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Zur Neuigkeit
Ackermann-Gemeinde Regensburg feiert zum sechsten Mal Nepomukfeier
Nepomuk: Botschafter internationaler Verständigung
Mariaort, 8. September 2026
Mit der seit 2021 stattfindenden Nepomukfeier in Mariaort eröffnet die Ackermann-Gemeinde im Bistum Regensburg inzwischen traditionell nach der Urlaubs- und Ferienzeit ihr Vereinsjahr. Zugleich steht das Gedenken an den Brückenheiligen Nepomuk und an die Verstorbenen seit der letzten Feier im Mittelpunkt.
Gut 20 Mitglieder der Ackermann-Gemeinde und des befreundeten, in Etterzhausen angesiedelten Freundeskreises Dr. Albert Rauch konnte Diözesanvorsitzender Prof. Dr. Bernhard Dick am ersten September-Samstag in der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt zur inzwischen sechsten Nepomukfeier begrüßen.
Marien-Wallfahrten bei Heimatvertriebenen beliebt
Über die Historie des hiesigen Gotteshauses und die dorthin führende Marien-Wallfahrt informierte Altvorsitzender Karl-Ludwig Ritzke. Ebenso erinnerte er daran, dass die Heimatvertriebenen in ihrer neuen Heimat gerne zu Marien-Wallfahrtsorten pilgern. So sei auch dem früheren, im Jahr 2000 verstorbenen Geistlichen Beirat der Regensburger Ackermann-Gemeinde, Domkapitular Georg Strupf, eine Wallfahrt nach Maria Kulm ein Herzensanliegen gewesen. Schließlich rief Ritzke die Wallfahrten nach Neukirchen beim Heiligen Blut und nach Klattau in Erinnerung.
Konflikte mit König Wenzel IV.
Auf die markanten Kennzeichen sowie weitere Charaktermerkmale Nepomuks ging der Geistliche Beirat, Domdekan i.R. Johannes Neumüller, in seiner Begrüßung und kurzen Ansprache ein: Priesterkleidung, Birett, Kruzifix (das Nepomuk mit der linken Hand hält – Symbol für besondere Emotionalität), Märtyrerpalme und Sternenkranz (mit fünf Sternen). Und natürlich die Hintergründe für Nepomuks grausamen Märtyrertod am 21. März 1393: die Konfliktpunkte mit Wenzel IV., dem damaligen König von Böhmen und ab 1376 römisch-deutscher König. Nepomuk habe, so Neumüller, oft seine eigenen Standpunkte vertreten und auf die theologischen Grundlagen bestanden.
Totengedenken mit fünf Kerzen
Analog zu den fünf Nepomuk-Sternen wurden nach den Fürbitten fünf Kerzen entzündet: für die im zurückliegenden Jahr verstorbenen Mitglieder der Ackermann-Gemeinde Barbara Eule (Regensburg) und Klaus Wegele (Zeitlarn), für Dr. Albert Rauch, der viele Jahre die Expositur Etterzhausen als Seelsorger betreute und in Regensburg das Ostkirchliche Institut leitete, und für den am 9. Juli verstorbenen Pfarrer Josef Schießl, den Mitglieder der Regensburger Ackermann-Gemeine Anfang Mai bei einer Veranstaltung in Wenzenbach noch kennenlernen durften.
Beichtgeheimnis und geplantes Bistum Kladrau
Vor der Figur des Heiligen Nepomuk an der Mariaorter Fußgängerbrücke ging Florian Würsch vom Diözesanführungskreis auf Nepomuks Vita und die zwei mit Nepomuks Martyrium und Tod verbundenen Geschichten bzw. Legenden ein: zum einen das Festhalten am Beichtgeheimnis, als König Wenzel die Inhalte der Beichte seiner Gattin Sophie wissen wollte. Zum anderen die vom König beabsichtigte Schaffung eines Bistums Kladrau als Abspaltung vom Bistum Prag, was Nepomuk durch geschicktes Taktieren verhinderte. Die Tatsache, dass Nepomuk von der Karlsbrücke in die Moldau gestürzt wurde, habe dazu geführt, dass sich Brücken als Ort für seine Verehrung herauskristallisierten und letztlich Nepomuk auch zum Patron gegen Wassergefahren wurde. „Er steht auch als Botschafter internationaler Verständigung und Freundschaften, besonders für die Verbindung zwischen Bayern und Böhmen. Vertrauen wir uns heute neben Maria auch der Fürsprache des Heiligen Nepomuk an“, fasste Würsch zusammen. Mit zwei Nepomukliedern endete die Feier.
Ausblick auf geplante Studienreise 2027
Einige Lieder, am Keyboard begleitet von Stephanie Rademacher, erklangen auch beim geselligen Part in der Jägerstube des Gasthofes Krieger. Darüber hinaus stellte Katka Karl Brejchová vom Reisebüro „Begegnung mit Böhmen“ die im kommenden Jahr angedachte Studienreise „Thayaland – Eine liebenswerte Grenzregion“ vor. Auch Christoph Leuchtner, der Subregens des Regensburger Priesterseminars, war vertreten.
Text und Fotos: Markus Bauer
(jas)






