News Bild Aschermittwoch: Umkehr in der Fastenzeit ist ein Geschenk der göttlichen Gnade!

Aschermittwoch: Umkehr in der Fastenzeit ist ein Geschenk der göttlichen Gnade!

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"Am Aschermittwoch ist alles vorbei...", so besingt ein rheinisches Karnevalslied das Ende der Faschingszeit. Für den Faschingsfreund ist mit dem Aschermittwoch sicher alles vorbei, für den Katholiken ist der Aschermittwoch aber erst der Anfang der Vorbereitungszeit auf das Osterfest. Mit zahlreichen Gläubigen feierte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am Abend des Aschermittwochs in der Dompfarrkirche Niedermünster das Pontifikalamt zum Auftakt der österlichen Bußzeit. Bereits am Vormittag hatte er in St. Franziskus in Burgweinting den Aschermittwoch der Künstler gefeiert, der als christliche Antwort auf den "Politischen Aschermittwoch" steht.

 

"Herr verwandle diese Welt, und fange bei mir an"

...die Worte der hl. Mutter Theresa von Kalkutta (1910 - 1997) stellte Bischof Rudolf als geistlichen Kontrapunkt zu dem, was aus dem Aschermittwoch in den vergangenen Jahren geworden ist. Der sogenannte "Politische Aschermittwoch" sei heute das Thema in den Medien gewesen, man hätte fast glauben können, der Aschermittwoch sei von Politikern eigens dafür erfunden worden. Da stelle sich ein jeder Politiker im besten Licht dar, wortgewaltig und oft auch den politischen Gegner verletzend, quer durch die gesamte Parteienlandschaft.

Doch der geistliche, der eigentliche Aschermittwoch, sie ein ganz anderer: da gehe es nicht darum, sich aufzuplustern und in Oberflächlichkeiten zu ergehen sondern inne zu halten und in sich zu kehren. Nicht der Mensch stehe im Mittelpunkt, sondern Gott. Den Aschermittwoch geistlich zu begehen, so Bischof Rudolf, heiße, Gott zu vertrauen, dass er etwas mit uns vorhat. Auch die Umkehr in der Fastenzeit sei ein Geschenk der göttlichen Gnade.

 

Stichwort: Aschenkreuz

Die beim Verbrennen der geweihten Palmzweige des Vorjahres gewonnene Asche wird in der Messfeier am Aschermittwoch verwandt, um den Gläubigen ein Aschenkreuz auf die Stirn zu zeichnen als Zeichen der eigenen Vergänglichkeit. Die geschieht mit den Worten aus der 1. Buch Mose, Kapitel 3 Vers 19: „Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst“. Bereits im Alten Testament kennt man den Brauch, sich als Zeichen der Buße mit Asche zu bestreuen, so der König von Ninive im Buch Jona. Als Bußakt kennt das Christentum diesen Ritus bereits in der Spätantike. Papst Urban II. empfahl auf der Synode von Benevent im Jahre 1091 den Brauch der Aschenbestreuung für die ganze Kirche, der zuvor schon in mancherorts gebräuchlich war.

Man unterschied anfänglich den Ritus der Aschenbestreuung nach Geschlechtern, Männer bekamen die Asche aufs Haupthaar gestreut, Frauen das Kreuz auf die Stirn gezeichnet. Heute sind beide Riten unabhängig vom Geschlecht gebräuchlich. Das Aschenkreuz zählt mit der Altarweihe und der kirchlichen Begräbnisfeier, der Ordensprofess und der Abtsbenediktion, um nur einige zu nennen, zu den sogenannten Sakramentalien, den heilswirksamen Zeichen.