News Bild „Aufgabe der Christen ist es, extremen Nationalismus zu verhindern“ – Bischof Rudolf predigt auf dem Mausberg

„Aufgabe der Christen ist es, extremen Nationalismus zu verhindern“ – Bischof Rudolf predigt auf dem Mausberg

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Begrüßt vom Pfarrvikar Christian Preitschaft, Bürgermeister Peter Dotzler und der Kirchenpflegerin Susanne Lindner traf Bischof Dr. Rudolf Voderholzer zum Beginn der Wallfahrtswoche auf dem Mausberg ein. Nach der Kindersegnung zog er mit Diakon Dieter Gerstacker und den Priestern Hans Peter Heindl, Alfred Lindner und Christian Preitschaft in die Kirche ein. Deren Plätze reichten aber bei Weitem nicht aus und viele Hunderte an Gläubigen folgten dem Pontifikalgottesdienst dank einer perfekten Lautsprecherübertragung auf dem Vorplatz. Aus Hahnbach und Ursulapoppenricht waren starke Wallfahrergruppen gekommen, welche der Gebenbacher Pfarrvikar extra willkommen hieß.

 

Die Fülle in Gemeinschaft leben

In seiner Predigt zu "Wer glaubt ist nie allein" erinnerte der Bischof daran, dass "Alleinsein größte Not" sein könne. Das Credo der Christen wisse in seiner Dreifaltigkeit davon und spreche von "Gott, dem Ursprung und der Quelle des Dialogs". Gott selber lebe "die Fülle in Gemeinschaft und Beziehung". Er sei in seiner Trinität "vollkommene Liebe, ein Austauschen von Schenken und Empfangen". Jener Trialog in Beziehung habe in seiner Konsequenz auch die Welt ins Dasein gesetzt. In der Schöpfung komme dann schließlich auch der Mensch zu sich, nicht allein, sondern als Mann und Frau. In gelebter Beziehung, in Gemeinschaft setze diese sich auch fort und fort, so Bischof Voderholzer.

 

Hier gibt es keine Fremden oder Ausländer! Wir sind alle Schwestern und Brüder

Das Wort "Sünde" komme von "absondern" und zwar von Gott und den Menschen, erklärte er. Eine Vereinzelung, Isolierung sei und bleibe deshalb sündhaft und widergöttlich. Gott habe seinen Sohn Jesus Christus ja auch deshalb in die Welt gesandt, um "seine Kinder aus aller Verlassenheit herauszuführen". Da Jesus selber die letzte und tiefste Einsamkeit am Kreuz erlebt habe und bleibend darum wisse, gebe es "auf Erden keinen Ort der Gottferne" mehr. Durch den neuen Bund in Jesus sei zudem eine "Heilung aller Sünde" in und durch wirkliche und wirkende Gemeinschaft gegeben. Dazu dieses immer wieder auch körperlich zu erspüren, dienten auch "Gottesdienste wie dieser", versicherte Bischof Rudolf.

 

 

In der Kirche als dem "Sakrament der Einheit" sollten alle "wie eine große Familie leben". "Hier gibt es keine Fremden oder Ausländer! Wir sind alle Schwestern und Brüder!", betonte Bischof Voderholzer nachdringlich. Gerade deshalb sei es schlimm, dass vor 80 Jahren mit dem Überfall auf Polen, der Glaube nicht genügend Kraft hatte und Christen gegeneinander kämpften. Extremer Nationalismus habe zu jenen "gottlosen Regimen" unter Hitler und Stalin geführt, welche folglich "ein Meer an Blut und Tränen hervorgebracht haben". Aufgabe der Christen heute sei es deshalb auch, derartiges für alle Zeiten zu verhindern.

 

Christen sind gerufen zur Gemeinschaft

Damit die Welt, Gottes Schöpfung, gut und für alle erhalten bleibe, verlangte der Bischof einen "geschwisterlichen Bezug zur Umwelt" mit einem "liebenden Blick auf ihre Wunden". "Ein gutes Leben aller und überall" mit einem fairen Handel weltweit sei auch vom "Vater unser" und der Bitte "unser tägliches Brot gib uns heute" mitintendiert. Egoismus versündige sich am "gemeinsamen Haus der Erde", an Gott und den Menschen, welche doch "Ebenbilder Gottes" seien und auch so leben sollten. Mit "wir sind gerufen zur Gemeinschaft" schloss der Bischof seine Predigt.