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Zur Neuigkeit
Bischof Dr. Rudolf Voderholzer eröffnet Frühjahrsvollversammlung des Diözesankomitees
Gott ist die Fülle unseres Daheimseins
Regensburg, 27. März 2026
In der Kapelle des Diözesanzentrums Obermünster feierte das Diözesankomitee der Katholiken im Bistum Regensburg den Auftakt seiner Frühjahrsvollversammlung mit einem Gottesdienst mit Bischof Dr. Rudolf Voderholzer. Anschließend folgte das Treffen mit Rückblick, Ausblick und Neuwahlen. Dabei wurde Martha Bauer erneut zur Vorsitzenden des Diözesankomitees gewählt. Noah Walczuch und Oswald Zimmer sind die stellvertretenden Vorsitzenden.
Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer stellte in seiner Predigt zum Eröffnungsgottesdienst eine zentrale Frage in den Mittelpunkt: Was bedeutet das Geheimnis der Dreifaltigkeit für unser konkretes Leben als Christen? Der Bischof spannte den Bogen vom Beginn des christlichen Weges – der Taufe auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes – bis hin zur täglichen Gebetspraxis. Jedes Gebet, jeder Gottesdienst werde im Namen des dreifaltigen Gottes eröffnet und mit dem Segen des Dreifaltigen beschlossen. Doch hinter dieser liturgischen Routine verbirgt sich ein tiefes Mysterium.
Kein Rätsel, sondern eine Einladung
Bischof Dr. Voderholzer warnte davor, Gott als ein abstraktes „Rätsel“ misszuverstehen, das es mit dem Verstand zu knacken gelte. Ein Rätsel verliere nach seiner Auflösung jeden Reiz. „Das Geheimnis Gottes hingegen bleibt ein Geheimnis, gerade auch, wenn es verstanden ist“, betonte der Oberhirte vor den Delegierten des Diözesankomitees. Es gehe im Glauben nicht darum, Gott intellektuell zu „begreifen“, sondern vielmehr darum, „sich von ihm ergreifen zu lassen“.
Die sprachliche Tiefe der Heimat
Besonders eindrücklich war die sprachphilosophische Herleitung, mit der der Bischof in der Kapelle in Obermünster zum Nachdenken anregte. Er analysierte das deutsche Wort „Geheimnis“ und dessen Bestandteile: Die Vorsilbe „Ge-“ stehe im Deutschen für eine Ansammlung oder eine Fülle, wie der einzelne Berg zum massiven Gebirge wird. In Verbindung mit dem Wort „Heim“ erschließe sich die spirituelle Dimension: Das Geheimnis Gottes sei die „Fülle unseres Daheimseins“. Diese sprachliche Deutung verdeutliche, dass Gott kein fremdes Territorium ist, sondern der Inbegriff von Heimat und Geborgenheit. Die Gemeinschaft von Vater, Sohn und Heiligem Geist sei der Ort, an dem der Mensch bereits hier auf Erden – und vollendet in der Ewigkeit – wirklich „zu Hause“ sein dürfe.
Ein Impuls für die Gremienarbeit
Mit dem persönlichen Bekenntnis „Ich bin unendlich dankbar für diesen Glauben!“ setzte Bischof Voderholzer einen kraftvollen geistlichen Akzent für die anschließenden Beratungen der Vollversammlung. Der Gottesdienst im Diözesanzentrum erinnerte die Anwesenden daran, dass alles kirchliche Engagement aus dieser tiefen Rückbindung an das „Geheimnis der Heimat“ Kraft schöpft.
Zwischen Aufbruch und Tradition: Diözesankomitee stellt Weichen für die Zukunft
Es war eine Vollversammlung, die den Bogen von politischer Positionierung bis hin zur geistlichen Erneuerung spannte: Die Frühjahrsvollversammlung des Diözesankomitees der Katholiken im Bistum Regensburg stand ganz im Zeichen von personellen Neubesetzungen und inhaltlichen Richtungsentscheidungen. Die Vorsitzende Martha Bauer konnte neben 35 von insgesamt 60 stimmberechtigten Mitgliedern auch Bischof Dr. Rudolf Voderholzer sowie den geistlichen Beirat Pfarrer Holger Kruschina begrüßen. Ein besonderer Willkommensgruß galt der Dominikanischen Laiengemeinschaft, die neu in das Gremium aufgenommen wurde; Elke Völker stellte die weltweit vernetzte Bewegung vor, die in Regensburg mit fünf Mitgliedern aktiv ist.
