News Bild "Über das Brauchtum wird der Glaube vermittelt" - Bischof Rudolf bei der Holzkirchner Kerzenwallfahrt auf den Bogenberg

"Über das Brauchtum wird der Glaube vermittelt" - Bischof Rudolf bei der Holzkirchner Kerzenwallfahrt auf den Bogenberg

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Großen Respekt und allerhöchste Anerkennung zollte Bischof Rudolf Voderholzer den Pilgern für die Treue und das Einhalten des über 500 Jahre alten Gelübdes der Holzkirchner Kerzenwallfahrt auf den Bogenberg. Schweißtreibend, kräftezehrend, teilweise ganz stark "vom Winde verweht"  und schließlich nach der Umrundung der Wallfahrtskirche die letzten Meter vom Applaus der Zuschauer getragen, wurde die 13 Meter lange Kerze der Holzkirchner Wallfahrer am Pfingstsonntag auf der linken Seite im Chorbogen aufgestellt.

 

Mehr als religiöser Leistungssport

Wallfahrtspfarrer Pater Marek gestand am Anfang der Marienandacht in der vollbesetzten Wallfahrtskirche, dass bereits das Zuschauen anstrengend war und er zitierte den Sendungsauftrag von Jesus an seine Jünger "Geht hinaus in alle Welt und verkündet das Evangelium allen Völkern".  "Ein Ausdruck meiner allerhöchsten Hochachtung" sagte Bischof Rudolf Voderholzer zu Beginn seiner Predigt. Bewegt habe er bereits im Vorfeld das Fotobuch betrachtet, aber alles was er jetzt live gesehen hat, habe seine Erwartungen haushoch übertroffen. Er sei sehr froh, dass er diese Kerzenwallfahrt heute miterleben durfte. "Das ist mehr als religiöser Leistungssport" resümierte er und betonte  das hervorragende "aufeinander abgestimmt sein", das Teamwork und das "Ihr könnt euch aufeinander verlassen. Einer für alle, alle für einen".

Beim Beten geht man leichter als beim Schwätzen

Bischof Rudolf würdigte mit begeisterten Worten dieses Zeichen des Glauben und der Treue, von dem man etwas lernen kann. "Ihr wisst euch heute noch den Gelübden Eurer Vorfahren verpflichtet, das seit über 500 Jahren erfüllt wird". Es sei ein tiefes Zeugnis des Vertrauens an Gott und dem Wissen "An Gottes Segen ist alles gelegen". Die ganze Wallfahrt sei eingebettet in das Gebet und jeder Pilger weiß "Beim Beten geht man leichter als beim Schwätzen". Bischof Rudolf erinnerte auch an das Gelübde der Borkenkäferplage vor mehr als 500 Jahren und meinte, dass man zwar heute besser gegen einen solchen Befall gerüstet sei. Aber jeder weiß auch, dass man die wichtigsten Dinge im Leben niemals gegen alle Gefahren schützen oder versichern und auch nicht kaufen kann. "Das Wichtigste bekommt man von Gott, vom Schöpfer geschenkt und das muss man annehmen. An Gottes Segen ist alles gelegen" betonte Bischof Rudolf und lud zum Dank ein für den Segen, den der Herrgott schenkt, damit die Felder Früchte tragen und unser Land gedeiht.

 "Seit 542 Jahren bringen die Holzkirchner "die lange Stang" nach Bogen und zum Heiligen Berg Niederbayerns" betonte Bürgermeister Franz Schedlbauer bei seiner Begrüßung auf dem Stadtplatz von Bogen. Dieses Zeugnis des Glaubens unserer christlich-abendländischen Kultur präge den Pfingstsonntag. Er selbst war die 75 Kilometer lange Strecke von Holzkirchen (Landkreis Passau) eineinhalb Tage lang über Vilshofen, Niederalteich, Deggendorf, Niederwinkling nach Bogen mitgegangen.  Schedlbauer freute sich, dass es in diesem Jahr eine dreifache Premiere gab:

Zum ersten Mal nahmen Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer , der niederbayerische Regierungspräsident Rainer Haslbeck und P. Marek vom Bogenberg als neuer Wallfahrtspfarrer teil. Diesem Willkommensgruß schloss sich auch Landrat Josef Laumer an und er zollte Anerkennung für diese Tradition und das christliche Brauchtum. Der Wallfahrtstag hatte bereits um 5 Uhr morgens mit dem Wallfahreramt in Deggendorf begonnen. Danach folgte der steile Aufstieg auf den Bogenberg an, bei dem 100 Höhenmeter zu überwinden sind. Ab dem Bogener Stadtplatz wird die Kerze aufrecht von einem Mann getragen. 12 Männer wechseln sich bei dieser schwierigen Arbeit ab.