Schulleiter Peter Scharf mit Bischof Rudolf Voderholzer

Bischof Rudolf trifft neuen Schulleiter der Bischof Manfred Müller Schule

Religion als Querschnittsthema


Regensburg, 14. September 2026

Am vergangenen Freitag traf Bischof Dr. Rudolf Voderholzer den neuen Schulleiter der Bischof Manfred Müller Schule, Peter Scharf. Er leitet seit diesem Jahr die katholische Schule in Regensburg und folgt damit auf Melanie Heigl-Birk, die acht Jahre lang an der Spitze der Schulfamilie stand. Zuvor war er hier bereits 5 Jahre als Konrektor tätig. Die Bischof Manfred Müller Schule im Regensburger Westen, kurz „BiMaMü“ genannt, ist eine staatlich anerkannte, private katholische Grund- und Mittelschule, getragen von der Schulstiftung der Diözese Regensburg. Mit rund 600 Schülerinnen und Schülern ist sie die größte private Grund- und Mittelschule Regensburgs.

Für Bischof Rudolf ist die BiMaMü ein Vorzeigeprojekt im Bistum Regensburg, das ihm sehr am Herzen liegt. Der „Marchtaler Plan“, so der Bischof, bildet einen bemerkenswerten und integrativen Ansatz. Der christliche Glaube wird dadurch zum Querschnittsthema aller Schulfächer. Diese Methodik „entspricht dem Wesen des Glaubens besser“, erklärt Bischof Voderholzer. Religion spielt dabei auch in anderen Fächern, wie beispielsweise Physik, eine Rolle, bildet somit keinen Sonderweg und eröffnet Wege zu Gott. Auch die Krippentradition, so der Bischof weiter, entspräche ganz der Methodik des „Marchtaler Plans“.

Schulleiter Peter Scharf berichtete, dass in der 6. Stunde eines jeden Freitags in den Klassen ein abschließender geistlicher Impuls stattfindet. Sein Wunsch ist es, stattdessen in der Schulkapelle mit allen Schülerinnen und Schülern und einem Priester eine Messe zum Ausklang der Schulwoche zu feiern. Bischof Rudolf begrüßt diese Idee und schlug darüber hinaus vor, dass ein regelmäßiger Besuch eines Regensburger Pfarrers eine Möglichkeit sei, sich gegenseitig kennenzulernen, die Kinder einzuladen, und Fragen rund um den Glauben zu beantworten. Dies, so der Bischof, könnte eine Alternative zum gängigen Schulseelsorger sein. Abschließend wünschte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer dem neuen Schulleiter und der gesamten Schulfamilie Gottes Segen für das am kommenden Dienstag beginnende neue Schuljahr.

Das Religiöse Profil der „BiMaMü“

Ein Fach „Religion“ sucht man im Stundenplan der katholischen Grund- und Mittelschule vergeblich. Dennoch ist die Katholische Religionslehre fester Bestandteil des Unterrichts. Grundlage dafür ist der „Marchtaler Plan“, der religiöse Bildung nicht auf einzelne Unterrichtsstunden beschränkt, sondern in den Vernetzten Unterricht integriert.

Das Fach Katholische Religionslehre wird gemeinsam mit anderen Unterrichtsinhalten vermittelt. Dabei ist der Klassenlehrer zugleich Religionslehrer. Ausgangspunkt sind die jeweiligen Themen und Sachgebiete, die aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden. Religiöse und ethische Fragestellungen gehören dabei selbstverständlich dazu und eröffnen den Blick auf eine größere Wirklichkeit. 

Die Inhalte der Katholischen Religionslehre orientieren sich an den staatlichen Lehrplänen. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich somit mit denselben Lehrplaninhalten wie Kinder und Jugendliche an staatlichen Schulen. Die Bischof Manfred Müller Schule mit Grund- und Mittelschule ist eine katholische Privatschule, die staatlich anerkannt ist.

 

Die Woche beginnt im Morgenkreis

Ein wichtiger Bestandteil des pädagogischen Konzepts ist zudem der Morgenkreis zu Beginn jeder Schulwoche. Die Schülerinnen und Schüler üben dort bewusstes Hinhören und Hinsehen, erfahren Momente der Stille und stärken ihre Konzentrationsfähigkeit. Sie formulieren eigene Gedanken, Gefühle und Gebete. Im Mittelpunkt steht dabei die Begegnung: mit sich selbst, mit den Mitschülerinnen und Mitschülern, mit der Lehrkraft und mit Gott. Auf diese Weise wird religiöse Bildung nicht als isoliertes Schulfach verstanden, sondern als Teil eines ganzheitlichen Bildungs- und Erziehungskonzepts.

Preisgekrönte Architektur schafft Raum zum Lernen

Auch architektonisch setzt die Schule besondere Akzente. Das lichtdurchflutete Gebäude, für dessen Gestaltung die Architekten mehrfach ausgezeichnet wurden, gliedert sich in vier sogenannte „Spuren“. In ihnen sind Turnhalle, Grundschule, Mittelschule sowie das „Herz der Schule“ mit Verwaltung, Mitarbeiterzimmern, Bibliothek und Musiksälen untergebracht.

Die Ausrichtung der einzelnen Gebäudeteile nimmt Bezug auf die markante Architektur des Westmünsters aus den 1960er-Jahren. Dabei wechseln sich bebaute Bereiche mit großzügigen Freiflächen ab. Diese bieten den Schülerinnen und Schülern viel Raum für Bewegung und Begegnung – zum Rennen und Toben ebenso wie zum Klettern, Spielen und Verstecken.

Die Bischof Manfred Müller Schule

Text und Fotos: © Jakob Schötz
(jas)



Nachrichten