Flagge Bangla Desh, Mann, Gegenlicht gegen Sonne

Bangladesch nach den Wahlen: Christen hoffen vorsichtig

Stabilität und Frieden


Dhaka / Regenburg, 17. Februar 2026

Nach dem klaren Sieg der „Bangladesh Nationalist Party“ bei den Parlamentswahlen sprechen katholische Kirchenvertreter von einem historischen, gewaltfreien Urnengang. Sie verbinden mit dem politischen Neuanfang große Hoffnungen auf Demokratie, Sicherheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Nach den Parlamentswahlen vom 12. Februar in Bangladesch haben kirchliche Vertreter ihre Zuversicht hinsichtlich der weiteren Entwicklung des Landes zum Ausdruck gebracht. Der Weihbischof der Erzdiözese Dhaka, Subroto Boniface Gomes, erklärte gegenüber der katholischen Nachrichtenagentur Fides, die Christen im Land blickten hoffnungsvoll in die Zukunft. „Wir waren positiv überrascht, dass die Wahlen vollkommen friedlich verlaufen sind. Es gab weder Opfer noch Wahlgewalt – das ist beispiellos in der Geschichte Bangladeschs“, so der Bischof. Umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen und die Präsenz von Soldaten hätten dafür gesorgt, dass die Bevölkerung ihr demokratisches Recht ohne Angst ausüben konnte. Die Atmosphäre sei von großem Enthusiasmus geprägt gewesen.

Als klarer Sieger ging die „Bangladesh Nationalist Party“ (BNP) hervor. Nach vorläufigen Ergebnissen konnte sie mehr als 212 der 300 Parlamentssitze und damit eine Zweidrittelmehrheit für sich verbuchen. Die Wahlbeteiligung lag laut Wahlkommission bei rund 60 Prozent. Die Koalition islamistischer Gruppen unter Führung der Jamaat-e-Islami kommt demnach auf etwa 76 Sitze. Die bisher regierende "Awami League" durfte an der Wahl nicht teilnehmen. Ihre langjährige Regierungschefin Sheikh Hasina war nach monatelangen, von Studenten angeführten Protesten im August 2024 ins Ausland geflohen. Damit endete ihre 15-jährige Amtszeit.

Geführt wird die BNP von dem 60-jährigen Tarique Rahman, der nach 17 Jahren im Exil im Vereinigten Königreich in seine Heimat zurückgekehrt ist und nun das Amt des Premierministers übernehmen dürfte. Am Freitag hatte er zu einem landesweiten Gebetstag aufgerufen. Bischof Gomes wertete diesen Schritt als wichtiges Zeichen: Die öffentliche Sphäre erhalte dadurch auch eine spirituelle Dimension. Rahman habe betont, dass das Land Frieden und Stabilität brauche und alle gemeinsam daran arbeiten müssten. „Als Christen teilen wir diesen Ansatz“, so der Weihbischof.

Hoffnung auf friedliches Zusammenleben

Auch Pater Peter Chanel Gomes, Direktor der Päpstlichen Missionswerke in Dhaka, sprach von einem ermutigenden Signal. Die Wahl habe gezeigt, dass die Demokratie in Bangladesch lebendig und stark sei. Für viele Bürger seien die Wahlen eine Erleichterung nach Jahren von Korruption, Unordnung und Unsicherheit gewesen. Die Menschen hätten frei und sicher abstimmen können. Die von Freiheit und Optimismus geprägte Wahl habe deutlich gemacht, dass das Volk die Zukunft des Landes aktiv mitgestalten könne, wenn ihm die Möglichkeit dazu gegeben werde.

Neben der Parlamentswahl stimmten die Bürger in einem Referendum mit großer Mehrheit für institutionelle Reformen, die eine Rückkehr zu autoritären Strukturen verhindern sollen. Die christliche Minderheit verbindet mit dem politischen Neuanfang die Hoffnung auf ein friedliches Zusammenleben und eine stabile demokratische Entwicklung.

Text: Vatican News

(sig)



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