Rückblick auf ein bewegtes Arbeitshalbjahr
In ihrem Vorstandsbericht ließ Martha Bauer ein intensives Halbjahr Revue passieren. Die Agenda reichte von der Herbstvollversammlung mit innovativen Methoden wie dem „Gespräch im Heiligen Geist“ bis hin zu klaren gesellschaftspolitischen Signalen. So beteiligte sich das Komitee am Appell der Klima-Allianz Deutschland und setzte sich bei einer Kooperation mit der Hanns-Seidel-Stiftung mit dem Wandel der Arbeitswelt („Himmel 4.0“) auseinander. Besonderes Echo in den Medien, unter anderem in der „Mittelbayerischen Zeitung“, der „Tagespost“ und bei „katholisch.de“, fand die scharfe Stellungnahme gegen die Verunglimpfung religiöser Überzeugungen in der ZDF-Sendung „Magazin Royale“. Auch das kirchliche Leben vor Ort kam nicht zu kurz: Trotz der Absage der offiziellen Nikolauswallfahrt nach Altötting organisierten sich private Fahrgemeinschaften zu einem Gottesdienst mit Weihbischof Josef Graf.
Berichte aus den Gremien und Arbeitskreisen
Den weiten Blick über die Bistumsgrenzen hinaus ermöglichte Johanna Ostermeier mit ihren Berichten von der Herbstvollversammlung des Landeskomitees der Katholiken in Bayern in Deggendorf sowie aus dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Auch die fachspezifische Arbeit vor Ort kam zur Sprache: Für den Arbeitskreis Ehe und Familie sprach Geschäftsführer Manfred Fürnrohr. Er lud bereits jetzt herzlich zum großen Familientag der Diözese am 20. September 2026 im Diözesanzentrum ein und warb bei den anwesenden Gemeinschaften und Verbänden um eine aktive Beteiligung mit eigenen Programmpunkten.
Die Synodalität im Fokus
Ein zentraler Punkt der Debatte war die Bilanz der Synodalversammlung in Stuttgart. Delegierte Monika Uhl sprach von einem „Aufbruch in eine Kirche, die das gemeinsame Beraten und Entscheiden dauerhaft lernen will“. Gleichzeitig wurde die im Bistum spürbare Spannung deutlich: Während Uhl auf die Beschlüsse des gemeinsamen Weges verwies, weiß man um die Mahnung von Bischof Rudolf Voderholzer zur Besonnenheit. Bereits mehrmals hat er öffentlich vor Sonderwegen gewarnt, welche die Einheit mit der Weltkirche gefährden könnten, und betonte die Treue zum Lehramt – ein Kontrast, der die aktuelle Zerreißprobe der Kirche widerspiegelt. Ergänzend zur Synodalversammlung berichtete Noah Walczuch vom neuen „Synodenteam“ im Bistum. Er teilte seine bewegenden Erfahrungen von einer Rom-Konferenz und rief dazu auf, den Geist der weltweiten Synode, deren Abschlussdokument von Papst Franziskus ohne Änderungen genehmigt wurde, auch in Regensburg fruchtbar zu machen.
Themen für 2026: Was die Basis bewegt
Eine Umfrage unter den Mitgliedern des Diözesankomitees – von 60 Personen gaben 22 ihre Meinung preis, darunter 11 aus den Verbänden, 3 aus geistlichen Gemeinschaften und 8 Einzelpersönlichkeiten – lieferte klare Schwerpunkte für die künftige Arbeit. Ganz oben auf der Agenda stehen die Ehrenamtsentwicklung, Schule und Bildung sowie die Gestaltung pastoraler Räume. Auch Medienarbeit, Demokratie und ethische Fragen zur KI wurden als wichtig erachtet. In Kleingruppen wurden am Abend der Frühjahrsvollversammlung diese Themen direkt vertieft, um von der reinen Sammlung zur konkreten Umsetzung zu gelangen. Auch hierbei erhielt das Thema Ehrenamt den meisten Zuspruch.
Wahlen und Ausblick
Unter der Leitung von Pfarrer Holger Kruschina und Geschäftsführer Manfred Fürnrohr fanden die Vorstandswahlen statt. Martha Bauer wurde als 1. Vorsitzende in ihrem Amt bestätigt, Noah Walczuch als 2. Vorsitzender ebenfalls. Neu im Team der Stellvertreter ist Oswald Zimmer. Als Delegierte für das Zentralkomitee (ZdK) fungieren künftig Johanna Ostermeier, Noah Walczuch und Bernhard Dick; Holger Popp vertritt das Komitee im Landeskomitee. Zum Abschluss gab Martha Bauer einen Ausblick auf kommende Höhepunkte: 1. Mai: Bewerbungsschluss für den Gerhardinger-Preis („Zeit schenken – Zukunft verändern“); 13. bis 17. Mai: Infostand beim Katholikentag in Würzburg; 23. Mai: Tag des Ehrenamtes; 26. Juni: Gottesdienst der Verbände in der Wolfgangswoche; 7. Juli: Jahresempfang mit Verleihung des Gerhardinger-Preises. Ein Antrag auf eine Presseerklärung zugunsten eines Podiums für Lebensrechtler beim Katholikentag wurde nach Diskussion mit großer Mehrheit abgelehnt. Damit endete eine Sitzung, die einmal mehr zeigte: Das Diözesankomitee bleibt das lebendige Herz des Laienapostolats im Bistum.
Text und Fotos: Irmgard Hilmer
(SG/M. Fürnrohr)







