Pater Martin Maier SJ

Adveniat zur Amtseinführung von Präsidentin Fujimori in Peru

„Verantwortung für Menschen und Natur“


Essen / Regensburg, 23. Juli 2026

„Eine Präsidentin Keiko Fujimori muss Verantwortung für die Rechte aller Menschen in einer tief gespaltenen Gesellschaft in Peru übernehmen.“ Das fordert der Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat Pater Martin Maier SJ angesichts der Amtseinführung der neuen Präsidentin Keiko Fujimori am 28. Juli 2026 in Peru.

Die Politikerin der konservativen Partei Fuerza Popular hatte mit 50,1 Prozent die Stichwahlen knapp gegen den Kandidaten der Linken, Alberto Sánchez, gewonnen. Im ersten Wahlgang konnte die Tochter des wegen Menschenrechtsverbrechen und Korruption verurteilten Ex-Präsidenten Alberto Fujimori allerdings gerade mal 17 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. „Die Gesellschaft ist nach zahlreichen politischen Skandalen, einem massiven Anstieg alltäglicher Gewalt und extrem ungleich verteilter Vermögen tief gespalten“, erläutert Pater Maier, der während der Amtseinführung Fujimoris am 28. Juli 2026 in Peru zu Projektbesuchen unterwegs sein wird.

Die neue Präsidentin und ihre Partei Fuerza Popular stehen für eine Politik, die Standards bei den Bürgerrechten und Umweltgesetzen immer weiter absenkt. So wurden bei der Umwandlung von Wald in landwirtschaftliche Flächen Umweltgutachten und die Einbeziehung der betroffenen indigenen Bevölkerung abgeschafft. Verstöße gegen die Umweltgesetzgebung werden damit straffrei und den indigenen Völkern, die von und mit den intakten Regenwäldern leben, wird die Lebensgrundlage entzogen. Wer sich gegen den Abbau von Bürger- und Menschenrechten engagiert, lebt in Peru gefährlich. Der peruanische Kongress hat im Juli beschlossen, die Rechte von Opfern staatlicher Gewalt weiter einzuschränken. Menschenrechtsverletzungen durch Militär- und Polizeiangehörige werden künftig nicht mehr vor ordentlichen Gerichten, sondern vor Militär- und Polizeigerichten verhandelt.

In dieser Situation fordert der Adveniat-Hauptgeschäftsführer von der Bundesregierung – Deutschland ist der wichtigste europäische Handelspartner – mehr kritische Aufmerksamkeit für die politischen Entwicklungen in Peru und eine klare Haltung bei Fragen der Menschenrechte sowie des Klima- und Umweltschutzes: „Die Bundesregierung darf dieser Entwicklung nicht tatenlos zuschauen, weil nur noch wirtschaftspolitische Interessen und der Hunger nach Rohstoffen den außenpolitischen Kompass bestimmen. Sie muss öffentlich sichtbar Einspruch erheben, wenn Proteste der Zivilgesellschaft kriminalisiert, Verbrechen wie die Tötung von 49 Personen während der Proteste gegen die Regierung 2022 und 2023 nicht geahndet und politisch Verantwortliche für Umweltverbrechen beim Bergbau und der Erdölförderung nicht zur Rechenschaft gezogen werden.“

Text: Adveniat

(SG / sig)



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