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Zur Neuigkeit
Bischof Dr. Rudolf Voderholzer betet mit zahlreichen Gläubigen den Rosenkranz
„Computer des heiligen Dominikus“
Regensburg, 13. Oktober 2026
Unter dem Motto „Gegrüßet seist du, Maria – mit dem hl. Franz von Assisi“ luden Bischof Dr. Rudolf Voderholzer und Generalvikar Domdekan Msgr. Dr. Roland Batz die Gläubigen zum traditionellen Rosenkranzgebet in den Dom mit anschließender Lichterprozession ein. Am 7. Oktober feiert die Kirche das „Fest der allerseligsten Jungfrau Maria vom Rosenkranz“, das im Volksmund kurz „Rosenkranzfest“ heißt. Mit diesem gemeinsamen Rosenkranzgebet am Freitagabend, zwei Tage nach dem Festtag, wurde auch der Rosenkranzmonat Oktober feierlich begangen. Stadtdekan Pfarrer Roman Gerl und Prodekan Pfarrer Martin Stempfhuber assistierten Bischof Rudolf an diesem Abend im Regensburger Dom St. Peter.
„Franziskanischer Rosenkranz“
Im Gedenkjahr des 800. Todestages des heiligen Franz von Assisi († 3. Oktober 1226) stand das gemeinsame Rosenkranzgebet im Dom ganz im Zeichen des großen Heiligen aus Italien. Die fünf Gesätze, die jeweils mit einem Gebetsanliegen und einer Schriftlesung eröffnet wurden, hatten ihre eigenen Geheimnisse: „Jesus, der den heiligen Franziskus gerufen hat, seine Kirche aufzubauen“, „Jesus, dem der heilige Franziskus in völliger Armut nachgefolgt ist“, „Jesus, der den heiligen Franziskus zum Botschafter des Friedens bestellt hat“, „Jesus, der dem heiligen Franziskus seine Wundmale geschenkt hat“ und „Jesus, der den heiligen Franziskus befähigt hat, den Tod als Bruder anzunehmen“. Die Vorbetergruppen kamen aus dem Gymnasium der St. Marienschulen, von den Ministranten der Katholischen Hochschulgemeinde sowie aus den Pfarreien Hl. Geist, St. Wolfgang und St. Anton. Den Lektorendienst übernahm ein Familiare des Deutschen Ordens.
Spektrum der katholischen Stadtgesellschaft gibt leuchtendes Glaubenszeugnis
Singend und betend zog dann nach dem Rosenkranzgebet die Lichterprozession durch die Regensburger Innenstadt, über die Goliathstraße und den Haidplatz zur Dominikanerkirche St. Blasius. Da sah man neben Ministranten aus den Innenstadtpfarreien die Mitglieder des Domkapitels und der beiden Stiftskapitel, Welt- und Ordenschristen genauso wie die Fahnenabordnungen der Caritas, des Malteser Hilfsdienstes, der DJK oder die Studentenverbindungen Rupertia und Regina. Die Familiaren des Deutschen Ordens, in deren Spiritualität das Rosenkranzgebet eine bedeutsame Rolle spielt, waren ebenso vertreten. Gesang, Gebet und Kerzenschein schafften an diesem Freitagabend eine ganz besondere Atmosphäre, der sich auch die Passanten schwer entziehen konnten.
„Der Computer des heiligen Dominikus“
In der Dominikanerkirche empfahlen sich die Gläubigen dann dem Schutz der Gottesmutter. Bischof Rudolf und die anwesenden Priester knieten vor dem Bildnis der Schutzmantelmadonna nieder, das vor 20 Jahren auch beim Besuch von Papst Benedikt XVI. beim großen Festgottesdienst auf dem Islinger Feld aufgestellt worden war. In seinen abschließenden Worten an die Gläubigen griff Bischof Rudolf eine Betrachtung des Journalisten Hans Conrad Zander (* 1937), der etliche satirische und humorvolle Beiträge zu kirchengeschichtlichen Themen verfasst hat, mit dem Titel: „Der Computer des heiligen Dominikus“ auf. Eine Errungenschaft erst des 20. Jahrhunderts, in Verbindung gebracht mit einem großen Heiligen, der an der Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert gelebt hat? Das werde, so der Bischof, viele aufs Erste verwundern. Beim Blick auf die eigentliche Wortbedeutung komme aber die Erklärung. Das lateinische „computare“ bedeutet auf Deutsch so viel wie „zusammenzählen“ oder „zusammenrechnen“. Und so, wie der Computer zunächst einmal eine Rechenmaschine ist, die beim Zählen behilflich ist, so sei auch der Rosenkranz eine Zählhilfe beim Beten des Ave-Maria, erklärte Bischof Dr. Voderholzer.
