News Bild Bischof Voderholzer betet Kreuzweg in Regensburg

Bischof Voderholzer betet Kreuzweg in Regensburg

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14 Stationen säumen den Kreuzweg vom Regensburger Steinweg hinauf zur Dreifaltigkeitskirche. Die Bilder der Stationen zeigen auf eindrucksvolle Weise den Leidensweg Christi von seiner Kreuzigung bis hin zur Auferstehung. Zahlreiche Regensburger waren am Abend des Palmsonntags der Einladung von Bischof Rudolf Voderholzer gefolgt, mit ihm den Kreuzweg hinauf zur Regensburger Dreifaltigkeitskirche zu beten. Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Regensburger Einrichtungen begleiteten in Gebet und Gesang ihren Bischof und erhellten die Stationen dabei mit Fackeln. Auf dem Berg angekommen sprach der Oberhirte zu den Gläubigen. Dabei gedachte er der kürzlich Tod aus der Donau geborgenen Studentin Malina Klaar und lenkte seinen Blick auf die zahlreichen Todesopfer des Giftgasangriffs in Syrien sowie den Terroropfern von Stockholm.

 

Unsere Welt wird auf vielfältige Weise bedroht

Die 14 Kreuzwegstationen, so Bischof Rudolf, erinnern daran, dass unsere Welt keine heile ist, sondern dass sie auf vielfältige Weise bedroht wird von Leid, Tod, Terror und Schmerz. Der diesjährige Palmsonntag falle auch auf den Sterbetag des großen lutherischen Pfarrers und Theologen Dietrich Bonhoeffer. Bonhoeffer, der wenige Tage vor Ende des Dritten Reiches auf den persönlichen Befehl Hitlers hin noch getötet wurde. In seinen Schriften und durch sein Wirken hat Bonhoeffer auf der Basis einer tiefen Christusliebe und dem Verständnis des Gemeinschaftscharakters der Kirche Ansätze für eine Kircheneinheit aufgezeigt, die uns der angestrebten sichtbaren Einheit der Kirche weit entgegenbringen können, Bischof Dr. Rudolf Voderholzer.

 

Gedenken an Märtyrer der Ökumene

„Gerade in diesem Jahr 2017, da wir der 500. Wiederkehr des Beginns der Reformation gedenken, tun wir gut daran, an die Werke der Märtyrer zu erinnern. Die Verfolgung der Christen durch die totalitären Regime des 20. Und des beginnenden 21. Jahrhunderts: Ja, auch heute in unseren Tagen werden in vielen Gegenden dieser Erde Menschen verfolgt, hingerichtet, weil sie sich zum Kreuz Jesu Christ bekennen. Die Verfolger unterscheiden nicht zwischen den Konfessionen. Wir tun gut daran, der Ökumene der Märtyrer zu gedenken. Sie erinnern uns daran, dass die Konfessionen viel mehr eint, als sie trennt“, erklärte der Bischof.

 

Leiden Christi bildlich veranschaulichen und geistlich betrachten

Die Kreuzwegstationen am Regensburger Dreifaltigkeitsberg im Stadtteil Steinweg stammen aus der Barockzeit, der Kreuzweg in der Kirche, vor dem der Bischof und die Gläubigen das Leiden Christi betend betrachten, wurde 1936 vom Regensburger Kirchenmaler Josef Weininger geschaffen.

Schon in frühen Zeiten des Christentums folgten Pilger in Jerusalem dem Leidensweg Jesu auf der Via Dolorosa, der schmerzensreichen Straße. Es entwickelten sich bald unterschiedliche Stationen dieses Weges, teilweise biblisch belegt oder aus der Tradition der Kirche kommend. Der heilige Bernhard von Clairvaux und später der heilige Franz von Assisi und ihre Vertiefung in das Leiden Christi waren wohl mit dafür verantwortlich, dass auch den Daheimgebliebenen die Möglichkeit gegeben werden sollte, die einzelnen Stationen des Leidens Christi sich bildlich zu veranschaulichen und geistlich zu betrachten. Die Anzahl der Stationen variierte anfänglich, oft auch je nach Länge der zur Verfügung stehenden Wegstrecke. Die heute gebräuchliche Zahl von 14 Stationen ist seit der Zeit um 1600 bekannt.