-Gymnasium. Geprägt wurde er durch seine Herkunftsfamilie mit den beiden Brüdern seines Vaters, die als Pfarrer wirkten, und dem Bruder seiner Mutter, Prof. Dr. Jakob Speigl, der als Professor für Alte Kirchengeschichte in Würzburg tätig war. Vor allem aber ließ ein eigener intensiver Suchprozess in ihm den Entschluss reifen, nach dem Abitur 1985 in das Priesterseminar Regensburg einzutreten und das Theologiestudium zu beginnen.

Wichtige Erfahrungen sammelte Reitinger in dieser Zeit auch in der kirchlichen Jugendarbeit der KLJB. Nach den Freisemestern in Freiburg im Breisgau kehrte er nach Regensburg zurück, wo er mit anderen Theologiestudenten in einer Wohngemeinschaft lebte. Die Studenten bauten einen Bibelkreis aufbauten, der einen enormen Zulauf verzeichnete. Nach seinem erfolgreichen Abschluss des Theologiestudiums verbrachte er 1991 drei Monate in Rom, um die Comunità di Sant’Egidio näher kennenzulernen. Prägend war darüber hinaus das Seelsorgepraktikum bei Pfarrer Gottfried Dachauer in Lappersdorf. Am 26. Juni 1993 wurde Reitinger im Hohen Dom St. Peter zu Regensburg zum Priester geweiht.

Seine ersten seelsorglichen Erfahrungen sammelte Reitinger als Kaplan in der Deggendorfer Pfarrei Mariä Himmelfahrt, wo er drei Jahre tätig war, im letzten Jahr zugleich als BDKJ-Seelsorger für den Regensburger Teil des Landkreises Deggendorf. Bereits 1996 übernahm er die Aufgabe des Diözesanlandvolkpfarrers und des Diözesanseelsorgers der Katholischen Landjugendbewegung. Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit in der Landpastoral war die intensive Auseinandersetzung mit der Frage, wie bei der Bildung von Pfarreiengemeinschaften der Spagat gelingen kann, die Kirche im Dorf zu lassen und zugleich über den Kirchturm hinauszuschauen.

Erfahrung in Leitungsverantwortung

2002 wechselte Reitinger in die Pfarrseelsorge und wurde Pfarrer der Stadtrandpfarrei Pettendorf. 2003 wurde er zum Dekanatsbeauftragten für Jugendseelsorge im Dekanat Regenstauf ernannt, 2006 zum Prodekan gewählt. Von 2009 bis 2014 übte er dann das Amt des Dekans im Dekanat Regenstauf aus. 2013 stand er vor der Herausforderung, als Pfarradministrator zusätzlich Verantwortung für die Pfarrei Pielenhofen zu übernehmen und die Bildung der Pfarreiengemeinschaft Pettendorf-Pielenhofen-Wolfsegg auf den Weg zu bringen.

2017 folgte Reitinger der Bitte der Ordinariatskonferenz, die Stadtpfarrei Deggendorf-St. Martin zu übernehmen. Die Verantwortung für ein größeres Seelsorgeteam, das gute ökumenische Miteinander und der interreligiöse Dialog in der Kreisstadt, die Nähe zum Schulzentrum, aber auch zu den sozialen Brennpunkten der Stadt erwiesen sich neben der Corona-Pandemie bald als neue Herausforderungen, denen er sich beherzt stellte. Schon bald wurde er im Auftrag des Dekans in den Beirat der Katholischen Erwachsenenbildung im Landkreis Deggendorf entsandt.

Geistliche Prägung und kulturelles Engagement

Immer schon pflegte Reitinger ein Faible für religiöse Lyrik. Er veröffentlichte 2015, 2021 und 2022 insgesamt drei Gedichtbände im Echter-Verlag Würzburg, zwei davon zusammen mit Pfarrer Thomas Köppl. Die Lesungen dazu mit musikalischer Begleitung erwiesen sich bald als Glaubensverkündigung anderer Art mit persönlicher Färbung.

Die Seelsorgeerfahrung im ländlichen wie im städtischen Bereich und eine biblisch fundierte Spiritualität, die sich mit den Lebensthemen der Menschen auseinandersetzt, möchte Reitinger auch in seine neue Aufgabe als Regionaldekan einbringen, um die Seelsorger und die Ehrenamtlichen in den beiden Dekanaten gut zu begleiten. „Nicht den Untergang verwalten, sondern die anstehenden Übergänge gestalten“ ist für ihn ein Motto, das dem Evangelium Jesu auch heute zutraut, die Herzen vieler Menschen zu erreichen und mit dem Leitbild des Reiches Gottes in die Gesellschaft hineinzuwirken.

Die Amtseinführung des neuen Regionaldekans findet am Sonntag, dem 20. September 2026, um 18:00 Uhr in St. Martin in Deggendorf durch Bischof Rudolf statt.

Text: Stefan Groß

(SSC)



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