News Bild Bischof Gerhard Ludwig Müller predigte bei der 301. Wallfahrt zu Unserer Lieben Frau in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Tirschenreuth

Bischof Gerhard Ludwig Müller predigte bei der 301. Wallfahrt zu Unserer Lieben Frau in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Tirschenreuth

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Bischof Gerhard Ludwig Müller feierte am vergangenen Sonntag mit zahlreichen Gläubigen die 301. Wallfahrt in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Tirschenreuth. Gemeinsam mit Dekan und Stadtpfarrer Georg Flierl sowie zahlreichen weiteren Priestern aus der Region zelebrierte der Regensburger Bischof den Gottesdienst im vollbesetzten Gotteshaus. In seiner Predigt betonte Müller, dass die Botschaft von Fatima auch heute aktuell sei. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von Tenor Josef Hamann, an der Orgel spielte Werner Fritsch.
Nach dem feierlichen Einzug in die Kirche betete der Bischof gemeinsam mit den Gläubigen den Rosenkranz.

Vor Beginn des Pontifikalgottesdienstes dankte Stadtpfarrer Flierl dem Bischof für dessen Verbundenheit mit Tirschenreuth. Diese werde dadurch deutlich, dass er bereits zum siebten Mal an der Wallfahrt teilnimmt. Der Stadtpfarrer erinnerte zu Beginn des Gottesdienstes an die erste Tirschenreuther Wallfahrt, die vor genau 25 Jahren zum ersten Mal stattgefunden hatte. Bischof Gerhard Ludwig Müller stellte in seiner Predigt heraus, dass die Botschaft von Fatima, die die Gottesmutter 1917 an die drei Hirtenkinder gab, auch in der Gegenwart große Bedeutung habe. Die Denkweise, wonach ein „Leben ohne Gott“ möglich und nötig sei, habe sich tief festgesetzt. Er erinnerte daran, welche katastrophalen Auswirkungen dieses Denken gehabt habe: Das „gottlose Regime“ der Nationalsozialisten habe das Böse zum Prinzip gemacht, das Widergöttliche an die Spitze gestellt und sich als „Vorsehung“ ausgegeben. Ähnliches, so der Bischof, sei auch unter Lenin und Stalin praktiziert worden. „Man meinte, das Gewissen müsse sich nicht vor Gott verantworten“.

Auch heute werde den Menschen von verschiedenen Seiten eingeredet, dass die Person mit ihrer gottebenbildlichen Würde nur eine Illusion sei und das Erfüllen der Gottes- und Nächstenliebe nicht möglich und nicht nötig sei. „Diese nihilistische Einstellung ohne Maß, Werte, Ziel und Fundament stellt das ewige Heil in Frage“, kritisierte der Regensburger Oberhirte. Das Gebot des Opferbringens und der Nächstenliebe habe in der Konsum- und Spaßgesellschaft keine Akzeptanz und werde nicht verstanden. „Lassen wir uns nicht von falschen Propheten beeindrucken und beeinflussen“. Gleichzeitig appellierte er, dass sich die Menschen an der Wahrheit und an dem Gutem orientieren sollen, das in der Nähe Gottes geworden ist. „Für andere da sein – das ist die wahre Selbstverwirklichung“, stellte der Bischof fest. Alles sei getragen von der Liebe Gottes, die auch dabei helfe, negative Stationen im Leben zu bestehen.
Die alte Tirschenreuther Wallfahrt, die ihren Ursprung im 17. Jahrhundert hat, wurde am 13. Mai 1987 vom damaligen Stadtpfarrer Georg Maria Witt zu neuem Leben erweckt. Seitdem kommen jeweils am 13. jeden Monats unzählige Menschen zum Tirschenreuther Gnadenbild. An den Festgottesdienst schließt sich jeweils eine Eucharistische Lichterprozession an, die von Mai bis Oktober über den Tirschenreuther Marktplatz führt und in den Wintermonaten in der Pfarrkirche stattfindet. Zur nächsten Monatswallfahrt am 13. Juni wird Weihbischof Andreas Laun aus Salzburg als Prediger erwartet.