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Zur Neuigkeit
Zum ersten Todestag von Papst Franziskus: Ein Pontifikat der Nähe, der Sendung und der geistlichen Erneuerung
Bischof Voderholzer: Ein Pontifikat im Dienst der Kirche
Regensburg, 17. April 2026
Mit Papst Franziskus verlor die Kirche am Ostermontag, 21. April 2025, einen Menschen, der in seinem Amt durch Einfachheit, pastorale Nähe und geistliche Entschiedenheit ein unverwechselbares Gepräge gab. Seit seiner Wahl am 13. März 2013 stand sein Pontifikat für die Sorge um die Schöpfung, für soziale Verantwortung und für eine Kirche, die den Menschen in ihren konkreten Lebenslagen begegnen will. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer hat das Denken und die Theologie von Papst Franziskus immer wieder gewürdigt und dieses Pontifikat als geistlich geprägten Dienst an der Einheit im Glauben hervorgehoben. Am 21. April wird das Domkapitel in der Frühmesse um 7:00 Uhr im Dom des verstorbenen Papstes Franziskus gedenken.
Papst Franziskus, mit bürgerlichem Namen Jorge Mario Bergoglio, wurde am 17. Dezember 1936 in Buenos Aires geboren. Er entstammte einer Familie italienischer Herkunft und absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Chemietechniker. Bevor er sich für den geistlichen Weg entschied, arbeitete er unter anderem in einem Labor.
1958 trat Bergoglio in den Jesuitenorden ein. Es folgten Studien der Geisteswissenschaften, der Philosophie und der Theologie. 1969 empfing er die Priesterweihe. Bereits in vergleichsweise jungen Jahren übernahm er innerhalb des Ordens Verantwortung; von 1973 bis 1979 war er Provinzial der Jesuiten in Argentinien. Diese Jahre fielen in eine politisch und gesellschaftlich angespannte Epoche und prägten sein Verständnis für die kirchliche Verantwortung nachhaltig.
1998 wurde der spätere Papst zum Erzbischof von Buenos Aires ernannt. In diesem Amt trat er als Seelsorger hervor, der sich mit besonderer Aufmerksamkeit den sozialen Fragen seiner Zeit zuwandte. Die wirtschaftlichen Krisen in Argentinien, die zunehmende Armut und die Spannungen des öffentlichen Lebens bildeten den Hintergrund seines Wirkens. Im Jahr 2001 nahm ihn Papst Johannes Paul II. in das Kardinalskollegium auf.
Nach dem Rücktritt Benedikts XVI. wurde Jorge Mario Bergoglio am 13. März 2013 zum Papst gewählt. Mit der Wahl des Namens Franziskus setzte er ein bewusstes Zeichen. Die Bezugnahme auf Franz von Assisi, dessen 800. Todestag 2026 gefeiert wird, verwies auf Einfachheit, geistliche Nüchternheit und die besondere Aufmerksamkeit für Arme und Benachteiligte. Seine Wahl war in mehrfacher Hinsicht historisch: Franziskus war der erste Papst aus Lateinamerika und zugleich der erste Jesuit auf dem Stuhl Petri.
Sein Pontifikat war von einem schlichten persönlichen Lebensstil und einer deutlich pastoralen Akzentsetzung geprägt. So verzichtete Franziskus auf manche traditionellen Formen päpstlicher Repräsentation und entschied sich dafür, im Gästehaus Santa Marta zu wohnen. Damit verband sich ein Verständnis des Papstamtes, das Nähe, Einfachheit und unmittelbare Ansprache in den Vordergrund rückte.
Inhaltlich setzte Franziskus Schwerpunkte bei sozialen Fragen, bei der Sorge um die Schöpfung, beim Schutz von Migranten und Flüchtlingen sowie bei einer stärkeren Hinwendung zu den Menschen an den Rändern der Gesellschaft. Zu den prägenden Texten seines Pontifikats zählen die Enzyklika „Laudato si’“ aus dem Jahr 2015, die ökologische und soziale Fragen miteinander verknüpft, sowie „Fratelli tutti“ aus dem Jahr 2020, in der er über Geschwisterlichkeit, Gemeinwohl und internationale Verantwortung nachdenkt.
