Bischof Rudolf weiht Michael Kraus mit Handauflegung zum Diakon.

Bischof Rudolf weiht drei Männer zu Ständigen Diakonen

Unsere Weihekandidaten


Regensburg, 4. September 2026

Mit Gebet und Handauflegung weiht Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am Samstag, 17. Oktober 2026, drei Männer zu Ständigen Diakonen. Zur Weihefeier im Hohen Dom zu Regensburg, die um 9:30 Uhr beginnt, möchten wir alle Gläubigen recht herzlich einladen. Heute stellen wir Ihnen unsere diesjährigen Weihekandidaten persönlich vor.

Unsere Weihekandidaten sind:

Martin Bartlreiher ist 35 Jahre alt, lebt in Schwarzach und ist mit Michaela Bartlreiher verheiratet. Gemeinsam haben sie zwei Söhne, Markus (4) und Matthias (1).

Derzeit ist er als Gemeindereferent in der Pfarreiengemeinschaft Schwarzach St. Martin - Perasdorf St. Laurentius tätig. Nach seiner Diakonenweihe wird er dort seinen Dienst als hauptberuflicher Diakon ausüben. Ursprünglich stammt er aus Neufahrn i. Nb., wo er als jüngster von drei Geschwistern aufgewachsen ist. Nach dem Besuch der Grundschule in Neufahrn, ging er an das Gymnasium in Mallersdorf-Pfaffenberg, wo er 2010 sein Abitur machte.

Ganz klassisch waren seine ersten tieferen Begegnungen mit der Kirche nach der Erstkommunion als Ministrant. Einige Jahre war er auch als Oberministrant tätig und Mitglied des Pfarrgemeinderates. Der Kontakt zur Kirche und die enge Verbundenheit der Familie mit ihrem Heimatdiakon Norbert Spagert ließen schon früh den Wunsch in ihm reifen, einen Beruf in der Kirche zu ergreifen, wobei die Gedanken schon früh in Richtung Diakonat gingen.

So war es naheliegend, dass er nach einem Jahr Zivildienst bei der AWO das Theologiestudium in Regensburg aufnahm. Nach vier Semestern wechselte er nach Eichstätt, wo er 2016 das Studium der Religionspädagogik mit einem Bachelorabschluss absolvierte. Sein Praktikumsjahr verbrachte er in der Pfarreiengemeinschaft Siegenburg-Train-Niederumelsdorf, wo er auch seine spätere Ehefrau Michaela kennenlernte. 2016 trat er seine erste Stelle in Hemau an und wechselte im Jahr 2017 an seine jetzige Wirkungsstätte Schwarzach-Perasdorf.

„Wer glaubt, ist nie allein.“ Dieser Leitspruch, den Papst Benedikt XVI. prägte, begleitet ihn und seine Familie seit der Hochzeit im Jahr 2016, weshalb er diesen Satz auch als Weihespruch wählt.

Gereon Gräf wurde im September 1965 in Weiden i.d.OPf. geboren. Nach seinem Eintritt in die Bundeswehr am 1. Juli 1984 schlug er als Seiteneinsteiger die Offizierslaufbahn ein. Er erreichte den Dienstgrad eines Oberstleutnants und leitete bis zum Ruhestandseintritt die Logistikabteilung des Panzerartilleriebataillons 131 in Weiden. In über 42 Dienstjahren, darunter ein Auslandseinsatz auf dem Balkan und mehrere Katastropheneinsätze, zuletzt 2021 im Ahrtal, sammelte er vielfältige Erfahrungen. Gereon Gräf ist verheiratet, wohnt in Sulzbach-Rosenberg und hat zwei erwachsene Kinder.

Für zwei Wahlperioden stand Oberstleutnant Gereon Gräf dem Katholikenrat beim Katholischen Militärbischof für die Deutsche Bundeswehr vor. Durch sein altersbedingtes Ausscheiden aus der Bundeswehr endete im März 2026 bei den Tagen der Begegnung in Erfurt auch seine Amtszeit als Vorsitzender – und damit ein Engagement, das tief in der Kath. Militärseelsorge verwurzelt war.

