News Bild "Wir brauchen für die Wissenschaft eine ethische Dimension" - Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller besuchte FH Deggendorf

"Wir brauchen für die Wissenschaft eine ethische Dimension" - Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller besuchte FH Deggendorf

Home / News

(js/pdr) Einen herzlichen Empfang erfuhr Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller am vergangenen Freitag in Deggendorf, wohin zu einem Besuch der Fachhochschule gekommen war. FH-Präsident Dr. Reinhard Höpfl, die Vizepräsidenten, die Dekane und Studentenvertreter hießen ihn an der jungen Hochschule willkommen, die nicht nur durch ihre zentrale Lage zwischen Donau und Bayerischem Wald, sondern auch durch ihre überdurchschnittlich guten Ranking-Noten zu einem Anziehungspunkt geworden ist.

Für den Bischof, vor kurzem erst zu Besuch bei BMW, war die gut dreistündige Visite an der Fachhochschule in Deggendorf auch eine Erinnerung an seine Kindheit: Sein Vater arbeitete bei Opel in Rüsselsheim, die Familie ist seinen Angaben zufolge vorwiegend technisch-praktisch begabt. Umso intensiver nutzte der Bischof den Rundgang durch die Ausbildungslabors, um vor Ort zu sehen, was die Fachhochschule an Können und Wissen zu vermitteln hat.

Wie der Präsident erläuterte, ist die FH Deggendorf eine der sieben Fachhochschulen, die 1994 vom Freistaat Bayern errichtet wurden. Es sei ein „aufsehenerregend schöner Hochschulcampus" zwischen Donau und Stadtmitte in klassisch-griechischem Stil entstanden, der am 30. September 1999 von Domdekan Prälat Edmund Stauffer gesegnet wurde. „Die Hochschule wirkt wie ein Magnet", stellte der FH-Präsident fest und unterlegte dies mit Fakten: Neueste Ausstattung, beste Labors, engagierte Betreuung durch junge Professorinnen und Professoren seien garantiert. Ein „lebendiger Ort der Begegnung" zwischen den nun rund 2300 Studierenden und 65 Professorinnen und Professoren, den 100 Lehrbeauftragten und 100 Mitarbeitern aus der Verwaltung, den zentralen Einrichtungen wie Bibliothek, Rechenzentrum, Sprachenzentrum, den Labors und den Forschungsprojekten sei so entstanden und gewachsen.

"Die Fachhochschule Deggendorf ist ein wichtiger Motor und Partner für die wirtschaftliche Entwicklung in der Region", betonte Höpfl und fügte Wesentliches an: Zu der Vermittlung von Wissen und Kompetenzen gehöre auch eine "philosophisch-ethische Grundbildung für die Herausbildung der Urteilskraft". In diesem Zusammenhang verwies er auf ein Zitat des Physikers Max Planck: „Die Naturwissenschaft braucht der Mensch zum Erkennen - den Glauben zum Handeln."

„Wir brauchen für die Wissenschaft eine ethische Dimension", griff auch der Bischof diesen Gedanken auf. Den Studenten wünschte er, dass sie neben der Vermittlung technischen Wissens auch „menschlich gefördert" würden. Trotz allen Studierens: Nur die Beziehung zu Gott mache innerlich frei. An der Fachhochschule Deggendorf existieren dafür gute Voraussetzungen. Hochschulseelsorger Diakon Sebastian Nüßl berichtete von regelmäßigen Gottesdiensten, auch Morgenmeditationen während des Semesters. Von Vertretern der Hochschulgemeinde wurde der Bischof willkommen geheißen: Pralinen und Wein durfte er mit auf den Weg nach Regensburg nehmen. Und zugleich ein Versprechen: Andreas Stockinger, Sprecherrat in der Studentenvertretung, kündigte an, dass im Verlauf des kommenden Semesters auf dem Campus eine Sammlung für das vom Bischof unterstützte Projekt in Peru erfolgt. Zugleich stellte FH-Präsident Reinhard Höpfl in Aussicht, dass man sich durchaus eine Förderung von fünf Studenten aus einem südamerikanischen Staat wie Peru, wohin Bischof Ludwig Gerhard Müller enge Kontakte pflegt, oder Brasilien vorstellen könne.