News Bild Zeitgenössische Figurengruppe „Mutter mit Kind“ in der Stadtkirche St. Sebastian in Furth ausgestellt
Zeitgenössische Figurengruppe „Mutter mit Kind“ in der Stadtkirche St. Sebastian in Furth ausgestellt

Kunst bringt existenzielle Themen des Daseins zum Ausdruck

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Regensburg/Furth, 8. Juli 2022

Ab morgen, 9. Juli, ist in der Stadtkirche St. Sebastian in Furth die Figurengruppe „Mutter mit Kind“ der Viechtacher Künstlerin Elisabeth Ettl zu sehen. Die Figurengruppe entstand während des ersten Lockdowns der Corona-Pandemie im Jahr 2020 und ist eines von mehreren zeitgenössischen Werken im Rahmen des liturgischen Kunstprojektes „Da-Sein“. In der Pfarrkirche Schatzhofen (Pfarrei Furth) wird die Figurengruppe am 9. Juli vor der Abendmesse (19 Uhr) vorgestellt.

Sehnsucht nach Geborgenheit in unsicheren Zeiten

Die 2020 gefertigte Holzskulptur entstand nach dem Gemälde „Mutter und Kind – liegende Akte“ (1906/07) von Paula Modersohn-Becker in Lindenholz. Dargestellt ist eine junge Frau in Seitenlage. Mit ihrem gesamten Körper und ihren Armen umschließt sie schützend ein kleines Kind in einem blauen Strampler. Dass es sich hier um keine „Einschlafszene“ handelt, verraten die Straßenschuhe, die die junge Frau trägt. Ihre Augen sind geöffnet und lassen verschiedene Interpretationen zu: Angst? Vorahnung auf Schlimmes? Resignation? Trauer? Die Augen des Kindes hingegen sind geschlossen, es fühlt sich geborgen in der engen Umarmung. 

In unsicheren Zeiten, wie wir sie momentan erleben, wächst die Sehnsucht nach Geborgenheit und Sicherheit, wie sie in dieser Figurengruppe bewegend zum Ausdruck gebracht wird. 

Die Viechtacher Künstlerin Elisabeth Ettl

Die Viechtacher Künstlerin, 1951 geboren, studierte an der Pädagogischen Hochschule in München, u.a. Kunsterziehung bei den Professoren Hans Daucher und Rudolf Seitz. Sie unterrichtete bis zu ihrer Pensionierung 2013 an der Mittelschule in Viechtach. Mitte der 1990er Jahre begann sie wieder zu malen, zu zeichnen und zu schnitzen. In den Kursen mit den Bildhauerinnen Gretel Eisch und Annerose Riedl hat sie ihre Leidenschaft zur Arbeit mit dem Holz entdeckt. Ihre Holzarbeiten

knüpfen an die Tradition der bayerischen Holzbildhauerei an, sind aber gekennzeichnet durch eine zeitgenössisch-individuelle Expressivität. Ihre archaisch wirkenden Menschenfiguren sind aus einem Holzstück gearbeitet – zunächst mit Motorsäge, dann mit Schnitzeisen. Und sie sind immer farbig gefasst.

Über das Kunstprojekt „Da-Sein“

Kunst und Glaube - durch die Jahrhunderte haben sie sich gegenseitig inspiriert und großartige Werke hervorgebracht. Darauf stützt sich das erfolgreiche liturgische Kunstprojekt „Da-Sein“, das seit 2011 in Zusammenarbeit von Diözesanmuseeum und Künstlerseelsorge im Bistum Regensburg stattfindet. Kunstschaffende aus Ostbayern stellen zu einem vorgegebenen Thema - einem Kernthema des Daseins - Werke zur Verfügung. Pfarreien wählen Kunstwerke aus, die dann beim Gottesdienst oder in anderen Formen der Gemeindearbeit für Erwachsene, Jugendliche oder Kinder für eine gewisse Zeit in den Blick genommen werden. Auf diese Weise können Diskussionen über zeitgenössische Kunst, über das Leben und über den Glauben und vor allem auch darüber, was diese drei verbindet, angeregt und gefördert werden.

 

Titelbild: Figurengruppe „Mutter mit Kind“ der Viechtacher Künstlerin Elisabeth Ettl

Text: Maria König / Kunstsammlungen des Bistums Regensburg

Weitere Infos

Entdecken Sie weitere Kunstwerke aus dem Projekt „Da-Sein“ über die Webseite des Diözesanmuseeums.