News Bild Auf den Spuren des Konstanzer Konzils in der Oberpfalz - Vortrag im Museum Obermünster zum Konstanzer Konzil

Auf den Spuren des Konstanzer Konzils in der Oberpfalz - Vortrag im Museum Obermünster zum Konstanzer Konzil

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Die Kunstsammlungen des Bistums Regensburg veranstalten eine Vortragsreihe zu den Ereignissen während des Konstanzer Konzils. Am Montag, 25. April, um 19 Uhr führt Dr. Ota Pavícek, Prag, unter dem Titel "Verhaftet in Hirschau - Hieronymus von Prag - Leben und Werk - Zum 600. Todestag des Hus-Freundes und Reformators" auf die Spuren in der Oberpfalz. Der Eintritt ist frei.

Auf seiner Reise zum Konzil von Konstanz kam Magister Jan Hus durch Hirschau. Hus’ Freund Hieronymus machte auf dem Rückweg von Konstanz am 21. April in Hirschau Station. Er übte, beim Stadtpfarrer eingekehrt, in Gegenwart zahlreicher Geistlicher heftige Kritik an der Kirchenversammlung, dem Konzil in Konstanz. Sein Auftreten aber hatte zur Folge, dass von Seiten der Zuhörer Anzeige bei dem landesherrlichen Richter Teynstauffer erstattet wurde, der dann am 24. April den böhmischen Gast auf seinem Ritt abseits der Straßen stellte und gefangen nahm. Teynstauffer benachrichtigte sofort den Landesherrn, der sich in Sulzbach aufhielt und Hieronymus am 24. April dorthin ins Gefängnis überführen ließ. Ähnlich wie ein Jahr zuvor sein Freund Jan Hus, wurde Hieronymus am 30. Mai 1416 auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Europa zu Gast in Konstanz: Ende 1414 erreichten die ersten hohen Vertreter von Adel und Klerus die Reichsstadt am Bodensee. Der römisch-deutsche König Sigismund hatte ein Konzil einberufen, um die abendländische Kirche wieder zu vereinen. Erst 1418 löste sich die Versammlung wieder auf. Bis zu 20 000 ständige Besucher sollen daran teilgenommen haben. Die Hauptaufgabe wurde erfüllt: Papst Martin V. wurde nach Absetzung und Rücktritt der drei konkurrierenden Vorgänger zum einzigen Papst gewählt. Doch es geschah viel mehr auf dem Konstanzer Konzil: Die böhmischen Reformer Jan Hus und Hieronymus von Prag waren gekommen, um ihre Schriften zu verteidigen, wurden aber wegen angeblicher Ketzerei verurteilt. Die Vertreter der bedeutendsten europäischen Universitäten wie Bologna, Paris, Cambridge, Salamanca, Padua, Neapel, Prag, Florenz, Wien, Erfurt, Heidelberg, Köln und Leipzig initiierten einen enormen Wissenstransfer. Kriegerische Kontrahenten suchten im Dialog nach Lösungen.