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Zur Neuigkeit
Bischof Dr. Rudolf Voderholzer besucht die Pfarrei Loiching
„Wir müssen mehr nach der Bergpredigt schmecken“
Loiching, 1. Februar 2026
Mit einem feierlichen Pontifikalamt hat Diözesanbischof Rudolf Voderholzer erstmals die Pfarrei St. Peter und St. Paul in Loiching besucht. Der Besuch des Regensburger Oberhirten stellte einen besonderen Höhepunkt im pfarrlichen Leben dar und unterstrich die enge Verbundenheit der Gemeinde mit dem Bistum Regensburg.
Zu Beginn des Gottesdienstes wurde Bischof Rudolf herzlich willkommen geheißen. Pfarrer P. Pawel Kusiak OFM Conv. brachte seine Freude über den Besuch zum Ausdruck und betonte, dass es der Gemeinde eine große Ehre sei, den Hirten des Bistums in ihrer Mitte zu wissen. Er erinnerte zudem daran, dass die Sommerresidenz des Domkapitels Regensburg über Jahrhunderte hinweg mit der Pfarrei verbunden gewesen sei. Auch Kirchenpfleger Karl Fleischmann begrüßte den Bischof im Namen der gesamten Pfarrgemeinde.
Bischof Rudolf zeigte sich erfreut über den Besuch und betonte, er sei sehr gerne nach Loiching gekommen. Mit Blick auf die nahegelegene Autobahn merkte er an, es sei an der Zeit gewesen, nicht mehr nur vorbeizufahren, sondern diesen Sonntag bewusst mit der Gemeinde zu verbringen.
Als Konzelebranten wirkten Pfarrer P. Pawel Kusiak OFM Conv., P. Adam Salomon OFM Conv., Pfarrer Werner Gallmaier sowie Diakon Wolfgang Brandl mit. Die musikalische Gestaltung des Pontifikalamtes übernahm der Gemeinschaftschor Loiching/Niederviehbach unter der Leitung von Marco Heine; an der Orgel begleitete Centa Eisenreich die Feier.
Die Bergpredigt als Programm Jesu
In seiner Predigt legte Bischof Dr. Voderholzer das Tagesevangelium (Mt 5,1–12a) aus. Ausgangspunkt war die Bergpredigt Jesu nach dem Matthäusevangelium mit ihren einleitenden Seligpreisungen. Bischof Rudolf erinnerte daran, dass diese Worte am Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu stünden und programmatischen Charakter besäßen. Sie gehörten zum innersten Kern seiner Verkündigung und seien zugleich weit über kirchliche Kreise hinaus bekannt – ebenso wie umstritten.
Der Diözesanbischof machte deutlich, dass es sehr unterschiedliche Zugänge zur Bergpredigt gebe. Einerseits fänden sich auch außerhalb der Kirche große Bewunderer dieser Worte. So habe Mahatma Gandhi Jesus wegen seines Aufrufs zu Frieden und Gewaltlosigkeit verehrt und Christen aufgefordert, mehr nach der Bergpredigt zu „schmecken“ und zu „duften“. Auch der kommunistische Philosoph Machovec habe sich von der Bergpredigt tief berührt gezeigt, ebenso wie der jüdische Psychologe Erich Fromm, der diese Worte sehr geschätzt habe. Andererseits entzünde sich Kritik insbesondere an der Verheißung eines Lohnes im Himmel, die als Vertröstung verstanden worden sei. Kritiker hätten gefragt, welchen Trost diese Zusage angesichts von Not und Leid im Hier und Jetzt bete. Karl Marx habe in diesem Zusammenhang von den „Rosen an den Ketten der Gefangenen“ gesprochen; viele hätten die Bergpredigt deshalb als weltfern abgelehnt
Nach Auffassung von Bischof Rudolf griffen beide Sichtweisen zu kurz. Die Bergpredigt stehe am Beginn der Verkündigung Jesu und bilde deren inneres Programm. Jede einzelne Seligpreisung beschreibe zunächst die Haltung Jesu selbst; die beste Auslegung der Bergpredigt sei daher Jesus selbst und führe auf seine Person hin.
