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Bischof Rudolf segnet Kindertagesstätte in Pilsting

Darum sind Katholische Kindergärten Orte der Verkündigung

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Pilsting, 16. September 2022

„Halli-Hallo, herzlich willkommen. Schön, dass du gekommen bist. Hallo sagen Klein und Groß“ sangen die Kinder vom Kindergarten Santa Maria aus Pilsting (Landkreis Dingolfing-Landau) zur Begrüßung für Bischof Rudolf. Er war gekommen, um mit allen gemeinsam den 50. Geburtstag des Kindergartenbaus zu feiern und die neuen Außenanlagen zu segnen. Aber nicht nur der Garten wurde gesegnet, auch die Kinder erhielten einen Einzelsegen von Bischof Rudolf Voderholzer. Und hier zeigte sich, was der Bischof vorher in seiner Ansprache zum Evangelium von der Kindersegnung erklärte: Die großen, staunenden Augen, der vertrauensvolle Blick und das frohe Lächeln über das Geschenk des Segens.

Bischof Rudolf am Eingang

Bereits am Eingang des Kindergartens wurde Bischof Rudolf mit Gesang begrüßt.

Von Kindern lernen

Das Evangelium von der Kindersegnung war die Grundlage für den Impuls, den Bischof Rudolf gab. Jesus zeigte einen neuen, einen wertschätzenden Blick auf das Kindsein, die bis dahin nur als „noch nicht erwachsen“ galten. Es gipfelte in dem Satz „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, könnt ihr nicht ins Himmelreich kommen“. Es sei schier unglaublich gewesen, dass Jesus von der Kindlichkeit spricht. Auf drei Aspekte dieses Kindseins blickte Bischof Rudolf besonders: Kinder machen große Augen, sie staunen, sie freuen sich – das könnten die Erwachsenen lernen. Als zweites lassen sich Kinder gerne auf den Arm nehmen, sie lassen sich umarmen, sie schenken Vertrauen. „So sollen sich auch die Erwachsenen an den himmlischen Vater wenden und felsenfestes Vertrauen haben, sich getragen wissen“ resümierte der Bischof. Der dritte Punkt: Kinder lassen sich gerne beschenken. Erwachsene nehmen das nicht mehr so einfach an, sie möchten sich revanchieren. „Kindsein heißt im Bezug auf Gott, dass wir nur als Beschenkte wirklich leben können“ so der Bischof. Geschenke aus Gnade seien das Leben, die Gesundheit die Freude. „Gott verschenkt sich mit seiner Liebe“ betonte der Bischof abschließend. Nach der Kindersegnung erfolgte die Segnung der Außenanlagen und des neuen Gemeinschaftsraumes.

Kinder vor den Ehrengästen

Ort des Lernens und Lebens

Gesamtleiterin Mareike Bogner blickte auf die letzten 50 Jahre zurück und erinnerte, dass dies über 1.000.000 Situationen mit Lachen, Weinen, Staunen und Spielen waren. Lange Jahre haben die „Armen Schulschwestern“ den Kindergarten geleitet, nun seien 26 pädagogische Mitarbeiter, zusätzlich Küchenpersonal und Hausmeister verantwortlich. Der neugestaltete Garten bietet nun viele Möglichkeiten zum Spielen. Ebenso sei der neue Sitzungsraum gerade für den wichtigen Baustein der Bildungsarbeit „Vorbereitung und Planung“ wichtig. Mareike Bogner wünschte stets Mut und Tatendrang für diesen Ort des Lernens und Lebens.

Außenanlage des Kindergartens

Der neu gestaltete Außenbereich.

Pfarrer und Dekan Jürgen Josef Eckl blickte noch weiter zurück, denn bereits vor 150 Jahren, am 1. Juli 1872 wurde der erste katholische Kindergarten in Pilsting eröffnet. Er danke Bischof Rudolf, der die kirchlichen Kindergärten als gesellschaftliche Größe, aber auch als Ort der Verkündigung sieht. 128 Kinder, davon zehn Kinder mit erhöhtem Förderbedarf und einem integrativen Betreuungsplatz werden hier spielerisch und pädagogisch fundiert auf die Schule vorbereitet. Ab Herbst wurde in Zusammenarbeit mit der Firma Laimer ein ansehnlicher Garten- und Spielbereich für das Haus für Kinder geschaffen. „Kein Kunstwerk, sondern praktisch am täglichen Bedarf der Kinder orientiert“ so Pfarrer Eckl. Was ihm als Pfarrer besonders am Herzen liegt, fasst er kurz zusammen: Der kirchliche Kindergarten ist von einem besonderen Geist geprägt. Den Grundstein hätten die Armen Schulschwestern gelegt, aber auch die weltlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzten die Grundausrichtung fort. „Im Haus für Kinder Sankta Maria hat die religiöse Frühpädagogik einen festen Platz, und zwar nicht abstrakt, sondern immer in enger Anbindung an die Pfarrgemeinde“, betonte Pfarrer Eckl. Dazu gehört das Gebet im Morgenkreis, die regelmäßigen Kinderandachten, aber auch die Pflege des christlichen Brauchtums im Lauf des Kirchenjahres. „Ich denke an die Martins- und Elisabethfeiern, die im jährlichen Wechsel stattfinden, und keine Sonne, Mond und Sterne Feste sind, sondern das Leben der Heiligen in den Mittelpunkt stellen“. Eckl erinnerte auch an den Krippenweg, der während der Corona-Pandemie entstand. Er sieht es als Aufgabe einer kirchlichen Kindertageseinrichtung, dass neben den vielen pädagogischen Notwendigkeiten in den ersten Lebensjahren auch der Glaube anschaulich und greifbar gemacht wird, nicht nur für die Kinder, sondern auch für die jungen Familien. „Indem man Gott zur Sprache bringt, die biblischen Geschichten kindgerecht darstellt, vor allem aber auch auf dem Boden des Evangeliums die christlichen Werte in die Erziehung mit einfließen lässt. Und so dankte Pfarrer Eckl dem Kindergartenpersonal, den Eltern und der Gemeinde für das gute Miteinander.

Segnung der Außenanlage durch Bischof Rudolf

Bischof Rudolf segnete die Außenanlagen.

Kirchenjahr und christliches Brauchtum

Kurzweilig erinnerte Bürgermeister Martin Hiergeist, als er vor 45 Jahren als Dreijähriger hier äußerst skeptisch seinen Kindergartenlaufbahn begann. Er sei herzlich aufgenommen und auf das Leben vorbereitet worden. „Ich habe damals meine Fräuleins geliebt“ gestand er lachend und erzählte von der herrlichen Zeit mit Bauecke und Puppenwohnung. Damals hätte er sich nicht gedacht, dass er hier später mal als Bürgermeister steht und den Bischof willkommen heißen darf. Sein Dank galt dem tollen Kindergartenteam. Abschließend sprach noch Werner Petschko, der Sprecher des Gesamtpfarrgemeinderates. Auch er ist überzeugt von einem Kindergarten in kirchlicher Trägerschaft, in dem die Kinder in das Kirchenjahr und das christliche Brauchtum hineingeführt werden. „Das Herz der Menschen muss erreicht werden“, so Petschko. Und die beste Botschaft für die Welt sei: „Wir haben Christus“. Abgeschlossen wurde die Feier mit einem Pontifikalamt in der Pfarrkirche.

Text und Fotos: Irmgard Hilmer/jas