(v.l.) Dr. Thomas Rigl, Leiter der Fachstelle Weltkirche in der Diözese Regensburg, Pauline Maïday und Dolmetscherin Yvonne Helal stehen im Innenhof.

Pauline Maïday aus Kamerun besuchte im Rahmen der Misereor-Fastenaktion 2026 das Bistum Regensburg

Einsatz gegen Jugendarbeitslosigkeit


Regensburg, 27. Februar 2026

Anlässlich der Misereor-Fastenaktion 2026 besuchte Pauline Maïday aus Kamerun zwei Tage lang in Begleitung von Dolmetscherin Yvonne Helal verschiedene Stationen im Bistum Regensburg. Organisiert wurde ihr Besuch von Dr. Thomas Rigl von der Fachstelle Weltkirche. Beim Kolping Bildungswerk Regensburg erhielt sie Einblicke in Ausbildungsklassen für Migranten. Mit Vertretern des KAB-Diözesanverbands traf sie sich zu einem Fachgespräch. Im Mittelpunkt der Begegnung stand die Frage nach einer guten Begleitung junger Menschen auf ihrem Weg in eine sichere Zukunft. Dort berichtete die 36-Jährige auch von ihrem eigenen Weg aus der Arbeitslosigkeit heraus in die Selbstständigkeit als Modemacherin. Unterstützt wurde sie in dieser schwierigen Zeit vom Misereor-Projektpartner CODAS Caritas Douala. Das Hilfswerk hat es sich zur Aufgabe gemacht, jungen Menschen eine Ausbildung zu finanzieren und Start-ups zu fördern. Denn gerade in Douala, der größten Stadt Kameruns, herrscht eine hohe Jugendarbeitslosigkeit. 

Das diesjährige Spendenprojekt der Misereor-Fastenaktion 2026 steht unter dem Leitwort „Hier fängt Zukunft an“ und lenkt den Blick auf das zentralafrikanische Land Kamerun. Um der dortigen hohen Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken, bietet der Misereor-Projektpartner CODAS Caritas in der Hafenstadt Douala Fördermöglichkeiten für benachteiligte junge Menschen an. Von 1000 Bewerbungen jährlich kann CODAS Caritas Douala derzeit im Schnitt nur 40 junge Menschen in ihrer beruflichen Ausbildung unterstützen und somit eine Zukunft bieten. Spenden, die unter anderem bei der diesjährigen Misereor Kollekte am fünften Fastensonntag gesammelt werden, fließen auch in den Ausbau der Förderprojekte von CODAS Caritas Douala. 

Korruption beherrscht den Arbeitsmarkt

Pauline Maïday hat am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet, trotz guter Ausbildung, keine Arbeit zu finden. Dabei hat sie ein Jura-Studium und eine Ausbildung im Logistik- und Transportwesen vorzuweisen. Aus der Not heraus begann die dreifache Mutter, Modeaccessoires und Taschen anzufertigen und zum Verkauf anzubieten. CODAS Caritas Douala unterstützte sie beim Aufbau ihres Start-up-Unternehmens finanziell und bot Pauline Maïday Hilfe im Bereich Marketing an. Ihr Kleinunternehmen trägt sich mittlerweile selbst. Über die sozialen Medien macht sie Werbung für ihre Produkte und vermarktet sie unter dem Modelabel „Feere Yeye“ – was übersetzt Modeaccessoire in ihrer Muttersprache Tupuri bedeutet. Pauline Maïday hat den großen Traum, ihren Betrieb in Douala zu vergrößern und damit weitere Ausbildungs- und Arbeitsplätze für junge Leute zu schaffen. Über 80 Prozent der jungen Bevölkerung finden nämlich entweder gar keine Arbeit oder haben nur gelegentlich eine Beschäftigung. „Um die Jugendarbeitslosigkeit zu bekämpfen, muss sich die Politik ändern. Momentan herrscht überall Korruption und um in einer öffentlichen Stelle eine Arbeit zu bekommen, muss man Teil des korrupten Systems sein oder bezahlen“, so die junge Unternehmerin. Pauline Maïday dankt darum bereits jetzt allen Spenderinnen und Spendern, die sich an der Misereor-Fastenaktion 2026 beteiligen: „Sie können sich gar nicht vorstellen, wie groß und wie wichtig diese kleine Geste für die Jugend in Afrika ist.“

 

 

Fotos, Text: Jacinta Rössler
(jr)



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