News Bild „250 Jahre St. Laurentiuskirche sind ein Grund zur Freude - Jubiläumsfeier mit Weihbischof Reinhard Pappenberger in Stein

„250 Jahre St. Laurentiuskirche sind ein Grund zur Freude - Jubiläumsfeier mit Weihbischof Reinhard Pappenberger in Stein

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35 Jahre ist es her, dass zum letzten Mal ein Bischof in der Expositur Stein war: Weihbischof Karl Flügel kam am 17. Mai 1977 nach der Firmung in Tirschenreuth am Abend noch kurz nach Stein. Groß war deshalb die Freude, dass Weihbischof Reinhard Pappenberger zur 250 Jahr-Feier der Expositurkirche kam und gemeinsam mit den mehr als 400 Gläubigen den Höhepunkt des Jubiläumsjahres mit anschließendem Pfarrfest feierte. Das Jubiläumsjahr wurde am 3. Dezember 2011 mit einem Eröffnungsgottesdienst mit Regionaldekan Johann Schober eingeläutet.

Mit einem stattlichen Kirchenzug - an dem sich die fünf Vereine (Schützen, Soldaten, Feuerwehr, Katholisches Landvolk und Landjugend, OGV), kirchliche Gremien, politische Vertreter und Bürger beteiligten – wurde die Geistlichkeit abgeholt. Angeführt wurde der Zug von Ministranten mit Fahne und Kreuz und der Stadtkapelle Tirschenreuth, die später vor dem Festzelt beim Pfarrfest aufspielte. Kinder standen vor der Kirche Spalier und hießen den Weihbischof, der sie segnete, mit Gedicht und Blumen willkommen. Die Plätze im Kirchenschiff waren alle besetzt, die Gläubigen drängten sich auch auf den zwei Emporen und der Treppe hinauf bis zum Chor, um das Jubiläum „ihrer Kirche“ zu feiern. Der Kirchenchor unter der Leitung von Maria Zölch begleitete den Gottesdienst musikalisch.

„Kirche ist für alle da, wir alle sind Kirche.“ Mit den Menschen sei es etwas eigenartig: Sie stehen in der Gegenwart und vor der Zukunft, aber sie wissen nicht, was auf sie zukommt. In der Vergangenheit finden sie Halt und Zuversicht um den richtigen Schritt zu tun. In seinem Rückblick auf die Entstehung der Pfarr- und Expositurkirche blickte Weihbischof Reinhard Pappenberger in seiner Predigt zurück bis ins Jahr 955. Die Vorfahren hatten bei der Grundsteinlegung weit zurückgeschaut, als sie die Kirche vor 250 Jahren dem Heiligen Laurentius weihten. Sie haben die Kirche gebaut und mit Leben erfüllt bis zum heutigen Tag. 962, als Otto der Große zum Kaiser gekrönt wurde, sorgte er für das Gedenken an Laurentius. Der hatte 955 unter der Führung Ottos das Schicksal der Zukunft des Landes entschieden. Damals herrschte Krieg, vieles wurde verwüstet. Bischof Ulrich von Augsburg sammelte eine Schar um sich, um dies abzuwenden und den Menschen eine Zukunft zu geben. Am 11.8.955 konnte dank Laurentius das Böse abgewendet werden. „Man sieht, worauf es ankommt: Laurentius steht für die kürzeste Aussage des Christseins: Ein Christ ist ein Mensch, der Gott und den Nächsten liebt.“ Daran hänge das Gelingen eines Menschenlebens, so Weihbischof Pappenberger. Jede Generation in Stein habe sich eingebracht und etwas in die Kirche gestellt, jede Figur könnte etwas von früher erzählen, was Bedeutung für die Zukunft hat. Eine besondere Bedeutung habe das 1947 gemalte Bild des oberschlesischen Kirchenmalers Ossy Titlyk vom „Jüngsten Gericht“ an der Wand, auf dem auch Personen des Tausendjährigen Reichs zu erkennen sind. Es zeigt eine Schlüsselszene der Emmaus-Pilger: Menschen, die sich versammeln, um Gott die Ehre zu geben. Die Katechismusfeier ist die Mitgabe für den Lebensweg. Jede Generation müsse dies neu begreifen für ihre Zeit. Emmaus sei noch immer lebendig. Wer an Gott glaubt, wird auf den anderen nicht achtlos schauen können. Wer seiner Spur folgt, kann es sich nicht bequem machen.“


Immer wieder versuchte die „Kirche Stein“ selbstständig bzw. eine Pfarrei zu werden. Sie war Tochterkirche (Filiale) der Urpfarrei Beidl bis um 1400. In der Hussitenzeit ab 1433 war sie Pfarrei, danach wieder Filiale bis 1562, ab 1562 evangelische, ab 1597 kalvinische Pfarrei. 1625 kam die Gegenreformation. Ab 1626 war Stein Filiale von Beidl, 1644 brannte die Kirche nieder. Im 30-jährigen Krieg wurden alle kirchlichen Akte verboten, 24 Jahre lang. 1804 wurde Stein bis 1817 zur Pfarrei erhoben. Am 29. Oktober 1872 kam die Erhebung zur Expositur. 25 Wohltäter spendeten 5000 Gulden Stiftungskapital, aus dem der Expositus sein Gehalt bezog. Den Grundstein für St. Laurentius legte am 8. Juni 1762 Abt Wigang von Deltsch, Architekt und Baumeister war Philipp Muttone. Er ließ die neue Kirche in einem barocken Baukörper in nur 14 Monaten um und über die alte bauen. Nach und nach bekam sie ihre „Grundausstattung“: Rokoko-Muschelwerk, Hochaltar, zwei Seitenaltäre, Ziegelpflaster, Bänke, eine kleine Orgel. Die doppelstöckige Empore mit Orgel wurde erst später eingebaut. Aus der alten Kirche stammt der steinerne Opferstock von 1755.