Schwangere Frau hält Ultraschallbild

Zum Kern der Debatte um Leihmutterschaft

„...die Frage der menschlichen Würde“


Köln / Regensburg, 13. August 2026

Für die Debatte um die Leihmutterschaft gilt laut dem Dominikaner Richard Nennstiel: „Es geht im Kern um die Frage der menschlichen Würde, um das menschliche Leben. Kann oder darf menschliches Leben in der Verfügung des Menschen stehen?“

In einem Beitrag für das Kölner Domradio schrieb Pater Richard: „Leihmutterschaft ist mittlerweile ein Milliardengeschäft. Wer sich eine Leihmutter in den USA (ca. 180.000 bis 250.000 Euro) nicht leisten kann, kann auf günstigere ‚Alternativen‘ zurückgreifen. Ukraine, Rumänien, Georgien sind günstiger. Die Not, die Armut und Bedürftigkeit sind der Hauptgrund für diese Frauen, ihren Körper zur Verfügung zu stellen“, fuhr der Dominikaner fort. „Eine neue Form der Ausbeutung. Vertraglich wird alles genau geregelt, allerdings häufig nur in der Theorie. Die Frauen sind teilweise moderne Sklaven, die die Wünsche von Käufern erfüllen sollen.“

„Das Kind wird zur Ware“, so das Fazit. „Man kann einen Jungen oder ein Mädchen bestellen. Mittlerweile können auch Haar- und Augenfarbe ausgesucht werden. Sollte das Kind jedoch den Erwartungen nicht entsprechen, kann man die Annahme verweigern. Im Internet kann man Musterverträge einsehen. Mutter und Kind werden auf ein Geschäftsmodell reduziert.“

Demgegenüber sei die katholische Position „eindeutig“: „In der Erklärung Dignitas infinita über die menschliche Würde vom April 2024 wird die Leihmutterschaft in all ihren Begründungsformen abgelehnt. Menschliches Leben steht nicht in der Verfügung des Menschen. Der Mensch muss seine Möglichkeiten, seine Fähigkeiten begrenzen, um nicht eine Gesellschaft zu formen, in der alles seinen Preis hat. Wo Kommerz und Profit angebetet werden. Nicht alles, was möglich ist, ist moralisch erlaubt.“

Bereits Papst Johannes Paul II. habe „vor einer Kultur des Todes gewarnt“. So gelte: „Wer die Dose der Pandora öffnet, wer menschliches Leben in die Verfügbarkeit des Menschen legt, stellt sich letztlich gegen die Heiligkeit des menschlichen Lebens.“ Die Diskussion um Leihmuttergeschäfte war vor wenigen Wochen wieder in den Vordergrund getreten, als der CDU-Politiker Jens Spahn mit seinem homosexuellen Partner über eine Leihmutter ein Kind in den USA gekauft hatte. Spahn musste aufgrund des öffentlichen Drucks wenig später als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurücktreten.

Text: CNA Deutsch

(sig)



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