News Bild Über 50.000 Unterschriften für einen Gottesbezug in der EU-Verfassung

Über 50.000 Unterschriften für einen Gottesbezug in der EU-Verfassung

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(pdr) Domdekan Dr. Max Hopfner und Diözesanratsvorsitzender Fritz Wallner haben am Dienstag die bisher gesammelten Unterschriften für einen Gottesbezug im europäischen Verfassungsvertrag an Landtagspräsident Alois Glück (CSU) übergeben. Drei Wochen lang hatten die katholischen Verbände und die Pfarreien der Diözese die Unterschriftenlisten ausgelegt und so bislang 51.121 Unterschriften gesammelt.
„Dieses Anliegen vorzubringen ist gerade jetzt wichtig, denn die entscheidende Sitzung der europäischen Staats- und Regierungschefs steht in dieser Woche bevor“, so Fritz Wallner bei der Übergabe. „Wir übergeben die Unterschriften an den Repräsentanten der bayerischen Volksvertretung und bringen so den Willen der deutlichen Mehrheit zum Ausdruck“.

Domdekan Dr. Max Hopfner betonte, die Kirche sei nicht in erster Linie als Sozialinstitution zu sehen. „Die Kirche hat zuallererst eine Botschaft zu verkünden. Die sozialen Aspekte leiten sich dann davon ab“. Daher sei die Unterschriften-Aktion ein großes Anliegen von Bischof Gerhard Ludwig gewesen, das er gerne unterstützt habe. „Im Dom hat der Bischof alle Gläubigen zur Beteiligung aufgerufen. Unser Bischof ist keiner, der bloß jammert, sondern einer, der sehr engagiert in die Zukunft wirkt. Auch daher ist der Gottesbezug in der entstehenden europäischen Verfassung so wichtig.


Landtagspräsident Alois Glück zeigte sich beeindruckt von der großen Zahl an Unterschriften. „Das dokumentiert, dass wir beinahe einen Grundinstinkt haben, dass Europa eine Orientierung braucht. Die EU muss mehr sein als nur eine Zweckgemeinschaft“. Die geringe Wahlbeteiligung bei der Europawahl zeige, dass Europa hat zu wenig Identität hat. „Im Verfassungsvertrag geht es natürlich um Strukturen. Im Kern geht es jedoch darum: Wie definiert sich dieses Europa?“. Glück gab dem Wunsch Ausdruck, dass bei der Debatte um die Endfassung nicht nur um die Stimmenverhältnisse einzelner Länder gerungen werde, sondern die grundsätzliche Fragen der Werteorientierung zur Sprache kämmen.

Die Bundesregierung forderte er auf, den großen Mehrheitswillen engagiert zum Ausdruck zu bringen. „Positiv ist zu sagen, dass im jetzigen Verfassungsentwurf das Wirken der Kirchen tatsächlich abgesichert ist. Und das nicht nur als Sozialinstitution, sondern als ‚Raum für Religion’, für Sinnstiftendes“.



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