Mehr als zwei Jahrzehnte ehrenamtlichen Engagements auf allen Ebenen des organisierten Laienapostolats prägten seinen kirchlichen Weg. Zugleich setzte er durch zahlreiche Initiativen wichtige Impulse für die Arbeit des Katholikenrates – nach innen wie nach außen. Für seine Verdienste erhielt Gräf aus den Händen von Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck mit der Benemerenti-Medaille eine päpstliche Auszeichnung.

Mit dem Ende seiner Bundeswehrzeit endet für Gereon Gräf jedoch nicht sein kirchliches Engagement - im Gegenteil: Es beginnt ein neues Kapitel. Nach dem Abschluss der diözesanbegleitenden, vierjährigen Diakonatsausbildung wird er am 17. Oktober 2026 im Regensburger Dom durch Bischof Dr. Rudolf Voderholzer die Diakonenweihe empfangen. Er hat sich als Weihespruch einen Satz aus der Weisheitsliteratur des Alten Testaments gewählt: „Mehr als alles hüte dein Herz; denn von ihm geht das Leben aus.“ (Spr 4,23)

Mit der Diakonenweihe erfüllt sich für Martin Reiger ein lang gehegter Wunsch. Von seinem Vater, dem Herrgottschnitzer Max Reiger, und seiner Mutter hat er die Liebe und den Glauben an Gott. Schon in jungen Jahren machte er in der Pfarrei St. Konrad in Regensburg seine ersten Glaubenserfahrungen. Als Ministrant, Sänger im Jugendchor, Bassposaunist im Jugendblasorchester und Gruppenleiter der Kolpingjugend erlebte er dort eine lebendige Glaubensgemeinschaft, die ihn nachhaltig prägte.

Im Jahr 1992 flog er für das Kolpingwerk zu einem dreiwöchigen Jugendarbeitseinsatz nach Brasilien: ein unvergessliches Erlebnis, das ihn dazu bewegte, Portugiesisch zu lernen – ohne damals zu wissen, warum. Nach seinem Studium begann er 1995 als Versicherungsmathematiker in München zu arbeiten. Ein Beruf, der jedoch nicht seine ganze Berufung war. Eine entscheidende Wende brachte die alttestamentliche Lesung über den Propheten Elija in der Wüste. Sie wurde für ihn zum Anstoß, Gottes Zeichen zu folgen und seine Berufung zu suchen.

Deshalb kehrte er 2001 nach Brasilien zurück. In Fortaleza lernte er bei einem Gottesdienst Roseneide, seine spätere Ehefrau, kennen. Gemeinsam leiteten sie viele Jahre ein Straßenkinderdorf in Recife. Dieses soziale Engagement vertiefte seinen Glauben und stärkte seinen Wunsch, sein Leben in den Dienst Gottes und der Kirche zu stellen.

Im Januar 2020 kehrte er mit seiner Frau Roseneide und Sohn Max nach Deutschland zurück. Dort begleitete er seine kranke Mutter und fand erneut eine Anstellung als Versicherungsmathematiker in München. Dank der Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, lebt Martin Reiger mit seiner Familie im früheren Elternhaus in der Pfarrei St. Konrad, wo er als Diakon im Zivilberuf tätig sein wird. „Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens.“ Diesen Satz des hl. Franz von Assisi hat sich Martin Reiger als Weihespruch ausgesucht.


Stichwort Ständiger Diakonat

Seit mehr als 50 Jahren gibt es im Bistum Regensburg ständige Diakone, dieses altkirchliche Amt war vom Zweiten Vatikanischen Konzil (1963-1965) mit der dogmatischen Konstitution „Lumen Gentium“ wiederbelebt worden. Das Mindestalter der Kandidaten beträgt 35 Jahre, sie können ihren Dienst haupt- oder nebenberuflich ausüben. Der ständige Diakonat steht auch verheirateten Männern offen, eine Heirat nach der Weihe ist jedoch nicht möglich. Die beiden Hauptaufgaben der Ständigen Diakone sind die Caritas (Dienst am Nächsten) und die Liturgie. Sie assistieren dort dem Priester, verkündigen das Evangelium und können predigen. Außerdem dürfen sie das Sakrament der Taufe spenden und kirchlich trauen. Im Bistum Regensburg gibt es aktuell 116 Ständige Diakone.

Text und Titelbild: © Jakob Schötz
(jas)



Nachrichten