Zugleich leitete Franziskus Reformen in der römischen Kurie ein und stärkte die Rolle von Laien in kirchlichen Leitungsaufgaben. Sein Pontifikat war von dem Bemühen getragen, kirchliche Strukturen zu erneuern und Entscheidungsprozesse breiter zu öffnen. In theologischen Grundfragen blieb er in der Lehre der Kirche verankert, suchte jedoch in pastoralen Fragen häufig einen Ton, der stärker von Begleitung als von Abgrenzung geprägt war.
Das Wirken von Franziskus fand weltweit große Beachtung. Es wurde vielfach als der Versuch verstanden, die Kirche in einer Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen neu auf ihre Sendung hin auszurichten. Papst Franziskus starb am 21. April 2025, am Ostermontag, in der Vatikanstadt.
Bischof Dr. Rudolf Voderholzer würdigte das Denken und die Theologie von Papst Franziskus immer wieder
Bischof Dr. Rudolf Voderholzer hat sich in den vergangenen Jahren bei zahlreichen Anlässen intensiv mit der Theologie von Papst Franziskus befasst. Dabei hob Bischof Rudolf immer wieder jene Grundlinien hervor, die dieses Pontifikat geprägt haben: die missionarische Sendung der Kirche, die Verantwortung des Menschen für die Schöpfung und die Einsicht, dass kirchliches Leben nur dort fruchtbar bleibt, wo es aus gemeinsamem Hören, geistlicher Unterscheidung und gemeinsamem Unterwegssein erwächst.
Besonders sichtbar wurde diese innere Verbundenheit des Regensburger Oberhirten beim Pontifikalrequiem für Papst Franziskus am 2. Mai 2025, im Regensburger Dom St. Peter. Dort würdigte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer den verstorbenen Papst mit eindringlichen Worten und erinnerte an dessen letzten öffentlichen Auftritt: „Ein von seiner Krankheit zutiefst gezeichneter und um Luft ringender Papst hauchte mit seinen letzten gesammelten Kräften den Segen Urbi et Orbi … Was für ein Abschluss eines Lebens!“ In dieser letzten Geste zeigte sich für Bischof Rudolf noch einmal das Wesen eines Pontifikats, das ganz aus dem Dienst heraus verstanden werden wollte.
Immer wieder machte der Regensburger Oberhirte deutlich, dass Papst Franziskus das Petrusamt nie nach weltlichen Maßstäben begriffen habe, sondern aus dem Geist des Hirten, der Christus und den ihm anvertrauten Menschen verpflichtet ist. „Papst Franziskus war ein Zeuge der Liebe Christi“, so Bischof Rudolf und benannte damit den innersten Kern dieses Wirkens. Von hier aus erschließt sich auch das Bild einer Kirche, die nicht um sich selbst kreist, sondern an die Ränder geht, Nähe sucht und den konkreten Lebenswirklichkeiten der Menschen standhält.
Gerade darin liegt für Bischof Dr. Voderholzer auch die eigentliche Bedeutung der Synodalität: nicht als bloßes Strukturmodell, sondern als geistlicher Vollzug der Kirche, der aus Umkehr, Hörbereitschaft und gemeinsamer Verantwortung lebt. Kirche erfüllt ihren Auftrag nicht im Nebeneinander isolierter Stimmen, sondern im gemeinsamen Unterwegssein aus dem Evangelium. In seinem Vortrag „Das Synodalitätsverständnis von Papst Franziskus als Ausdruck der Communio-Ekklesiologie Joseph Ratzingers“ schreibt er: „Papst Franziskus ist nicht bereit, die Lehre der Kirche zum Zwecke von mehr Synodalität zur Disposition zu stellen, sondern möchte vielmehr zu einer Verlebendigung und Verheutigung der Lehre beitragen. Wir haben gesehen, dass er sein Synodalitätsverständnis sowohl gegen progressistische, wie auch gegen traditionalistische Engführungen verteidigt.”
Text: Stefan Groß
(kw)

Weitere Infos
Lesen Sie gerne den Vortrag zum Synodalitätsverständnis von Papst Franziskus von Bischof Rudolf im Ganzen.
Siehe auch:
Veröffentlichungen von Bischof Voderholzer
Persönlicher Nachruf von Bischof Rudolf auf Papst Franziskus
Bischof Voderholzer zur Enzyklika „Laudato si“ des verstorbenen Papstes Franziskus






