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Zur Neuigkeit
Aschermittwoch der Künstlerinnen und Künstler in St. Anton
Was die Stimme bewirken kann
Regensburg, 18. Februar 2026
Es war eine echte Premiere beim traditionellen Aschermittwochsgottesdienst der Künstlerinnen und Künstler: Zum ersten Mal stand die Musik im Mittelpunkt, erklärte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer. Er freute sich sehr, dass die Jazz- und Opernsängerin Jocelyn B. Smith die Einladung als Gastrednerin angenommen hatte. Sie ist Trägerin des Golden Record Awards von 1995 für den Titelsong von „Der König der Löwen“. Zudem erhielt sie 2018 das Bundesverdienstkreuz für ihr soziales Engagement. Das Motto des diesjährigen Künstlergesprächs lautete „The Power of Yes“.
Ein echtes Traditionsevent
Organisiert wird der Aschermittwoch der Künstlerinnen und Künstler gemeinsam vom Leiter der Künstlerseelsorge, Msgr. Dr. Werner Schrüfer, Dr. Maria Baumann, Leiterin der Kunstsammlungen des Bistums Regensburg, und Professor Stefan Baier von der Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik (HfKM). Die musikalische Gestaltung übernahmen Mitglieder des Chors „ART VOKAL“, die Flötistin Johanna Kerschbaum und der Organist Prof. Steven J. Heelein OblOSB. Unter seiner Leitung kam das von ihm komponierte Werk „Viergestalt“ erstmals zur Aufführung.
Uraufführung von „Viergestalt“
Der diesjährige Aschermittwoch der Künstlerinnen und Künstler fand im Regensburger Kasernenviertel in der Kirche St. Anton statt. Aufgrund der angestiegenen Bevölkerung wurde die Kirche in den 1920er Jahren errichtet, erklärte Msgr. Dr. Werner Schrüfer. In der Apsis befindet sich ein übergroßes Bild von Jesus Christus, das der Regensburger Künstler Georg Winkler angefertigt hatte. Gemeinsam mit Geistlichen und einem weiteren Regensburger Künstler, Guido Martini, entstand das künstlerische Gesamtkonzept der Kirche. So sind im Altarraum auch die vier Evangelistensymbole zu sehen: Engel (für Matthäus), Löwe (für Markus), Stier (für Lukas) und Adler (für Johannes). Thematisch nahm darauf die Musik von Prof. Steven J. Heelein OblOSB Bezug. „Der Name Viergestalt bezieht sich auf die Eingangsvision aus dem Buch Ezechiel“, erklärte Msgr. Dr. Werner Schrüfer. „Dieser Textabschnitt beschreibt die Vielgestaltigkeit der Evangelisten“, so Schrüfer weiter. Zur Bedeutung von „Viergestalt“ erklärte er: „Vier Individuen, verbunden durch eine Botschaft. In der Musik vier Musikerinnen, die wie eine Person musizieren, Gott anrufen und Gott lobpreisen.“
Was Musik bei Menschen bewirkt
In seiner Predigt ging Bischof Dr. Rudolf Voderholzer darauf ein, dass erstmals beim Aschermittwoch der Künstlerinnen und Künstler die Musik als Kunstform im Mittelpunkt stand. Bischof Rudolf betonte, dass Musik als Sprache des Herzens mehr bewirkt als bloße Worte. So wirkte die Musik auch in Situationen, in denen Worte fehlen.
Mit Blick auf die Fastenzeit erklärte der Regensburger Oberhirte, dass Musik dort eine Stütze sein kann und durch sie die Zeit des Verzichts leichter gestaltet wird. Weiter betonte er die positiven Wirkungen der Musik: Sie kann Menschen zusammenbringen, Brücken schlagen und Differenzen überwinden.
Krieg, Musik und Hoffnung
Auf der anderen Seite stand allerdings, dass Musik für nationalistische Interessen und Krieg instrumentalisiert werden kann. „Und doch gilt das alte deutsche Sprichwort“, erklärte der Regensburger Oberhirte, „wo man singt, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen haben keine Lieder.“
Mit Blick auf St. Anton, die Kirche im ehemaligen Regensburger Kasernenviertel, fragte sich Bischof Rudolf, wie viele Menschen in dieser Kirche bereits betrauert worden waren, und merkte an, dass auch in Europa nach langer Zeit Krieg erneut ein bedrängendes Thema ist. „Wir können nur hoffen und vor allem beten, dass zum einen die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine und den vielen anderen Kriegs- und Krisengebieten bald ein Ende finden und dass neue Kriege verhindert werden und keine neuen Kasernen gebraucht werden“, so Bischof Rudolf.
Mit Bezug auf die Soldaten und im Rückblick auf die gemeinschaftsstiftende Wirkung der Musik erinnerte der Regensburger Oberhirte an den Weihnachtsfrieden von 1914. Damals legten Soldaten an einigen Abschnitten der Westfront ihre Waffen nieder, feierten gemeinsam Weihnachten und sangen. Bischof Rudolf erklärte, dass dies für ihn ein großes Zeichen der Hoffnung war – auf die Kraft der Musik und letztlich auf Gott.
Abschließend erklärte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, er freute sich auf das Künstlergespräch mit Jocelyn B. Smith und darauf, mehr über ihre Geschichte und ihre Erlebnisse zu erfahren. Nach dem Auflegen des Aschekreuzes sang Jocelyn B. Smith auf Englisch das Vaterunser. Beim anschließenden Künstlergespräch im Regensburger Music College ging es unter anderem um ihre ersten Berührungspunkte mit der Musik, ihren Auftritt am Brandenburger Tor zum Gedenken an die Opfer des 11. September und ihr soziales Engagement.
Text und Fotos: Lea Grosser
(SG)


