Der Bischof machte deutlich, dass Jesus arm im Geist sei, weil er ganz aus der Beziehung zum Vater lebe und nicht sich selbst, sondern Gottes Liebe und Barmherzigkeit verkünde. Jesus sei barmherzig und friedfertig, ohne passiv zu sein, stehe auch im Leiden für die Wahrheit ein und öffne durch Auferstehung und Rückkehr zum Vater allen Menschen den Zugang zu Gott.
Die Bergpredigt wolle daher in eine tragfähige Beziehung zu Jesus Christus hineinführen. Aus der Gemeinschaft mit ihm heraus könnten Christen ihr Leben bewältigen und auch Nachteile annehmen; die dafür notwendige Kraft komme von Christus selbst.
Mit Blick auf mögliche Missverständnisse betonte Bischof Rudolf, nur Zyniker oder jene, die Jesu Verkündigung insgesamt nicht ernst nähmen, könnten die Bergpredigt als bloße Vertröstung missbrauchen. Wer Jesus ernst nehme, müsse auch das 25. Kapitel des Matthäusevangeliums berücksichtigen, in dem sich Glaubwürdigkeit im konkreten Handeln gegenüber den Geringsten erweise. Trost dürfe nur der aussprechen, der zugleich dazu beitrage, dass Menschen im Hier und Jetzt Liebe und Gerechtigkeit erfahren. In diesem Zusammenhang verwies der Bischof auf die Darstellung des heiligen Martin am linken Seitenaltar der Pfarrkirche in Loiching als Soldat, der seinen Mantel mit einem Bedürftigen teilt.
Zugleich stellte der Regensburger Oberhirte klar, dass Christen sich nicht rechtfertigen müssten, wenn sie Trost zusprächen. Angesichts von Auschwitz sowie aktueller Kriege, bei denen Hilfe oft zu spät komme, bleibe der christliche Trost die Hoffnung auf den Himmel. Diese Worte dürfe jedoch nur der sprechen, der zugleich Not lindere, Frieden fördere und die Weisung Jesu im eigenen Umfeld ernst nehme.
Abschließend bezeichnete Bischof Rudolf die Bergpredigt als bleibende Herausforderung und zugleich als Einladung, die Beziehung zu Jesus zu vertiefen und mit ihm durchs Leben zu gehen. Von ihm her werde Christen die Hoffnung zugesprochen, dass nach allen Brüchen und Mühen des Lebens nicht das Nichts stehe, sondern die Gemeinschaft mit dem lebendigen und dreifaltigen Gott in der Herrlichkeit des Himmels.
Dank an die Pfarrei und Begegnung in der Gemeinde
Zum Ende der Predigt dankte der Regensburger Oberhirte der gesamten Pfarrei für ihr Engagement. Er würdigte insbesondere den Dienst der Priester und des Diakons in Verkündigung und Seelsorge sowie die Arbeit der Kirchenverwaltung – und all jener, die sich für die anstehende Pfarrgemeinderatswahl zur Verfügung gestellt haben. Anerkennende Worte fand er auch für die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes und den Dienst der Ministranten. Die wichtigsten Evangelisten im Leben vieler Menschen seien häufig die eigenen Eltern und Großeltern, die durch ihr Beispiel den Glauben weitergäben.
Auch Bürgermeister Günter Schuster würdigte den Besuch des Bischofs. Das Pontifikalamt sei nicht nur ein festlicher Höhepunkt im kirchlichen Leben, sondern auch ein starkes Zeichen der Verbundenheit innerhalb der Gemeinde.
Nach dem Pontifikalsegen setzte sich die Begegnung im Pfarrhaus fort. Beim Sektempfang begrüßte die Pfarrgemeinderatssprecherin Sonja Gonschorek den Bischof offiziell. Auf Bitte des Bürgermeisters trug sich Dr. Rudolf Voderholzer zudem in das Goldene Buch der Gemeinde Loiching ein. Ein kurzer Besuch in der Expositurkirche St. Georg in Wendelskirchen und in der Pfarrkirche in Oberviehbach rundeten den Pastoralbesuch ab.
Text und Fotos: Sabrina Melis
(SG/chb)