Rosenkranz, ein dominikanisches Gebet
Da sich der Dominikanerorden sehr um die Verbreitung des Rosenkranzgebetes verdient gemacht hat, bringt der zeitgenössische Autor Hans Conrad Zander, der selbst einige Jahre Mitglied des Dominikanerordens war, den Rosenkranz mit dem heiligen Dominikus in Verbindung. Außerdem kennt die Kirche die Legende von der Rosenkranzspende der Gottesmutter an den heiligen Dominikus im Jahre 1208. Die Kunstgeschichte kennt viele Darstellungen, in denen der heilige Dominikus im Ordensgewand kniend dieses „Geschenk des Himmels“ von der Gottesmutter und dem Jesuskind auf ihrem Schoß entgegennimmt. Im Gegensatz zum Computer unserer Tage sei dieser Computer nicht gesundheitsgefährdend, sondern „er beruhigt, er nährt den Glauben, er verbindet uns mit einer großen Gebetsgemeinschaft, er dient dem Frieden und ist mächtiger als alle bösen Mächte und Gewalten, die uns ins Verderben führen“, so der Regensburger Oberhirte. Hans Conrad Zander schließt seine Gedanken mit dem Wort des französischen Dominikaners Henri-Dominique Lacordaire (1802–1861), das auch Bischof Rudolf zum Abschluss zitierte: „Die Liebe sagt immerzu das gleiche und doch wiederholt sie sich nicht.“ Das habe das Rosenkranzgebet mit der Liebe gemeinsam.
Das Bläserensemble Brassmania aus Regensburg, das auch die Lichterprozession und den feierlichen Abschluss in der Dominikanerkirche St. Blasius musikalisch gestaltet hatte, stimmte dann auch noch ein Geburtstagsständchen für Bischof Rudolf an, der an diesem Tag seinen 67. Geburtstag feiern konnte. Viele Gläubige nutzten noch die Gelegenheit, ihrem Oberhirten zum Wiegenfest zu gratulieren.
Stichwort: Rosenkranzfest
Papst Pius V. hatte das Rosenkranzfest vor über 450 Jahren, im Jahre 1571, gestiftet, als Dank der Kirche für den Sieg der christlichen Flotte über die Osmanen bei der Seeschlacht von Lepanto. Don Juan de Austria (1547–1578) – Sohn Kaiser Karls V. und der Regensburgerin Barbara Blomberg – hatte diese angeführt. Papst Gregor XIII. gestattete 1573 die Feier des Rosenkranzfestes am ersten Sonntag im Oktober für Kirchen mit einem Rosenkranzaltar. Nach einem weiteren militärischen Sieg über das osmanische Heer im Jahre 1716 wurde das Fest auf die gesamte Kirche ausgedehnt. Eine politische Bedeutung bekam das Fest im Jahre 1938, als sich in Wien im Anschluss an eine Rosenkranzfeier im Stephansdom mehr als 7.000 junge Katholiken zu ihrem katholischen Glauben bekannten. Dieses lautstarke Bekenntnis im seit März 1938 nationalsozialistisch beherrschten Österreich wurde zu einer bedeutenden katholischen Widerstandsbekundung gegen das NS-Regime. Am folgenden Tag kam es zu nationalsozialistischen Ausschreitungen gegen kirchliche Einrichtungen, bei denen auch das Erzbischöfliche Palais in Wien verwüstet wurde. In Regensburg erinnert nicht nur ein Relief mit Gedicht am Gasthof Goldenes Kreuz – dem mutmaßlichen Geburtsort Don Juans de Austria – an ihn, sondern auch seit 1978 eine Bronzestatue am Zieroldsplatz östlich des Alten Rathauses. Sie ist eine Kopie der 1572 in Messina aufgestellten Statue.
Text und Fotos: © Carl Prämassing
(jas und SG)









