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Zur Neuigkeit
Bischof Rudolf Voderholzer eröffnet Festwoche auf dem Mausberg
„Gott groß sein lassen in unserem Leben“
Hahnbach, 6. September 2026
Mit einem Pontifikalgottesdienst hat Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am Sonntag die Festwoche in der Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau vom Mausberg in der Pfarrei Gebenbach eröffnet. Zahlreiche Gläubige waren bei spätsommerlichem Wetter auf den Mausberg gekommen. Die traditionsreiche Wallfahrt konnte bereits im vergangenen Jahr ihr 325-jähriges Bestehen feiern.
Gemeinsam mit Pfarrer Michael Birner, Pfarrvikar Christian Preitschaft und Diakon Dieter Gerstacker feierte der Bischof den Eröffnungsgottesdienst. Begrüßt wurde er auch von Susanne Lindner, die als Mesnerin, Kirchenpflegerin und Bürgermeisterin auf dem Mausberg Verantwortung trägt.
Bischof Voderholzer zeigte sich erfreut, gleich zu Beginn der Festwoche auf den Mausberg kommen zu können. Er würdigte, dass die Bergfestwoche jedes Jahr auch inhaltlich neu gestaltet werde. Zu einem solchen Fest gehörten zwar auch die Bratwürste, seine eigentliche Mitte aber seien die gottesdienstliche Versammlung und die Stärkung im Glauben.
Liebe als Kraft des Willens und der Freiheit
„In Freud und Leid – unsere Gottesmutter fühlt mit uns“ lautet das Leitwort der diesjährigen Festwoche. Seine Predigt stellte Bischof Voderholzer unter das für den Eröffnungstag gewählte Thema „Mariens gelebte Liebe zu Gott und den Nächsten – und du?“.
Das Thema gehe ja von der Lesung aus dem Römerbrief aus, worin Paulus in dem Satz „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ alle Gebote Gottes zusammenfasst. Darin werde deutlich, worauf die zahlreichen Gebote letztlich zielten. Liebe dürfe dabei nicht mit Sympathie verwechselt werden. Sie sei vielmehr eine Kraft, die Willen, Freiheit und Geist umfasse. Auch derjenige, der einem nicht sympathisch sei, müsse bejaht werden und dürfe glücklich sein.
Maria sei für diese Haltung ein herausragendes Vorbild. Ihre Nächstenliebe zeige sich zunächst in der Sorge für ihren Sohn Jesus und dessen religiöser Erziehung. Sie reiche aber weit über die eigene Familie hinaus.
Von der Königin zur Dienstmagd
Besonders deutlich werde dies beim Besuch Marias bei Elisabeth. Trotz ihrer eigenen außergewöhnlichen Situation habe Maria den beschwerlichen Weg durch das Bergland von Judäa auf sich genommen, um ihrer Verwandten beizustehen. „So machte sie sich als Königin zur Dienstmagd von Elisabeth“, sagte der Bischof.
Auch bei der Hochzeit zu Kana zeige sich ihre mitfühlende Sorge. Maria bemerke, dass der Wein ausgehe, und mache Jesus darauf aufmerksam. Damit bewahre sie die Hochzeitsgesellschaft vor einer Blamage. Unter dem Kreuz schließlich gebe Jesus seinen Lieblingsjünger Johannes Maria zum Sohn. Damit sei sie zur Mutter aller Gläubigen geworden. Und auf ihre Fürsorge dürften wir vertrauen.
Gottesliebe als Quelle der Nächstenliebe
Die gelebte Gottesliebe Marias komme besonders im Magnificat zum Ausdruck. Darin preise sie die Größe Gottes und werde auch darin zum Vorbild. Für Bischof Voderholzer liegt hier der entscheidende Zusammenhang von Gottes- und Nächstenliebe: „Nur wer sich von Gott geliebt weiß, kann letztlich die Kraft aufbringen, andere zu lieben und zu bejahen, auch wenn diese einem nicht sympathisch sind.“
Mit Blick auf die Situation von Kirche und Glauben in der Gegenwart verwies der Bischof auf das pastoraltheologische Buch „Wenn nichts fehlt, wo Gott fehlt“. Der Titel beschreibe die Haltung nicht weniger Menschen in unserer Gesellschaft. Dem stellte Voderholzer entgegen: „Das Entscheidende fehlt, alles fehlt, wenn Gott fehlt!“
Eine Festwoche wie auf dem Mausberg solle deshalb neu bewusst machen, welches Geschenk es sei, Gott vermittelt bekommen zu haben und an ihn glauben zu können. Christen seien aufgerufen, diesen Glauben so zu leben, dass auch andere wieder auf Gott aufmerksam würden. „Wir dürfen alle Gott groß sein lassen in unserem Leben“, sagte der Bischof abschließend. Gerade darin sei Maria Vorbild – in ihrer Liebe zu Gott und zu den Menschen.
Festwoche endet mit Weihbischof Josef Graf
Zum Abschluss dankte Pfarrvikar Christian Preitschaft dem Bischof für sein Kommen und seine ermutigenden Worte. Susanne Lindner erinnerte daran, dass die Festwoche in diesem Jahr von zwei Bischöfen eingerahmt wird: Nach der Eröffnung durch Bischof Rudolf Voderholzer wird Weihbischof Josef Graf am kommenden Sonntag den Abschluss feiern. Als Dank überreichte sie Bischof Voderholzer ein Obstkörbchen mit Früchten aus dem Pfarrgarten sowie eine Kerze mit dem Wallfahrtsbild vom Mausberg.
Text und Fotos: Wolfgang Schöpf
(jas)






