Kaplan Bastian Neumann und Msgr. Johann Hofmann legen ihren Eid ab.

Bischof Rudolf Voderholzer führt zwei neue Domvikare in ihr Amt ein

“Gute Hirten sein”


Regensburg, 15. September 2026

„Nach Anhörung des Domkapitels wurden zum 1. September 2026 die beiden Priester Bastian Neumann und Msgr. Johannes Hofmann vom Hwst. Herrn Diözesanbischof zu neuen Domvikaren ernannt. Sie werden nun in ihr Amt eingeführt. Ich bitte nun die neuen Domvikare vor den Bischof zu treten und vor allen Anwesenden das Glaubensbekenntnis und den Treue-Eid abzulegen“, mit diesen Worten eröffnete Dompropst Dr. Franz Frühmorgen nach Tagesgebet und Kyrieruf das feierliche Pontifikalamt zur Amtseinführung der neuen Domvikare durch Bischof Dr. Rudolf Voderholzer.

Nach dem gemeinsamen Beten des Glaubensbekenntnisses und dem Ablegen des Treueeides erhielten die neuen Domvikare Mozetta (Schulterumhang), Birett (schwarze Kopfbedeckung) und Brevier (Stundenbuch). Als Willkommenszeichen empfingen beide durch Bischof, Dompropst und Domdekan den Friedensgruß, bevor sie ihren Platz unter den Mitgliedern des Domkapitels einnahmen. Bischof Rudolf feierte das Pontifikalamt in Konzelebration mit dem Domkapitel und Weihbischof Dr. Josef Graf. Die musikalische Gestaltung der Feier als Kantor und an der Orgel lag bei David Kirschsieper. 

Neue Aufgaben für die ernannten Domvikare

Domvikar Msgr. Johannes Hofmann, der zuletzt als Pfarrer für die Pfarreiengemeinschaft Langquaid-Sandsbach-Semerskirchen verantwortlich war, wirkt zum 1. September 2026 als Stellvertretender Leiter der Hauptabteilung Orden und Geistliche Gemeinschaften; Domvikar Bastian Neumann, der bislang als Kaplan in Roding seelsorglich arbeitete, ist zum 1. September 2026 als Bischöflicher Kaplan im Bischöflichen Sekretariat tätig.

In seiner Predigt dankte Bischof Rudolf den Mitgliedern des Domkapitels, insbesondere den beiden neuen Domvikaren, für deren Unterstützung bei der Leitung des Bistums. Dabei verwies er auf die besonderen Herausforderungen der Pastoralen Entwicklung 2034. ”Wir dürfen uns dem Anspruch unseres Herrn Jesus Christus immer wieder neu stellen, gute Hirten zu sein für die uns anvertrauten Menschen”, so der Bischof. Exemplarisch richtete Bischof Voderholzer den Blick auf die Kirchen, die am heutigen Tag ihr Patrozinium feiern. Dies seien die Mater Dolorosa Kirchen, von denen es im Bistum insgesamt vier gebe: eine Expositurkirche in Prunn bei Riedenburg, dann die wohl älteste im Bistum in Mirskofen bei Essenbach, die Katzdorfer Wallfahrtskirche Mater Dolorosa und die jüngste Mater Dolorosa Kirche im Stadtosten von Regensburg, 1953 geweiht und etwa 10 Jahre später zur Pfarrei erhoben (hinzu kommt noch die Expositurkirche Trasching Mariä Sieben Schmerzen). Dort, wo heute die Pfarrkirche Mater dolorosa in Regensburg steht, stand bereits vor dem 2. Weltkrieg eine von St. Cäcilia betreute Notkirche. Sie war dem Apostel und Fürsprecher schwieriger und aussichtsloser Gebetsanliegen geweiht, dem Judas Thaddäus. 

 

Neue Heimat für polnische Katholiken und Flüchtlinge aus der Ukraine

In den letzten Tages des Krieges wurde das Gotteshaus wegen der nahegelegenen Bahnlinie nochmals heftig von den Amerikanern bombadiert und zerstört – bis auf den Tabernakel, wie die Gläubigen damals mit großer Bewunderung und Ehrfurcht festgestellt hatten. Als nach dem Krieg eine neue Pfarrkirche für die zahlreichen Gläubigen notwendig wurde, wollten die Anwohner ihre Kirche eigentlich wieder unter dem Patronat von Judas Thaddäus wissen. Der damalige Bischof von Regensburg Michael Buchberger legte Wert darauf, die Kirche unter das Patrozinium der Mater Dolorosa zu stellen. Das hing zusammen mit seiner eigenen Spiritualität, der Deutung seines Namens, seines Wappens (die ihre Äste zum Kreuz ausbreitende Buche auf einem Berg als erhöhtes Kreuz) und der traditionellen Bezeichnung dieses Stadtviertels als das “Hohe Kreuz”. Judas Thaddäus setzte Bischof Buchberger als Nebenpatron ein.

Unter dem Hohen Kreuz musste eine Kirche Mater Dolorosa entstehen. Bischof Buchbergers Begründung war: die Menschen, die die neue Pfarrgemeinde bildeten, hatten durch Krieg und Vertreibung so viel Not und Elend erlebt, dass ihnen das Beispiel der Gottesmutter, die unter dem Kreuz Furchtbares ausgehalten hatte, Fürsprecherin, Quelle der Aufrichtung, Zuversicht und Hoffnung sein sollte, erklärte Bischof Rudolf und merkte an, dass heute vor allem unsere polnischen Mitbürger, wie auch ukrainische Flüchtlinge das Gotteshaus im Stadtosten zur Feier der Heiligen Messe nutzen. Unter dieser Rücksicht haben die Menschen dort in der schmerzhaften Gottesmutter eine gute Fürsprecherin, so der Bischof abschließend.

Text und Fotos: Jakob Schötz
(jas)



Nachrichten