News Bild Wozu ein Archiv? „Gott hat sich ganz tief auf die Geschichte eingelassen“ – Dr. Camilla Weber als neue Leiterin eingeführt

Wozu ein Archiv? „Gott hat sich ganz tief auf die Geschichte eingelassen“ – Dr. Camilla Weber als neue Leiterin eingeführt

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Am Dienstagnachmittag hat die Amtseinführung von Frau Dr. Camilla Weber als Leiterin des Bischöflichen Zentralarchivs sowie der Bischöflichen Zentralbibliothek Regensburg stattgefunden. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer stand zunächst der Vesper am Vorabend des Hochfestes Verkündigung des Herrn in der Hauskapelle im Diözesanzentrum Obermünster vor. Es folgte ein Festakt im Lesesaal der Bischöflichen Zentralbibliothek sowie, anschließend, ein Empfang. Alle Leiter der bayerischen diözesanen Archive und zahlreiche Leiter weltlicher Archive sowie überhaupt viele Personen des kulturellen Lebens weit über Regensburg hinaus waren gekommen.

Bischof Voderholzer sagte in seiner Predigt, der sorgsame Umgang mit den Ausdrucksformen der Geschichte sei ein wesentliches Element des kirchlichen Lebens. Zur Kirche gehöre schließlich der ehrfürchtige Umgang mit ihrer eigenen Geschichte. Dahinter steht eine maßgebliche theologische Aussage, die der Regensburger Bischof hervorhob: „Gott hat sich ganz tief auf die Geschichte eingelassen.“ Die Methoden zur Erschließung der Geschichte seien nicht etwas dem Glauben Äußerliches, nicht nur ein Verwaltungsvorgang oder gar ein lästiges Anhängsel, sondern ein integratives Moment unseres Glaubensverständnisses, erklärte Bischof Voderholzer. Er dankte allen, die in den vergangenen Jahrzehnten das Archivwesen im Bistum Regensburg aufgebaut haben: „Sie haben ein großes Erbe hinterlassen.“

Generalvikar Michael Fuchs griff die Bedeutung der Gottesmutter Maria auf, die die Verkündigung des Engels in ihrem Herzen bewahrte. Nicht nur im Herzen bewahrte sie, sondern daraus wurde das Fleisch. Im Übrigen gelte es, dass ein Archiv nicht nur bewahre, sondern das zu Bewahrende auch erschließe. Dr. Camilla Weber, die neue Leiterin, sprach in Bezug auf die in der Vergangenheit geleistete Archiv- und Bibliotheksarbeit von einem „mehr als soliden Fundament, das in mehr als 40 Jahren gelegt wurde“. Dafür dankte sie. Dieses Fundament solle gesichert, die Herausforderungen sollten angenommen und gemeistert werden.

Zunächst hatte Prof. Dr. Johanna Kißler vom Lehrstuhl für Allgemeine Psychologie an der Universität Bielefeld einen kurzweiligen Vortrag gehalten: „Vom Eichhörnchen zum Internet. Eine kleine Psychologie des Archivierens.“ Darin stellte Prof. Kißler unter anderem dar, inwiefern Wissensakkumulation Identitäten bildet. Lernerfolge zu fixieren sei auch dazu dazu, um sie für andere fruchtbar zu machen.