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Zur Neuigkeit
Abschluss der Sanierungsmaßnahme Schwarze-Bären-Straße 2
Der neue Ort für ein besonderes kulturelles Erbe
Regensburg, 25. Februar 2026
Die Sanierung des Baudenkmals Schwarze-Bären-Straße 2, ehem. Ehrenfelser Hof des Klosters Rott, ist abgeschlossen. Das Gebäude, das sich im Eigentum des Domkapitels befindet, bietet künftig neben der bestehenden Gewerbeeinheit drei Wohnungen sowie Raum für das „Institut für religiöse Alltagskultur“ der Diözese Regensburg.
Das Baudenkmal mit Kelleranlagen des 12./13. Jahrhunderts war im 14. Jahrhundert Wohnhaus des Naturforschers, Pfarrers an St. Ulrich und Domherrn Konrad von Megenberg, der dort sein Hauptwerk, das „Buch der Natur“, verfasste. Der Walmdachbau wurde 1674 sowie im 18. Jahrhundert umgebaut und nun saniert. Die Maßnahme am Gebäude in der Schwarzen-Bären-Straße 2 gliederte sich in drei Bereiche: die Sanierung von Dachkonstruktion und Dachdeckung, die Überarbeitung der Fensterelemente und die Sanierung der Fassade. Darüber hinaus wurden die Elektro-, Heizungs- und Sanitärinstallationen ergänzt bzw. erneuert.
Für die Räume des „Instituts für religiöse Alltagskultur“ im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss des Hauptgebäudes wurden die vorhandenen Bauteile wie Fußböden, Wände und Decken im Bestand renoviert. In Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde konnte die später eingezogene Zwischendecke in der romanischen Galluskapelle wieder entfernt werden. Der zweigeschossige Kapellenraum, um 1210 errichtet, ist nun wieder eindrucksvoll erlebbar.
Der dritte Baustein der Sanierungsmaßnahme betraf die Sanierung des Nebengebäudes, ehemals Gesindetrakt, ein zweigeschossiger Zweiflügelbau mit Satteldach und Kastenerker aus der 1. Hälfte 18. Jh. für Wohnungen: Hier entstanden mit neuem Innenausbau drei frei vermietete Zwei-Zimmerwohnungen mit separatem Zugang. Mit der Planung und Umsetzung des Sanierungsprojekts, kaufmännisch betreut vom Katholischen Wohnungsbau- und Siedlungswerk, war das Architekturbüro Joachim Peithner beauftragt. Die Maßnahmen konnten aufgrund der Gebäudesituation zeitlich parallel ausgeführt und im Zeit- und Kostenrahmen abgeschlossen werden.
Alltagskultur an der Schnittstelle von Kunst, Glaube und Identität
Mit der Einweihung des Gebäudes am 25. März 2026 nimmt etwas Neues seinen Anfang. In den historischen Mauern des ehemaligen „Ehrenfelser Hofes“ wird das „Institut für religiöse Alltagskultur“ eingerichtet. Das Institut, geleitet von der Fachstelle Religiöse Volkskunst der Abteilung Kunst und Denkmalpflege des Bistums Regensburg, wird Forschungszentrum und Schaudepot. Es gibt Sammlungsräume zu verschiedenen Objekt- und Themenkomplexen, eine Werkstatt für öffentliche Kurse sowie für Restaurierungsarbeiten. Ein Schaufenster in den Stadtraum wird immer wieder neu im Lauf des Kirchenjahres Einblicke mit besonderen Stücken der Sammlung geben.
Hauptaspekt für die Arbeit des neuen Instituts ist die Wertschätzung der Volkskunst an der Schnittstelle von Kunst, Frömmigkeit und Verkündigung. Träger ist die Diözese. Sie hat die Räume vom Domkapitel angemietet. In Deutschland gibt es bisher keine vergleichbare Einrichtung, die sich explizit der Erforschung religiöser Volkskunst widmet. 2018 entstand daher die Idee, hier einen weiteren Schwerpunkt in der kulturellen Arbeit des Bistums zu setzen.
