News Bild „Wirtschaftskrise ist Krise der Moral und Ethik“ - Regensburger Bischof begegnet Betriebs- und Personalräten aus dem Bistum

„Wirtschaftskrise ist Krise der Moral und Ethik“ - Regensburger Bischof begegnet Betriebs- und Personalräten aus dem Bistum

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Mehr als 20 Betriebs- und Personalräte, die im Bereich der Diözese Regensburg tätig sind, hatten bei einem persönlichen Treffen Gelegenheit sich mit Bischof Gerhard Ludwig Müller auszutauschen, über ihr Wirkungsfeld zu berichten und über die Nöte in der Arbeitswelt zu sprechen. Der Regensburger Oberhirte warnte dabei vor der zunehmenden Bildung von Klientelparteien, die sich ausschließlich für die Belange einer bestimmten Bevölkerungsgruppe einsetzten. In einer Demokratie brauche man Volksparteien, die dem Gemeinwohl dienten.

„Die Wirtschaftskrise, die viele Menschen am eigenen Leib zu spüren bekommen ist keine Krise der Mathematik, sondern eine Krise der Ethik und Moral. Die Rechtfertigung, die Globalisierung zwinge die Unternehmen zu drastischen Schritten, wie beispielsweise die Ausweitung der Arbeitszeiten, stimmt nicht immer. Oftmals steckt dahinter Eigennutz und der Drang nach Gewinnmaximierung. Arbeit aber soll immer positiv sein. Etwas, das Menschen erfüllt und aufbaut. Dafür hat Gott uns allen die Welt anvertraut. Am Ende einer Arbeit muss stets das geistige Produkt stehen, wofür wir uns geistig und körperlich eingebracht haben. Daraus entsteht die Lebensqualität und Freude jedes einzelnen“, hob Bischof Gerhard Ludwig Müller hervor.

Dabei sprach er den Betriebs- und Personalräten Dank und Anerkennung für deren Einsatz für eine gerechtere Arbeitswelt aus und ermunterte sie in ihrem Tun: „Eine gesetzliche Festlegung zur Wahl eines Betriebsrates ist die Basis zur Schaffung von ideellen Arbeitsbedingungen. Die Grundrechte jedes arbeitenden Menschen dürfen nicht ausgehöhlt werden. Entscheidungen in Firmen und Konzernen dürfen nicht an Kriterien der Gewinnmaximierung ausgerichtet werden, sondern daran wie diese mit gutem Gewissen und orientiert am Wohle aller zu vertreten sind“.

Sozialpfarrer Dr. Roland Batz unterstrich die Wichtigkeit zur Teilnahme an den Betriebsratswahlen 2010 und berief sich dabei auf den aktuellen Aufruf der Deutschen Bischofskonferenz. Die Kirchen teilten demnach mit den Betriebsräten die Sorge um abhängig Beschäftigte und die Zukunft der Arbeitswelt. Betriebsräte setzten sich für die Belange ihrer Kolleginnen und Kollegen ein und übernähmen hohe Verantwortung für diese und die Gestaltung der Unternehmenszukunft. Jeder solle daher von seinem Wahlrecht Gebrauch machen.