News Bild "Wir haben für die Heiligsprechung sehr viel gebetet"

"Wir haben für die Heiligsprechung sehr viel gebetet"

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(pdr) Erwin Schäffer (* 1941) ist Kirchenpfleger der Pfarrei Mindelstetten. Im Interview spricht der Großneffe über seine Großtante, die künftige Heilige Anna Schäffer von Mindelstetten. In seinem Heimatort wohnt er in der Anna-Schäffer-Straße 22.

Herr Schäffer, Sie sind der Großneffe der seligen Anna Schäffer.



Ja, meine Oma habe ich sehr gut und intensiv kennengelernt. Diese meine Großmutter Walburga war mit Anna Schäffer, ihrer Schwägerin, immer zusammen. Mein Opa war Bruder Anna Schäffers, seine Frau hat Anna Schäffer, die immer bettlägerig war, sehr oft geholfen Es ging um die ganz konkreten Dinge: aus dem Bett heben, waschen etc. Und diese Großmutter, die viele Jahre ganz nah dran war, sie hat mir viel erzählt.

Was hat Ihre Großmutter Walburga Ihnen über ihre Schwägerin erzählt?



Als ich jung war, erzählte die Oma immer wieder von der „Schreiner Nandl“. „Nandl“ steht für den Namen Anna, und der Zusatz „Schreiner“ wird vorangestellt, da ihr Vater Schreiner gewesen war. Die Familie dieses Schreiners wohnte übrigens im jetzigen Anna-Schäffer-Haus. Erzählt hat mir meine Oma etwa, wie es war, als der Großvater, ihr Mann und der Bruder der Nandl, gleich zu Beginn des Ersten Weltkriegs im September 1914 gefallen ist. Da sagte die Schreiner Nandl: „Morgen kriegst an Brief!“ „Was für oan?“ „Koan gscheiden.“ Es war dann der Brief, der die Todesnachricht trug. Das war bitter und schlimm. Obendrein waren sechs Kinder da…

Wie sehen Sie nun die Heiligsprechung?



Das ist ein Jahrhunderterlebnis. Schon die Seligsprechung war das. Aber dass wir jetzt, dreizehn Jahre nach der Seligsprechung, auch noch die Heiligsprechung erleben, das erlebt man nicht oft. Das ist eine große Gnade.

Hatten Sie etwas mit der Heiligsprechung zu tun?


Auf das Verfahren der Heiligsprechung hatten wir keinen Einfluss. Wir waren 1999 in Rom bei der Seligsprechung mit dabei. Da war ja Dreiviertel von Mindelstetten dabei. Es war eine große Freude. Wir haben erst dann wieder etwas gehört, als es gegen Jahresende 2011 hieß, der Papst habe das Wunder anerkannt.

Hatten Sie wirklich gar keinen Einfluss auf die Heiligsprechung?



Besser gesagt: Natürlich hatten wir einen Einfluss darauf: Wir haben nämlich sehr viel dafür gebetet. Und unser Pfarrer hat uns immer wieder ermutigt, zu beten.