News Bild Bischof Dr. Rudolf Voderholzer auf Pastoralbesuch in der Pfarreiengemeinschaft Bernhardswald – Von der Heilung Jesu bis zur Heilung heute

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer auf Pastoralbesuch in der Pfarreiengemeinschaft Bernhardswald – Von der Heilung Jesu bis zur Heilung heute

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„Wir lassen nichts ausfallen, wir lassen uns etwas einfallen.“ Mit diesen Worten hat Bischof Rudolf Voderholzer die Devise beschrieben, nach der die Kirche im Bistum Regensburg während der Corona-Pandemie handle. Am vergangenen Sonntag, 7. Februar, hat der Bischof in St. Bernhard in Bernhardswald im Landkreis Regensburg ein Pontifikalamt zelebriert. Auch die Gottesdienste gehören demnach zu den Dingen, die nicht ausfallen sollen: „Das ist ein riesiges Geschenk“, nannte Bischof Rudolf die Erlaubnis, sich trotz Corona-Pandemie zum Beten zu versammeln. Gottesdienste zu feiern sei schließlich fast das Einzige, das man derzeit überhaupt noch tun dürfe – solange man sich an gewisse Bedingungen halte, wie einen Nasen- und Mundschutz zu tragen. Schließlich wolle man das Evangelium verbreiten und nicht das Virus.

Ein süßes Herz aus Edelstahl

Der Bischof wolle jeder Pfarrei einen Pastoralbesuch abstatten, und nun sei endlich die Pfarreiengemeinschaft Bernhardswald an der Reihe. Als Dankeschön wollte die Pfarreiengemeinschaft, darunter Pfarrer Alois Schmidt, Diakon Karl-Heinz Renner und Gemeindereferentin Anita Pollok, ihm eine Freude bereiten: Zwei Ministranten überreichten ihm ein mit Süßigkeiten gefülltes Herz aus Edelstahl, das symbolisch für das gute Herz des Bischofs stehe. Außerdem erhielt er eine Flasche Sekt für die nächste gemeinsame Feier. Lauter Applaus der rund 50 Kirchgänger hallte durch den Raum, als der Bischof die Geschenke entgegennahm.

Der erste Auftritt als Heiland

An diesem 5. Sonntag im Jahreskreis ging das Evangelium auf Jesu ersten Auftritt als Heiland in der Öffentlichkeit ein. Gemäß dem Evangelisten Markus (1,29–39) litt die Schwiegermutter des Simon Petrus an Fieber. Die Jünger holten Jesus, der die Schwiegermutter heilte. Am nächsten Morgen verkündete er, dass er noch viele weitere Dörfer besuchen wolle. Und sie zogen durch ganz Galiläa, damit Jesus die Kranken heilen und Dämonen vertreiben konnte. In dieser Geschichte tritt Jesus zum ersten Mal offen als Heiler auf. Und auch heute noch findet sich dieses Prinzip der Heilung wieder: Laut Bischof Rudolf hätten in der Nachfolge Christi viele Menschen den Auftrag angenommen, das Schlechte zu vertreiben. Es sei eine kirchenhistorische Tatsache, dass die Krankenpflege, die Hilfe für Kranke und Arme, die Weiterführung dieser Arbeit Jesu sei. Schon die früheren Ordensschwestern hätten den Krankenpflegebereich aufgebaut. Bis heute sei sogar der biblische Begriff „Schwester“ in dem Beruf „Krankenschwester“ zu finden – obgleich es inzwischen offiziell „Gesundheits- und Krankenpflegerin“ heißt.

Für das Reich Gottes auf die Familie verzichten

Da sich die Geschichte um Simons Schwiegermutter dreht, war er offenbar verheiratet. Deshalb, so Bischof Rudolf, würden sich viele Leute fragen, ob das Prinzip der Ehelosigkeit lediglich eine spätere Erfindung der Kirche sei. Der Bischof erklärte, dass man damals in Israel praktisch dazu verpflichtet gewesen sei, zu heiraten. Ehelos zu leben habe als anstößig gegolten.

Doch einst, so der Bischof, fragten die Jünger Jesus, was sie denn dafür bekämen, dass sie alles und jeden verlassen hatten. Und Jesus habe erklärt, dass es nicht darum gehe, was man bekomme. Denn die Frage sei doch: Wie groß müsse Gottes Reich sein, wenn man sogar bereit sei, dafür auf seine Familie zu verzichten?