Religiöse Volkskunst umfasst handwerkliche Erzeugnisse mit spirituellem Bezug, die meist für die private Andacht oder auch als Wallfahrtsandenken, als Zeichen der Dankbarkeit wie z. B. Votivgaben oder im Vertrauen auf himmlischen Beistand an besonderen Lebensstationen, in Not und Krankheit gefertigt wurden. Im Gegensatz zur akademischen Sakralkunst (Ars Sacra), die oft für Kirchenoberhäupter oder Adelige entstand, spiegelt sie die Volksfrömmigkeit und den Alltag breiterer Bevölkerungsschichten wider. Sie erzählt von Gottesvorstellungen und dem täglichen Leben der Generation, davon, was Menschen durch Jahrhunderte wichtig war, woran sie geglaubt, worauf sie gehofft haben, wie sie Feste im Jahreslauf gefeiert haben.
„Unser Anliegen ist es, Kostbarkeiten der religiösen Volkskunst als Zeugnis von Identität und kultureller Herkunft vor dem Verschwinden zu retten, sie der Nachwelt zu erhalten und den kommenden Generationen zu erschließen. Sie hilft uns, unsere Wurzeln zu verstehen“, erklärt Dr. Maria Baumann, Leiterin der Abteilung Kunst und Denkmalpflege des Bistums Regensburg. Die Sammlung des Bistums bildet die Bandbreite und Fülle des Brauchtums und seiner handwerklichen Zeugnisse hinsichtlich Regionen, Materialien und Epochen ab. „Die Sammlung religiöser Volkskunst ist integraler Bestandteil der Kunstsammlungen des Bistums Regensburg und gehört wesentlich zum Sammlungsauftrag für diözesane Museen. In ihrem Umfang und in ihrem Objektbestand stellt sie inzwischen eine der bedeutenden Sammlungen in Europa dar“, so Dr. Baumann weiter.
Forschungszentrum, Schaudepot und Fachstelle
Das Institut für religiöse Alltagskultur öffnet sich als Forschungszentrum, Schaudepot und Fachstelle für Privatleute und Institutionen. Forschungszentrum für religiöse Volkskunst heißt: interdisziplinäres Arbeiten mit und an der Sammlung, Neubewertung im Kontext kultur-und kunstwissenschaftlicher Forschung, Wiederentdeckung der Volkskunst als Bedeutungsträger christlicher Verkündigung und Glaubensvermittlung. In der Forschungsstelle stehen die Objekte – von Hinterglasbildern über Wettersegen, Lichtmesskerzen, Votivtiere, Wachsstöcke, (Passions-)Krippen und Holzscheitelmadonnen bis zu außergewöhnlichen Stücken wie Wehenfläschchen, Neidfeige und Vanitasrosenkranz - zur wissenschaftlichen Bearbeitung zur Verfügung. In Kooperationen, u. a. mit der Universität und Museen, sollen junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gewonnen werden, religiöse Volkskunst zum Gegenstand ihrer Arbeiten zu machen. Dafür gibt es einen Arbeitsplatz sowie eine umfangreiche Bestandsbibliothek.
Das Schaudepot versteht sich als begehbares Museumslager, in dem ausgewählte Objekte der Sammlung präsentiert werden. Hier wird die Fülle und Breite religiöser Volkskunst abgebildet, mit der Darstellung einzelner Objekte aus traditioneller handwerklicher und häuslicher Produktion sowie mit Sammelvitrinen und in enger Hängung von Bildern, ergänzt durch Werke, die von Künstlern für die private religiöse Verehrung im Alltag geschaffen wurden.
An die Fachstelle unter der Leitung von Christa Haubelt-Schlosser können sich Privatleute und Institutionen mit ihren Anliegen und Fragen aus dem Bereich der religiösen Volkskunst wenden. Dort werden Wanderausstellungen konzipiert, Workshops und Kurse sowie Aktionsführungen für Kinder angeboten (https://www.bistumsmuseen-regensburg.de/museum-fuer-kinder.html), ab 2027 auch Lehrerfortbildungen. Die Fachstelle versteht sich als Kompetenzzentrum – Beratungsstelle – Fachinstitution. Lehren und Lernen am außerschulischen Ort soll hier konkret umgesetzt werden. Das Institut wird unterstützt vom „Verein zur Förderung religiöser Volkskunst“.
Autorin: Dr. Maria Baumann
(jas)




