News Bild Auch die Haare bringen etwas zum Ausdruck – Bischof Voderholzer feierte Pontifikalamt am Aschermittwoch

Auch die Haare bringen etwas zum Ausdruck – Bischof Voderholzer feierte Pontifikalamt am Aschermittwoch

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„Ähnlich wie der Aschermittwoch, erinnert uns auch das Corona-Virus seit ungefähr einem Jahr an unsere Vergänglichkeit“, erklärte Bischof Rudolf Voderholzer zu Beginn der Heiligen Messe. Am Abend des Aschermittwochs, 17. Februar, zelebrierte er das Pontifikalamt im Regensburger Dom St. Peter.

 

 

Asche – aber ohne Kreuz

„Bedenke Mensch, dass du Staub bist, und wieder zu Staub zurückkehren wirst“, heißt es zu Aschermittwoch. Doch diesmal gab es keine Kreuze aus Asche auf der Stirn, wie sonst üblich. Aufgrund der Corona-Pandemie werden weiterhin die Hygieneregeln eingehalten, wie das Tragen einer FFP2-Atemschutzmaske oder eben die Änderung bei der Ascheauflegung: Um direkten Körperkontakt möglichst zu vermeiden, hat Bischof Rudolf lediglich Asche auf das Haupt der Kirchgänger gestreut.

Damit mehr Menschen zur Heiligen Messe kommen konnten, änderte man kurzfristig den Ort: Mit der aktuellen 1,5-Meter-Abstand-Regel fanden im großen Dom St. Peter mehr Kirchbesucher Platz als in der Regensburger Niedermünsterkirche. Es war ursprünglich geplant, dort den Gottesdienst zu feiern. Auch die später vorgetragenen Fürbitten bezogen sich zum Teil auf die Corona-Zustände: Sie richteten sich unter anderem an alle Menschen, die schwere Schicksalsschläge ertragen mussten – vor allem da die Anzahl der Corona-Toten inzwischen weltweit bei über zwei Millionen liege.

 

 

Verborgenheit statt Anerkennung

Aschermittwoch stellt den Beginn der 40-tägigen Fastenzeit vor dem Hochfest Ostern und der Auferstehung Christi dar. Die Fastentage solle man in Demut und Buße begehen, so Bischof Rudolf. Das Evangelium nach Matthäus (Mt 6,16-18) besagt: „Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler. Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Du aber salbe dein Haar, wenn du fastest, und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der auch das Verborgene sieht.“ Beim Fasten gehe es nicht um Anerkennung anderer, sondern um die rechte Gesinnung, Liebe, inneres Gebet und die Vorbereitung auf das Osterfest.

 

 

Frisur zeigt Demut

Bischof Rudolf wies am Aschermittwoch darauf hin, wie viel Bedeutung dem Thema des Haupthaares geschenkt werde, welches sich durch die ganze Heilige Schrift zieht. Er bemerkte, dass laut dem bayerischen Ministerpräsidenten die Frisur mit einem guten Auftreten zu tun habe – und dass dieser damit recht habe. Früher sei es die Norm gewesen, so Bischof Rudolf, dass sowohl Frauen als auch Männer lange Haare hatten. Die Menschen hätten damals unbeschnittene Haare als Zeichen der Demut angesehen. Auch Mönche drückten früher eine Botschaft mit einem Haarschnitt aus: Sie „opferten“ ihre Haare mit der Tonsur als Zeichen ihrer Demut und Hingabe gegenüber Gott. Laut Bischof Rudolf habe man das Haar, zusammen mit dem Haupt und Gesicht, als Ausdruck der Seele, des Inneren, wahrgenommen. Deshalb liege der Ministerpräsident durchaus richtig damit, wenn er sagte, dass das Haar etwas mit der Würde und dem Leib zu tun habe.